Abo
  • Services:

Nordkorea: Kaum Fehler in der Matrix

Allen Umständen zum Trotz ist Nordkorea auf dem Weg, ein wichtiges Offshorezentrum für Programmierung zu werden. Für ausländische Auftraggeber wird bereits programmiert - das Potenzial scheint beträchtlich.

Artikel von Felix Lill veröffentlicht am
Dunkel und hell: Nord- und Südkorea bei Nacht, aufgenommen von der ISS aus
Dunkel und hell: Nord- und Südkorea bei Nacht, aufgenommen von der ISS aus (Bild: Nasa/Public Domain)

Wer Satellitenbilder von der koreanischen Halbinsel bei Nacht sieht, bekommt einen klaren Eindruck: Im Süden liegt ein ständig leuchtendes Hightechland, in dem rund um die Uhr Computer und andere Elektronik laufen. Darüber, im Norden, ist ein schwarzer Fleck. So zeigt sich der Unterschied zwischen dem wohlhabenden Südkorea und dem isolierten, armen Nordkorea, wo viele Gegenden auch im Jahr 2018 noch keinen Strom haben.

Inhalt:
  1. Nordkorea: Kaum Fehler in der Matrix
  2. Ein eigenes Linux und kein Zugang zum WWW

Worüber solche Bilder aber hinwegtäuschen: Auch im Norden gibt es Computer und vor allem Menschen, die damit viel anstellen können. Von Beobachtern, die sich mit den in Nordkorea vorhandenen Technologiekenntnissen beschäftigen, wird immer häufiger erwähnt, dass das Land ein wichtiger Standort für IT-Lösungen werden könnte. Teilweise ist es das sogar bereits, allen UN-Sanktionen und den nur sehr begrenzt verfügbaren Internetzugängen zum Trotz.

Seit Jahren schließen Nordkoreaner bei länderübergreifenden Programmierwettbewerben gut ab. 2016 landete ein Team nordkoreanischer Studenten beim International-Collegiate-Programming-Wettbewerb, bei dem Lösungen für verschiedene Programmierprobleme gefordert waren, von 100 Mannschaften auf Platz 28. Damit lag es vor der IT-Hochburg Stanford University und gleichauf mit der ebenfalls angesehenen Cornell University sowie der südkoreanischen Tophochschule Korea Advanced Institute of Science and Technology.

Wenig offizielle Zahlen

Bei der Internationalen Mathematik-Olympiade, einem Wettbewerb von Studenten aus rund 100 Ländern, landete Nordkorea in der Gesamtwertung bisher jedes Mal mindestens unter den ersten 19. Seit Jahren werden IT-Leistungen, von Programmierungen für Videospiele über Gesichtserkennung bis zu Animationen, aus Ländern von den Niederlanden bis Thailand nach Nordkorea outgesourct. Offizielle Zahlen über die Größe dieses Wirtschaftszweigs für das ansonsten weitgehend abgeschottete Land sind zwar nicht bekannt. Sicher scheint aber, dass auch die zuletzt verhängten UN-Sanktionen, die dies unterbinden sollten, es nicht völlig verhindern. Es ist ein offenes Geheimnis, dass sich chinesische und russische Firmen über die Bestimmungen hinwegsetzen. Das dürfte den IT-Sektor nicht ausschließen.

Stellenmarkt
  1. FLOCERT GmbH, Bonn
  2. ING-DiBa AG, Frankfurt

"Viele Unternehmen, die Dienste aus dem Ausland beziehen, wissen gar nicht genau, wo einige Leistungen tatsächlich erbracht werden. Und man hört, dass es in Nordkorea ein etabliertes Geschäftsmodell ist, für das Ausland zu programmieren", sagt Nils Weisensee, ein in Schanghai ansässiger Unternehmer, der für die Nichtregierungsorganisation Choson Exchange Nordkoreanern unternehmerisches Wissen vermittelt. Weisensee kann sich vorstellen, dass Nordkorea als Ziel für Outsourcing in Zukunft beliebter werde, wenn die Sanktion wieder gelockert würden - schon weil es im Land dazu die passenden Arbeitskräfte gebe.

