Nur wenige Nordkoreaner haben einen Computer

Zum Zeitpunkt der Datenerhebung hatten demnach 18 Prozent der nordkoreanischen Haushalte einen Computer. Sie sind auch nicht leicht zu bekommen. Ob der Knappheit hochtechnologischer Güter sind selbst gebrauchte Notebooks teuer. Aus China importierte Laptops werden für umgerechnet mehrere Hundert Euro gehandelt.

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Auch der Zugang zu Smartphones ist stark begrenzt. Laut der Umfrage besaßen 48 Prozent der Frauen und 56 Prozent der Männer zwischen 15 und 49 Jahren ein Mobiltelefon, wobei nicht klar ist, auf welchem technologischen Stand die Handys waren. Immerhin 86 Prozent dieser Bevölkerungsgruppe hatte in den vorausgegangenen drei Monaten ein Handy benutzt. Nur lässt sich kaum regelmäßig etwas erlernen, wenn man zu seinen Werkzeugen nur gelegentlich Zugang hat.

"Es ist höchst unsicher, ob das Onlinelernprogramm wirklich alle Schüler erreicht", sagte Chung Eun-chan, Professorin und Expertin für Nordkorea am staatlichen Bildungsinstitut für Wiedervereinigung in Südkorea, dem Sender Korean Broadcasting Service. Zur Frage der Hardware kommt die der Verbindung.

Statt eines offenen Internets bietet Nordkorea seinen Bürgern ein Intranet, durch das nur bestimmte Inhalte abrufbar sind. "Aber dafür muss man bestimmte Orte aufsuchen. In privaten Haushalten gibt es weitere Restriktionen", sagt Chung. "Für Schüler ist es also sehr schwierig, frei nach Informationen zu suchen oder am Onlineunterricht teilzunehmen."

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Trotzdem bedeutet die Initiative, den Unterricht in den virtuellen Raum zu verlagern, wohl auch in Nordkorea einen Schritt in Richtung Zukunft. Das Staatsorgan Rodong Sinmun erkannte Anfang April an, dass es Schwierigkeiten gibt, die technologischen Unterschiede zwischen den städtischen und ländlichen Regionen des Landes zu überbrücken.

Durch ein Fortschreiten von Onlinekursen soll dies Stück für Stück gelingen. Dabei ist die Durchdringung von digitalem Lernen derzeit weniger ein Problem der Software als der Infrastruktur, von zuverlässiger Stromversorgung bis zu Netzanschlüssen im ganzen Land.

Zumindest für die Bildungselite ist das Studieren ohne Bücher nichts ganz Neues mehr. Die im Land renommierte Kim-Il-sung-Universität, an der auch der Enkel des Namensgebers und regierende Staatsschef Kim Jong-un studierte, vergibt seit 2018 Diplome für digital absolvierte Kurse.

Die Technische Universität Kim Chaek hat laut nordkoreanischen Medien zudem eine Distance-Learning-Plattform entworfen, die ihren Usern je nach deren Abschneiden individuelle Lernvorschläge macht. Allerdings steht und fällt auch diese Technologie, damit sie allen hilft, mit dem Zugang für alle. Und falls in Nordkorea doch schon Covid-19-Infektionsfälle festgestellt wurden, wie der US-amerikanische Sender Radio Free Asia berichtete, wird die Regierung in Pjöngjang zunächst andere Probleme haben, als die Haushalte des Landes ans Netz anzuschließen.

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 Nordkorea und Corona: Homeschooling ohne Internet
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qwertzwerg 08. Mai 2020

Möchte man bei solchen Posts von unseren Schulen auch denken.... Quelle? Dachte ich mir.

Eheran 05. Mai 2020

Das ist doch für eine Diktatur (von außen betrachtet) kein Schritt in die richtige...

[gelöscht] 05. Mai 2020

M.P. 05. Mai 2020

Aber Telefonleitungen sind zu schmalbandig, und Datenträger zum Transportieren wird es...



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