Nokia, Ericsson: China prüft Gegenmaßnahmen bei Huawei-Ausschluss in der EU

Im Handelskrieg zwischen den USA und China droht eine weitere Zuspitzung. Die umfassenden Niederlassungen von Ericsson und Nokia in China sind unter Druck.

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Ericsson nennt einige seiner Niederlassungen in China
Ericsson nennt einige seiner Niederlassungen in China (Bild: Ericsson)

Die chinesische Regierung erwägt Maßnahmen gegen die chinesischen Aktivitäten von Nokia und Ericsson, falls Staaten der Europäischen Union den Ausschluss von Huawei bei 5G-Netzen beschließen sollten. Das berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die umstrittene Trump-Regierung will ihre Verbündeten dazu bringen, Huawei als Mobilfunkausrüster auszuschließen. Beweise für ihre Spionagevorwürfe gegen Huawei können die USA nicht vorweisen.

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Das chinesische Handelsministerium denkt demnach über Exportkontrollen nach, die Nokia und Ericsson daran hindern würden, in China hergestellte Produkte in andere Länder zu liefern. Laut einer Quelle sei dies aber ein Worst-Case-Szenario, das nur angewendet würde, wenn die europäischen Länder die chinesischen Ausrüster aus den 5G-Netzen verbannen würden.

Wie chinesisch sind Nokia und Ericsson?

Nokia und Ericsson produzieren in direkter Nachbarschaft von Huawei und ZTE im südchinesischen Shenzhen. Basierend auf den Geschäftsberichten der Unternehmen schätzten Citi-Analysten, dass die Produktionsflächen von Ericsson in China im Jahr 2018 rund 45 Prozent und von Nokia 10 Prozent der Produktionsflächen des Gesamtkonzerns ausmachten. Die Schätzungen der Analysten enthalten nicht den Einsatz von chinesischen Subunternehmen durch die beiden Konzerne. Sowohl Nokia als auch Ericsson haben laut Wall Street Journal Produktionsstätten und Tausende Beschäftigte in China: Nokia hat eine Fabrik und insgesamt rund 16.000 Beschäftigte, viele davon in Forschung und Entwicklung in der Region Greater China, zu der auch Hongkong und Taiwan gehören. Ericsson verfügt über eine Produktionsstätte sowie Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen in China und beschäftigt rund 14.000 Personen in der Region Nordostasien, zu der China, Japan, Südkorea und Taiwan gehören.

Beide Konzerne könnten chinesische Beschränkungen bewältigen, indem sie die Produktion an einen anderen Ort in Asien oder nach Europa oder Nordamerika verlagern, sagte eine mit den Unternehmen vertraute Personen dem Wall Street Journal.

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In diesem Jahr erhielt Ericsson große Aufträge zur Lieferung von 5G-Ausrüstung an die drei großen staatlichen Mobilfunkbetreiber Chinas: Der schwedische Ausrüster Ericsson hatte einen Vertrag mit China Mobile mit einem Volumen von rund 593 Millionen US-Dollar abgeschlossen und den Zuschlag für einen zweistelligen Millionenanteil an einer 5G-Ausschreibung von China Telecom und China Unicom erhalten.

Nokia musste sich vom Markt für 5G-Mobilfunkstationen in China zurückziehen. Laut Angaben des chinesischen Staatsmediums China.org.cn sind technische Probleme die Ursache, dass Nokia fast keine 5G-Aufträge von China Mobile, China Telecom und China Unicom erhalten hat. Laut chinesischer Darstellung war die Herausforderung für Nokia, seine 5G-Produkte wettbewerbsfähiger zu machen, da das Unternehmen "mit der Bewältigung von Kosten und Lieferverzögerungen zu kämpfen hatte".

Die EU hat Huawei nicht ausgeschlossen, gab im Januar jedoch 5G-Sicherheitsempfehlungen heraus. Es wird erwartet, dass in Kürze ein Bericht veröffentlicht wird, der darlegt, wie die 27 Mitgliedstaaten das Instrumentarium angenommen haben. Deutschland werde laut dem Bericht voraussichtlich frühestens im September entscheiden, ob Huawei von seinen 5G-Netzen ausgeschlossen wird.

Das chinesische Handelsministerium erklärte am vergangenen Donnerstag, dass das Land als Reaktion auf ein kürzlich von der britischen Regierung erlassenes Verbot von Huawei die notwendigen Maßnahmen zum Schutz der legitimen Rechte chinesischer Unternehmen ergreifen werde.

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