"In unseren Kursen über Unternehmensgründung, die wir im Land geben, haben wir immer wieder Teilnehmer, die kreative IT-Lösungen für ihre Probleme finden", sagt Weisensee. Einer zum Beispiel sei der Gründer einer Drogeriemarktkette, die ein System für die Vereinheitlichung der Einnahmen in allen Filialen finden musste. "Da mangels Internetzugangs für die Durchschnittsbevölkerung keine Filiale mit der anderen drahtlos verbunden ist, operiert jeder Laden separat in einer Buchhaltungssoftware, und am Ende werden die Dateien über USB-Sticks an einem zentralen Ort zusammengetragen." Das klingt nicht nach Hightech, sei aber eine kreative Lösung in Anbetracht der Möglichkeiten.

Ein eigenes Linux und kein Zugang zum WWW 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 45,99€
  2. 18,99€
  3. 34,99€

Muaddib 10. Jan 2019

Im Gegensatz zur westlichen Welt haben die dafür einen ultra niedrigen CO&#8322...

MickeyKay 14. Dez 2018

Klar, das stimmt natürlich. Der Duden soll ja auch nur den jetzigen Stand der Sprache...

plutoniumsulfat 11. Dez 2018

Sind scharf, aber gibt es hier auch NSLs etc?

DY 06. Dez 2018

aber sie werden ins narrativ einsortiert ;-) https://www.zerohedge.com/news/2018-08-24...

Kelran 06. Dez 2018

Also einmal abgesehen von der moralischen Frage, dürfte das nur bei sehr einfachen...


Folgen Sie uns
       


Samsung Galaxy Watch Active - Hands on

Samsungs neue Smartwatch Galaxy Watch Active richtet sich an sportliche Nutzer. Auf eine drehbare Lünette wie bei den Vorgängermodellen müssen Käufer aber verzichten.

Samsung Galaxy Watch Active - Hands on Video aufrufen
Galaxy S10e im Test: Samsungs kleines feines Top-Smartphone
Galaxy S10e im Test
Samsungs kleines feines Top-Smartphone

Mit dem Galaxy S10e bietet Samsung auch ein kompaktes Modell seiner neuen Oberklasse-Smartphone-Serie an. Beim Gerät gibt es zwar ein paar Abstriche bei der Hardware, es liegt aber fantastisch in der Hand und macht super Fotos - für uns der klare Geheimtipp der neuen Reihe.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Samsung Galaxy M20 kommt an drei Tagen nach Deutschland
  2. Smartphone Samsungs LPDDR4X-Speicher fasst 12 GByte
  3. Non-Volatile Memory Samsung liefert eMRAM aus

Geforce GTX 1660 im Test: Für 230 Euro eine faire Sache
Geforce GTX 1660 im Test
Für 230 Euro eine faire Sache

Die Geforce GTX 1660 - ohne Ti am Ende - rechnet so flott wie AMDs Radeon RX 590 und kostet in etwa das Gleiche. Der klare Vorteil der Nvidia-Grafikkarte ist die drastisch geringere Leistungsaufnahme.

  1. Nvidia Turing OBS unterstützt Encoder der Geforce RTX
  2. Geforce GTX 1660 Ti im Test Nvidia kann Turing auch günstig(er)
  3. Turing-Grafikkarten Nvidias Geforce 1660/1650 erscheint im März

Fido-Sticks im Test: Endlich schlechte Passwörter
Fido-Sticks im Test
Endlich schlechte Passwörter

Sicher mit nur einer PIN oder einem schlechten Passwort: Fido-Sticks sollen auf Tastendruck Zwei-Faktor-Authentifizierung oder passwortloses Anmelden ermöglichen. Golem.de hat getestet, ob sie halten, was sie versprechen.
Ein Test von Moritz Tremmel

  1. E-Mail-Marketing Datenbank mit 800 Millionen E-Mail-Adressen online
  2. Webauthn Standard für passwortloses Anmelden verabschiedet
  3. Studie Passwortmanager hinterlassen Passwörter im Arbeitsspeicher

    •  /