Fazit

Beim Nokia 9 verfolgt HMD Global mit der Pureview-Kamera ein interessantes Konzept, das im Kern allerdings auch nicht neu ist. Huawei hatte bei seinen frühen Multikamerasystemen auch Farb- und Monochromsensoren verbaut, um die Bildqualität zu verbessern - allerdings nie insgesamt fünf.

Grundsätzlich ist die Idee hinter einem derartigen System gut: Durch die Kombination der Bilddaten lassen sich die Bilddynamik, der Kontrast und die Schärfe verbessern. Allerdings wirkt das Konzept auf uns angesichts der Konkurrenz etwas ausgedient: Zahlreiche andere Hersteller kombinieren ebenfalls mehrere Kameras, setzen dabei aber auf praktische Erweiterungen.

Dazu zählen Objektive mit unterschiedlichen Brennweiten, die den kreativen Spielraum erweitern. Das machen unter anderem Huawei, Samsung und LG. Huawei setzt zusätzlich auf mindestens einen Sensor, der eine weitaus höhere Auflösung als die restlichen Sensoren hat - beim P20 Pro und Mate 20 Pro hat dieser 40 Megapixel, bei Honors Magic 2 kommt sogar ein 48-Megapixel-Sensor zum Einsatz. Der Vorteil eines solchen Chips: Der Digitalzoom ist qualitativ wesentlich besser, da mehr Pixel zur Verfügung stehen.

  • Ein mit den fünf Kameras des Nokia 9 gemachtes Foto (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die mit dem Galaxy S10+ gemachte Vergleichsaufnahme  ist etwas ausgewogener belichtet. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der Digitalzoom des Nokia 9 sieht qualitativ nicht besonders ansprechend aus. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Ausschnittsvergrößerung zeigt, dass das Nokia 9 in den Details etwas verwaschen ist. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Beim Galaxy S10+ können wir mehr Details erkennen, die Schärfe ist besser und es gibt weniger Artefakte. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • HMD Global hat auf dem MWC 2019 das Nokia 9 Pureview vorgestellt. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das Nokia 9 hat insgesamt fünf Kameras und einen ToF-Sensor auf der Rückseite. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das Kamerasystem wurde zusammen mit Zeiss entwickelt und soll Verbesserungen bei der Bildqualität bringen. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Geladen wird das Nokia 9 über einen USB-C-Anschluss oder drahtlos. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das Design des Nokia 9 ist schlicht. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Einen Klinkenanschluss für Kopfhörer hat das Nokia 9 nicht. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Frontkamera hat 20 Megapixel. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Das Kamerasystem wurde zusammen mit Zeiss entwickelt und soll Verbesserungen bei der Bildqualität bringen. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Das ist für Nokia-Geräte eigentlich ein alter Hut, wiesen doch bereits das Pureview 808 und das Lumia 1020 Kameras mit 41 Megapixeln auf - und entsprechend gutem Digitalzoom. Uns ist es etwas unerklärlich, warum HMD Global beim Nokia 9 komplett auf dieses in der Vergangenheit erfolgreiche Rezept verzichtet. Dafür können wir den Fokus sehr genau setzen - ob das in der Praxis aber eine solch häufig genutzte Funktion ist, sei dahingestellt.

Ein schlechtes Smartphone ist das Nokia 9 allerdings nicht. Die Hardware ist im Oberklassebereich angesiedelt, zudem bietet das Smartphone mit schnellem LTE und drahtlosem Laden das, was mittlerweile von einem Oberklasse-Smartphone erwartet wird. Dafür finden wir den Preis von 650 Euro durchaus attraktiv. Genauer lässt sich der Preis aber beurteilen, wenn wir das Smartphone mit weiteren aktuellen Topgeräten verglichen haben.

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 Zahlreiche Möglichkeiten bei der Schärfesetzung
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osolemiox 31. Mai 2019

Das Nokia 808 war/ist (ich habe es immer noch hier) auch bei der vollen Auflösung...

osolemiox 31. Mai 2019

Sehe ich nicht so. Sowohl Fake-Schärfeverlaufspielerein, als auch verschiedene...

NeoCronos 27. Feb 2019

schade, dachte das Nokia 9 wäre interessant für mich

Visux 27. Feb 2019

Langsam fangen die neuen Smartphones an zum Problem für Leute mit Trypophobie zu werden ;)



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