Ein eigenes Linux und kein Zugang zum WWW

Dass es in Nordkorea ausgeprägtes Programmierwissen gibt, ist kein Geheimnis. Anfang des laufenden Jahrzehnts sollen im Land rund 10.000 Menschen mit einer Informatikausbildung gelebt haben (PDF), mittlerweile könnten es doppelt so viele sein. Seit 2002 arbeitet das Land an seinem eigenen Betriebssystem Red Star, das in seiner aktuellen Version 3.0 vor allem auf Backendcomputern genutzt wird. Die Linux-Distribution hat als vorinstallierte Programme einen Texteditor, Applikationen zum Öffnen von Bildern, Videos und Audiodateien, eine Funktion zum Schreiben von Emails sowie mehrere Computerspiele. Auch wenn mehrere Elemente von Windows oder MacOS nachgeahmt scheinen, ist laut einer vor drei Jahren erstellten Analyse für den Chaos Computer Club der Großteil des Codes nordkoreanischen Ursprungs.

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Zu den Besonderheiten gehört demnach das Überwachungspotenzial durch Red Star. Eine Funktion ermögliche es, im Betriebssystem geöffnete Dateien anhand der Seriennummer der Festplatte mit einem Wasserzeichen zu versehen, wodurch sich die Verbreitung solcher Dateien nachverfolgen lässt. Auch USB-Sticks und SD-Karten, über die in Nordkorea verbotene Inhalte wie Filme und Texte geteilt werden, lassen sich so markieren. Zudem diene ein Antivirenprogramm, das auf Red Star installiert ist, tatsächlich der Löschung von Dateien, in denen unerwünschte Charakteristika entdeckt werden. Die Nutzer, auch wenn dies vor allem Regierungsangestellte sind, scheinen von diesen Eigenschaften ihres Betriebssystems wenig zu ahnen.

Das staatliche Intranet als Einbahnstraße

Von den Inhalten des Internets wissen die meisten Nutzer offenbar ebenfalls wenig. Schließlich ist das staatliche Intranet Kwangmyong keine Verbindung zur Welt, sondern eine Einbahnstraße zu Universitäten, Bibliotheken und anderen offiziellen Institutionen des Landes. Es bietet also keine Chatfunktionen zwischen den Usern, dafür aber Onlineshopping, On-Demand-Videos und Mediatheken, in denen eine Woche lang Nachrichtenprogramme und ähnliches angesehen werden können. An das World Wide Web ist es allerdings nicht angeschlossen.

Doch hält diese Einschränkung das Land nicht davon ab, qualitativ hochwertige Programmierleistungen zu erreichen. Denn während die Mehrheit der Bevölkerung gar keinen Zugang zu Computern hat, werden vielversprechende Köpfe schon im jungen Alter unter privilegierten Bedingungen in Spezialschulen ausgebildet. Wer dort heraussticht, kann an chinesischen Universitäten studieren und dort das Internet nutzen. Bisher ist dieser Mangel an Informationszugang, mehr als die UN-Sanktionen, die größte Bremse für die Entwicklung einer größeren IT-Branche in Nordkorea.

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Laut Martyn Williams, der die auf Technologie in Nordkorea spezialisierte Website NK Tech betreibt, wird dieses Wissen indes oft nicht direkt konstruktiv eingesetzt. Dem Onlinemagazin Mic.com sagte Williams: "Dort geht es nicht einmal vor allem um die Entwicklung von Software, die für das Bauen von Fabriken helfen wird. Der Fokus liegt auf dem Hacken." Allerdings wird ein solcher Schwerpunkt vor allem durch entsprechende Auftraggeber bestimmt. Ein wachsendes Outsourcing nach Nordkorea könnte diesen Fokus beeinflussen.

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 Nordkorea: Kaum Fehler in der Matrix
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Muaddib 10. Jan 2019

Im Gegensatz zur westlichen Welt haben die dafür einen ultra niedrigen CO&#8322...

MickeyKay 14. Dez 2018

Klar, das stimmt natürlich. Der Duden soll ja auch nur den jetzigen Stand der Sprache...

plutoniumsulfat 11. Dez 2018

Sind scharf, aber gibt es hier auch NSLs etc?

Anonymer Nutzer 06. Dez 2018

aber sie werden ins narrativ einsortiert ;-) https://www.zerohedge.com/news/2018-08-24...

Kelran 06. Dez 2018

Also einmal abgesehen von der moralischen Frage, dürfte das nur bei sehr einfachen...


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