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Nordkorea und Corona: Homeschooling ohne Internet

Auch in Nordkorea sind aus Vorsicht vor Covid-19 die Schulen geschlossen worden. Nun findet die Lehre über Computer statt. Allerdings sind die Hürden im Land groß. Vielen Schülern dürfte der Zugang fehlen.

Artikel von Felix Lill veröffentlicht am
Bildung gehört in Nordkorea zu den wichtigsten Tugenden. Wegen der Coronapandemie sind auch dort die Schulen im Moment zu.
Bildung gehört in Nordkorea zu den wichtigsten Tugenden. Wegen der Coronapandemie sind auch dort die Schulen im Moment zu. (Bild: Ed Jones/AFP via Getty Images)

Glaubt man den Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO), dann ist Nordkorea bis jetzt verschont geblieben. Laut der WHO-Datenbank gehört neben Lesotho, Turkmenistan und Tadschikistan auch der isolierte Staat in Ostasien mit seinem langen Grenzverlauf zu China zu den sehr wenigen Ländern der Welt, die keinen einzigen Infektionsfall mit dem neuartigen Coronavirus zählen.

Inhalt:
  1. Nordkorea und Corona: Homeschooling ohne Internet
  2. Nur wenige Nordkoreaner haben einen Computer

Damit dies so bleibt, hat Nordkoreas Regierung schon Ende Januar begonnen, die Grenzen zu China und Russland zu schließen. Weil neben dem Importieren des Virus aber auch Versammlungen über längere Zeiträume die Infektionsgefahr erhöhen, bleiben derzeit auch die Schulen im Land geschlossen.

Allerdings gehört Bildung zu den wichtigsten Tugenden in Nordkorea. So haben sich die Offiziellen eine Strategie überlegt, wie die Kinder des Landes auch in Zeiten von Covid-19 weiterhin lernen können. Laut der nordkoreanischen Nachrichtenseite Arirang Meari sind seit Mitte April Schulen im ganzen Land auf Onlineunterricht umgestiegen.

Schüler ab der Mittelschule sollen demnach auf das Programm Top Student Companion zurückgreifen, durch das sie von Lehrern gestellte Aufgaben in diversen Fächern lösen und so ihren eigenen Lernfortschritt überprüfen. Arirang Meari berichtet, Lehrer, Schüler und Eltern seien begeistert.

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Top Student Companion wurde nicht erst akut für den Umgang mit Covid-19 entwickelt, sondern ist eine Software, mit der sich Schüler eigentlich Schritt für Schritt auf das Universitätsstudium vorbereiten. Angelegt ist sie insbesondere für koreanische Linguistik, Englisch, Geschichte, Geografie, Mathematik, Physik und Chemie.

Neben der Wiederholung von Lehrinhalten, die User am Bildschirm lesen, wird Wissen abgefragt. Getestet wird aber auch analytisches Verständnis. Die Applikation beinhaltet den Lehrstoff bis zum 12. Schuljahr, nach dem für die besten Schüler, sofern sie keinen Militärdienst leisten müssen, die Universitätslaufbahn beginnt.

Mit buntem Design und einer Taskleiste auf der linken Seite sieht das Navigieren durch die App einfach und verständlich aus. Um sie zu nutzen, wird auch nicht notgedrungen ein Computer benötigt. Ein Smartphone mit den entsprechenden Funktionen genügt.

Erst Anfang April wurde im Land eine neue Version der nationalen Smartphone-Reihe "Pyongyang" vorgestellt, das Pyongyang 2428. Es soll unter anderem ein Full-HD-Display haben, Gesichtserkennung zulassen und Wireless Charging ermöglichen. Und damit kann die Bildungs-App genutzt werden, die nun so nützlich sein soll.

Was modern klingt, wirft zugleich eine Frage auf: Hat wirklich jeder Schüler Zugang zu dieser Software? Eine 2018 veröffentlichte Umfrage des koreanischen Statistikamts, die maßgeblich auf Fragebögen der UN-Organisation Unicef basiert und auch teilweise von dieser überwacht wurde, deutet kaum darauf hin.

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Nur wenige Nordkoreaner haben einen Computer 
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qwertzwerg 08. Mai 2020

Möchte man bei solchen Posts von unseren Schulen auch denken.... Quelle? Dachte ich mir.

Eheran 05. Mai 2020

Das ist doch für eine Diktatur (von außen betrachtet) kein Schritt in die richtige...

[gelöscht] 05. Mai 2020

M.P. 05. Mai 2020

Aber Telefonleitungen sind zu schmalbandig, und Datenträger zum Transportieren wird es...


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