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Nokia-Aktionäre: Deutliche Mehrheit für Handysparten-Verkauf

Zu fast 100 Prozent haben die Aktionäre von Nokia dem Verkauf der Handysparte an Microsoft zugestimmt. Kleinere Anleger beschwerten sich auf der außerordentlichen Aktionärsversammlung aber über die hohe Prämie für Exchef Stephen Elop.
/ Jörg Thoma
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Stephen Elop (l.) und Steve Ballmer (Bild: Alexander Zemlianichenko Jr./Bloomberg)
Stephen Elop (l.) und Steve Ballmer Bild: Alexander Zemlianichenko Jr./Bloomberg

Mit einer deutlichen Mehrheit von über 99 Prozent haben die Nokia-Aktionäre auf einer außerordentlichen Versammlung dem Verkauf der Handysparte an Microsoft zugestimmt. Trotz der deutlichen Mehrheit haben sich einige kleinere Aktionäre über den Ausverkauf beschwert. Außerdem beklagten sie sich über die hohe Abfindung für Ex-Nokia-Chef Stephen Elop, berichtet die Financial Times(öffnet im neuen Fenster) . Der Kanadier erhält nach seinem Rücktritt etwa 19 Millionen Euro . Er wechselt zurück zu Microsoft und gilt als möglicher Nachfolger für den scheidenden Steve Ballmer.

Experten hatten mit einer hohen Zustimmung durch die Aktionäre gerechnet. Obwohl sich der Verkauf von Nokias Lumia-Reihe mit Windows Phone in den vergangenen Monaten verbessert hatte , machte die Handysparte noch immer Verluste, die auch Elop durch den Wechsel von Symbian zu Microsofts mobilem Betriebssystem nicht aufhalten konnte.

Handysparte für fast 4 Milliarden Euro

Microsoft zahlt für Nokias Sparte "Devices & Services" umgerechnet 3,79 Milliarden Euro (5,44 Milliarden US-Dollar). Insgesamt wechseln mit der Übernahme auch rund 32.000 Mitarbeiter von Nokia zu Microsoft, darunter 4.700 Mitarbeiter in Finnland und 18.300, die weltweit in der Produktion arbeiten.

Neben der Smartphone-Marke Lumia übernimmt Microsoft auch Nokias Handygeschäft mit der Marke Asha und lizenziert die Marke Nokia, um den Namen weiterhin für die Produkte nutzen zu können. Nokia bleibt aber selbst im Besitz der Rechte am Namen des Unternehmens. Nokias Kartendienst "Here" übernimmt Microsoft nicht, lizenziert den Dienst aber für vier Jahre. Für die Designpatente zahlt Microsoft weitere 1,65 Milliarden Euro an Nokia.

Nokia konzentriert sich auf seine Netzwerksparte

Der Besitz der fast 30.000 technischen Patente bleibt demnach bei Nokia. Microsoft zahlt lediglich für eine zehnjährige Nutzung der Patente und erhält zusätzlich eine Option, eine spätere unbegrenzte Nutzung auszuhandeln. Die Patente aus Nokias Netzwerksparte Nokia Siemens Network bleiben von der geplanten Übernahme ausgeschlossen. Lediglich ein fünfjähriges beidseitiges Preismoratorium wurde vereinbart, das nicht nur die NSN-Patente, sondern das gesamte Patentportfolio betrifft. Nach eigenem Bekunden will sich Nokia jetzt auf die Netzwerksparte konzentrieren, für die die NSN-Patente notwendig sind.


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