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Nachrichtenagentur: Nordkoreanische Webseite bietet Malware zum Download

Wer die Webseite der staatlichen nordkoreanischen Nachrichtenagentur besucht, könnte sich ganz offiziell einen Trojaner einfangen.
/ Jörg Thoma
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Ein Hinweis auf die Malware auf der Webseite der staatlichen nordkoreanischen Nachrichtenagentur (Bild: InfoSecOtter)
Ein Hinweis auf die Malware auf der Webseite der staatlichen nordkoreanischen Nachrichtenagentur Bild: InfoSecOtter

Neben Fotos von Kim Jung Un beim Besuch in nordkoreanischen Betrieben erhalten Besucher der Webseite der offiziellen Nachrichtenagentur Korean Central News Agency (KCNA) (sicherheitshalber hier nur der Link zum Wikipedia-Eintrag(öffnet im neuen Fenster)) des abgeschotteten Landes unter Umständen auch einen Trojaner. Das legt zumindest der Quellcode der Webseite nahe, die der IT-Sicherheitsforscher mit dem Beinamen InfoSecOtter analysiert hat(öffnet im neuen Fenster). Aktuell ist die Webseite nur schwer erreichbar und funktioniert mit eingeschaltetem Noscript ohnehin nicht.

Im Stammverzeichnis der Webseite entdeckte InfoSecOtter die Datei mit dem vielsagenden Namen kcna.user.exploit.exploit.kcmsf. Dort gibt es eine Javascript-Variable mit dem Hinweis auf die Datei FlashPlayer10.zip, die ebenfalls in einem Downloadverzeichnis auf dem Webserver abgelegt ist. InfoSecOtter hat sie heruntergeladen und die beiden dort enthaltenen Dateien ActiveX.exe und Plugin.exe bei Virustotal analysieren lassen. Sie seien identisch und enthielten Windows-Trojaner. Die Entwickler der Malware haben den ursprünglichen Installer von Adobe auch so manipuliert, dass er mit Administratorrechten startet, statt wie üblich im Kontext des Benutzers.

Ehrlichkeit oder Übersetzungsfehler?

Die Dateien wurden in etwa zur gleichen Zeit erstellt wie die aktuelle Webseite selbst. Die meisten Dateien dort tragen einen Zeitstempel vom Dezember 2012. Der dort dynamisch generierte Code wird mit Hilfe von Skripten ausgeführt, die in dem Ordner siteFiles/exploit liegen. Der Name könnte möglicherweise aber nicht ein ehrlicher Hinweis der nordkoreanischen Programmierer der Webseite sein, sondern schlicht ein Übersetzungsfehler, resümiert InfoSecOtter. Denn das koreanische Verb gaebalhada (개발하다) lässt sich sowohl mit "to develop" als auch mit "to exploit" ins Englische übersetzen.

Es gibt in den standardmäßig aufgerufenen Webseiten jedoch keinen Code, der den Download der Malware auslösen könnte. Auch der Code, mit dem PDFs aus dem Archiv der staatlichen Nachrichtenagentur über die Webseite heruntergeladen werden können, sei sauber, schreibt der Sicherheitsexperte. Er weist aber darauf hin, dass die Javascript-Variable von dynamisch generierten Ajax- oder JQuery-Code genutzt werden könnte, etwa, wenn Benutzer die Webseite mit einem entsprechenden Browser oder Unterseiten mit bestimmten Informationen aufrufen.

InfoSecOtter will die Webseite weiter beobachten und vor allem herausfinden, was die Malware auf einem infizierten Rechner anstellt.


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