Nokia siegt vor Gericht: Acer und Asus stoppen Verkauf von Notebooks und PCs
Nokia hat in Deutschland ein Verkaufsverbot für Notebooks und PCs der Hersteller Acer und Asus erwirkt. Ein entsprechendes Urteil des Landgerichts München I wurde bereits am 22. Januar 2026 gefällt (Az.: 7 O 4102/25(öffnet im neuen Fenster) ). Seit Kurzem zeigen sich die Folgen dieser Entscheidung.
Die Webseiten von Acer(öffnet im neuen Fenster) und Asus(öffnet im neuen Fenster) sind derzeit nicht nutzbar. Beide Hersteller geben Wartungsarbeiten als Grund für das Fehlen aller Inhalte an und machen keine Angaben zu den Rechtsstreitigkeiten.
Acer erklärte in einer Stellungnahme, die PC-Welt(öffnet im neuen Fenster) vorliegt, dass die "Vertriebsmaßnahmen in Deutschland für betroffene Produkte vorübergehend" eingestellt worden seien. Als Grund nannte der Hersteller das Urteil des Landgerichts München I und betonte, geistiges Eigentum anderer Unternehmen und Organisationen zu respektieren.
Acer bestätigte Verkaufsstopp
In der Acer-Stellungnahme werden die betroffenen Produkte nicht ausdrücklich genannt, nach derzeitigem Kenntnisstand dürften Notebooks und PCs betroffen sein. Parallel zum Verkaufsstopp "prüfen wir den Einsatz weiterer rechtlicher Mittel, um schnellstmöglich eine faire Lösung zu erreichen" , heißt es von Acer.
Der Hersteller will andere "Produktkategorien wie Monitore, Router, E-Scooter und Zubehör" weiterhin anbieten, allerdings stellt die Acer-Homepage keine Inhalte bereit.
Hisense hat Nokia-Patente lizenziert
In dem Rechtsstreit ging Nokia auch gegen den TV-Hersteller Hisense vor. Dieser einigte sich Anfang Januar 2026 mit Nokia auf eine mehrjährige Lizenzierung der Patente(öffnet im neuen Fenster) . Im Zuge dessen wurden alle Klagen in dem Verfahren eingestellt.
In dem Rechtsstreit geht es unter anderem um das Nokia-Patent EP2661892(öffnet im neuen Fenster) , das ein Verfahren zur Codierung von h.265-Videodateien abdeckt. Damit lassen sich hochauflösende Videos in hoher Qualität und mit möglichst wenig Datenmengen übertragen. Das Verfahren wird von vielen Computern, Notebooks, Smartphones, Smart-TVs und Streaminggeräten verwendet.
Nokia und bisherige Patentrechtsklagen
In der jüngeren Vergangenheit ging Nokia erfolgreich gegen mehrere Unternehmen wegen Patentrechtsverletzung vor. So musste Amazon die meisten Fire-TV-Geräte für ein halbes Jahr vom Markt nehmen und konnte die Produkte erst wieder verkaufen, nachdem Amazon die entsprechenden Nokia-Patente lizenziert hatte .
Oppo war aufgrund eines Rechtsstreits mit Nokia 3,5 Jahre nicht in Deutschland aktiv ; bei der Oppo-Tochter Oneplus dauerte die Abwesenheit vom deutschen Markt rund acht Monate – in beiden Fällen wurden Nokia-Patente lizenziert.
Nachtrag vom 18. Februar 2026
Asus hat mittlerweile bestätigt(öffnet im neuen Fenster) , dass die Asus-Webseite in Deutschland aufgrund des Rechsstreits mit Nokia abgeschaltet wurde. Derzeit würden weitere rechtliche Schritte geprüft. Alle Garantie- und Serviceleistungen wolle Asus wie gewohnt erfüllen.
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