Non-Disclosure Agreement: OpenAI irritiert mit umstrittener Geheimhaltungsregelung

Nach dem Führungschaos im vergangenen November gibt es erneut Verwirrung um den Abgang hochrangiger Beschäftigter bei OpenAI. Der ChatGPT-Entwickler wurde laut Medienberichten für ungewöhnlich strikte Geheimhaltungsvereinbarung kritisiert. Kritische Mitarbeiter liefen damit Gefahr, hohe Geldsummen zu verlieren.
Das US-Magazin Vox(öffnet im neuen Fenster) berichtete, dass ehemaligen OpenAI-Beschäftigten der Verlust ihrer Unternehmensanteile drohe, sollten sie nicht einer Trennungsvereinbarung zustimmen. Diese beinhaltete laut Vox das lebenslange Untersagen von Kritik an OpenAI.
CNBC(öffnet im neuen Fenster) konnte einen Blick auf ein internes Memo an ehemalige Beschäftigte werfen, in dem OpenAI diese Regelung nun zurücknimmt. "Unabhängig davon, ob Sie die Vereinbarung unterzeichnet haben, teilen wir Ihnen mit, dass OpenAI keine unverfallbaren Anteile storniert hat und auch nicht stornieren wird" , heißt es darin.
Ex-Angestellte mussten sich zwischen Kritik und Geld entscheiden
Das ehemalige Mitglied von OpenAIs Sicherheitsteam Daniel Kokotajlo schrieb in einem Forum(öffnet im neuen Fenster) , er wisse nicht, "ob das Opfer es wert war" , den hohen Wert aufzugeben, um sich "die Möglichkeit zu bewahren, das Unternehmen in Zukunft zu kritisieren."
Allein die Unternehmensanteile, die er in seiner Zeit beim Unternehmen erworben habe, lägen bei 85 Prozent des Vermögens seines gesamten Haushalts. OpenAI wurde Anfang des Jahres mit 80 Milliarden US-Dollar(öffnet im neuen Fenster) bewertet.
Altman entschuldigt sich, OpenAI ändert die Regeln
Unternehmenschef Sam Altman entschuldigte sich öffentlich(öffnet im neuen Fenster) . Man sei bereits im April dabei gewesen, die Standardunterlagen anzupassen. Man habe nie Kapital "von irgendjemandem zurückgefordert und [wir] werden das auch nicht tun, wenn die Leute keine Trennungsvereinbarung unterschreiben" , sagte der CEO. Es sei ihm unangenehm, aber er habe von den entsprechenden Passagen nichts gewusst.
Laut einem Folgebericht von Vox(öffnet im neuen Fenster) liegen der Redaktion allerdings Belege vor, denen zufolge Altman entsprechende Unterlagen im April 2023 abzeichnete.
Sollten Kritiker zum Schweigen gebracht werden?
Die Berichte kamen auf, nachdem hochrangige OpenAI-Beschäftigte wie Ilya Sutskever das Unternehmen kürzlich verlassen hatten . Sutskever spielte als Vorstandsmitglied eine zentrale Rolle um den zeitweisen Rauswurf von Sam Altman Ende vergangenen Jahres .
Nach dem Abgang von Sutskever und weiteren zentralen Beschäftigten löste OpenAI das Team auf , das sich mit der Möglichkeit der Entwicklung einer Superintelligenz beschäftigen sollte.



