Abo
  • IT-Karriere:

Noonee: Exoskelett ermöglicht Sitzen ohne Stuhl

Die Arbeit an der Fertigungslinie ist oft anstrengend und ermüdend. Das Schweizer Unternehmen Noonee hat für die Mitarbeiter eine Erleichterung konstruiert: eine Sitzgelegenheit, die sie sich an den Körper schnallen.

Artikel veröffentlicht am ,
Sitzen per Exoskelett: Golem.de-Videoredakteur Martin Wolf testet den Chairless Chair.
Sitzen per Exoskelett: Golem.de-Videoredakteur Martin Wolf testet den Chairless Chair. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)

Erst ein Gurt um den Bauch, der mit einem Klettverschluss geschlossen wird, dann rasten zwei Schultergurte ein. Jedes Bein wird am Oberschenkel und am Fuß festgeschnallt, dann hängt das Gerüst am Körper. Die ersten Schritte sind etwas gewöhnungsbedürftig, immerhin hängen jetzt knapp vier Kilogramm an der Rückseite. Dann in die Knie gehen, die rechte Hand sucht nach einem gelben Hebel, zieht - und ich sitze.

Stellenmarkt
  1. Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB, Karlsruhe
  2. Klöckner Pentaplast GmbH, Heiligenroth

Chairless Chair heißt das Exoskelett, das das Schweizer Unternehmen Noonee auf der Hannover Messe (Halle 2, Stand C39) vorstellt. Wearable Ergonomic Mechatronic Devices (WEMDs), etwa: tragbare ergonomische mechatronische Geräte, nennt Noonee diese Art von Exoskeletten. Gedacht ist der Chairless Chair für den Einsatz in der Industrie.

Das Exoskelett hat keine Motoren

Aber im Gegensatz zu Systemen wie dem Hybrid Assistive Limb des japanischen Unternehmens Cyberdyne verleiht dieses System keine Riesenkräfte durch Motoren. Es ist passiv und unterstützt den Träger, indem es ihm sein eigenes Gewicht abnimmt.

  • Das Exokselett Chairless Chair ist eine Sitzhilfe für Mitarbeiter in der Produktion. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Das Exoskelett wird zuerst an den Körper geschnallt. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Die Sitzposition kann stufenlos eingestellt werden. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Das System merkt sich die Einstellung - der Träger kann aufstehen und sich wieder in die gleiche Position setzen. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Der Chairless Chair soll den Träger bei schwerer Arbeit entlasten. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
Das Exokselett Chairless Chair ist eine Sitzhilfe für Mitarbeiter in der Produktion. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)

Die Idee ist, Mitarbeitern in der Produktion die Arbeit zu erleichtern. Sie könnten sich darauf absetzen, erläutert Johanna Stokar von Noonee im Gespräch mit Golem.de. Das entlaste Knie, Rücken und Nacken. Der Träger kann sich die Sitzhilfe individuell und stufenlos einrichten - die niedrigste mögliche Position ist ein 90-Grad-Winkel zwischen Unter- und Oberschenkel.

Der Chairless Chair merkt sich die Sitzposition

Hat der Träger die gewünschte Position erreicht, zieht er mit der rechten Hand einen kleinen Hebel und arretiert so den Sitz. Das System merkt sich diese Einstellung. Dadurch kann der Träger aufstehen und sich später wieder in die gleiche Position setzen, ohne dass er den Sitz neu einstellen oder arretieren muss. Da der Chairless Chair relativ leicht ist, kann der Träger damit auch kurze Strecken gehen.

Die Schweizer haben das System mit einem Vorserienmodell etwa anderthalb Jahre lang getestet. Mitarbeiter verschiedener Unternehmen, darunter etwa Audi, BMW, Continental, Daimler oder Porsche, haben den Chairless Chair getragen und geholfen, ihn zu verbessern. Ursprünglich habe das Exoskelett eine elektronische Steuerung gehabt, erzählt Stokar. Die Fernbedienung dafür sei am Gürtel getragen worden.

Das Laden der Akkus war unpraktisch

Damit hätten sich aber viele der Probanden unwohl gefühlt. Außerdem habe sich das Laden der Akkus als unpraktisch erwiesen, wenn die Chairless Chairs mit Schichtbetrieb eingesetzt werden sollten: Wenn das Laden vergessen wurde, stand das Exoskelett nicht zur Verfügung. Deshalb sei das System jetzt passiv.

Noonee gibt es seit 2014, es ist eine Ausgründung der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich. Der Chairless Chair ist seit etwa zwei Wochen auf dem Markt und kostet 3.750 Euro.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 2,99€
  2. 0,00€
  3. 3,99€
  4. 37,49€

MarioWario 03. Mai 2017

Da wäre ich wirklich vorsichtig - vllt. fehlt der Reiz bei geraden, inneren Muskeln und...

hjp 02. Mai 2017

Ja, natürlich. Und in den Details sicherlich auch ganz anders. Sollte nur ein...

RandomCitizen 02. Mai 2017

Wenigstens kann man nicht passiv-sitzen ;)

TC 28. Apr 2017

Aber natürlich die chinesische Kopie für 50¤

floewe 28. Apr 2017

nix weiter


Folgen Sie uns
       


OnePlus 7 Pro - Test

Das Oneplus 7 Pro hat uns im Test mit seiner guten Dreifachkamera, dem großen Display und einer gelungenen Mischung aus hochwertiger Hardware und gut laufender Software überzeugt.

OnePlus 7 Pro - Test Video aufrufen
Kontist, N26, Holvi: Neue Banking-Apps machen gute Angebote für Freelancer
Kontist, N26, Holvi
Neue Banking-Apps machen gute Angebote für Freelancer

Ein mobiles und dazu noch kostenloses Geschäftskonto für Freiberufler versprechen Startups wie Kontist, N26 oder Holvi. Doch sind die Newcomer eine Alternative zu den Freelancer-Konten der großen Filialbanken? Ja, sind sie - mit einer kleinen Einschränkung.
Von Björn König


    Oneplus 7 Pro im Hands on: Neue Konkurrenz für die Smartphone-Oberklasse
    Oneplus 7 Pro im Hands on
    Neue Konkurrenz für die Smartphone-Oberklasse

    Parallel zum Oneplus 7 hat das chinesische Unternehmen Oneplus auch das besser ausgestattete Oneplus 7 Pro vorgestellt. Das Smartphone ist mit seiner Kamera mit drei Objektiven für alle Fotosituationen gewappnet und hat eine ausfahrbare Frontkamera - das hat aber seinen Preis.
    Ein Hands on von Ingo Pakalski

    1. Oneplus 7 Der Nachfolger des Oneplus 6t kostet 560 Euro
    2. Android 9 Oneplus startet Pie-Beta für Oneplus 3 und 3T
    3. MWC 2019 Oneplus will Prototyp eines 5G-Smartphones zeigen

    Chromium: Der neue Edge-Browser könnte auch Chrome besser machen
    Chromium
    Der neue Edge-Browser könnte auch Chrome besser machen

    Build 2019 Wie sieht die Zukunft des Edge-Browsers aus und was will Microsoft zum Chromium-Projekt beitragen? Im Gespräch mit Golem.de gibt das Unternehmen die vage Aussicht auf einen Release für Linux und Verbesserungen in Google Chrome. Bis dahin steht viel Arbeit an.
    Von Oliver Nickel

    1. Insiderprogramm Microsoft bietet Vorversionen von Edge für den Mac an
    2. Browser Edge auf Chromium-Basis wird Netflix in 4K unterstützen
    3. Browser Microsoft lässt nur Facebook auf Flash-Whitelist in Edge

      •  /