Abo
  • IT-Karriere:

Nocommentator: Filterkiste blendet Sportkommentare aus

Das Crowdfunding-Projekt Nocommentator will eine kleine Box finanzieren, die bei Sportübertragungen im Fernsehen den Sprecher ausblendet. Dem Prinzip liegt ein recht alter Trick der Tontechnik zugrunde.

Artikel veröffentlicht am ,
Der Prototyp des Nocommentator
Der Prototyp des Nocommentator (Bild: Wemakeit / Screenshot: Golem.de)

Der Schweizer Tontechniker Martin Born hat ein Gerät namens Nocommentator entwickelt. Wie er im Interview mit Süddeutsche.de erklärt, sei es ihm dabei aber nicht hauptsächlich darum gegangen, die bei manchen Sportfans verhassten Reporter auszuschalten. Vielmehr habe er bei der letzten Fußball-WM beim Zuschauen mit Freunden zu Hause verhindern wollen, dass die Gäste den Kommentator für ihre eigenen Anmerkungen hätten übertönen müssen. Also schaltete er zwischen Fernseher und Stereoanlage ein Mischpult, das den gleichen Zweck wie der Nocommentator erfüllt.

Stellenmarkt
  1. DIBT Deutsches Institut für Bautechnik, Berlin
  2. THD - Technische Hochschule Deggendorf, Deggendorf

Die Funktionsweise beschreibt Born nur als "den alten Karaoketrick", der auf der Subtraktion von Mono-Signalen aus einem Stereo-Klangbild beruht. Auf der Projektseite bei der Crowdfunding-Plattform Wemakeit ist angegeben, dass das Gerät über Stereo-Cinch-Kabel mit Fernseher oder Receiver verbunden werden müsse, offenbar arbeitet es mit analogen Signalen.

Phasenauslöschung lässt Reporter verstummen

Das kann wohl nur bedeuten, dass der Nocommentator mit dem wirklich alten Kniff der Phasenauslöschung arbeitet. Bei einem Stereosignal wird dabei die eine Spur in der Phase invertiert, und mit der anderen Spur gemischt. Signale, die in beiden Spuren gleich und in Mono enthalten sind, werden dabei je nach Qualität der Signale tatsächlich unhörbar. Das lässt sich mit Audioprogrammen und Filtern für Media-Player wie VLC schon lange erreichen, der Nocommentator soll offenbar nur die Nutzung erleichtern. Auch Noise-Cancelling-Kopfhörer arbeiten nach einem ähnlichen Prinzip, und manche CD-Player für DJs und erst recht dedizierte Karaoke-Anlagen bieten eine solche Funktion.

In einem Soundbeispiel bei Wemakeit ist der Effekt auch gut wahrnehmbar, wer den Clip mit deutlich mehr als Zimmerlautstärke abspielt, vernimmt den Kommentar aber noch etwas. Würde das Gerät digital arbeiten, wäre die Reduktion wohl besser, der Kommentatorenkiller aber auch deutlich teurer: Wer sich bis weit ins Jahr 2015 gedulden kann, erhält das Gerät für 60 Schweizer Franken, derzeit knapp 50 Euro. Die erste Welle soll circa im März 2015 ausgeliefert werden und kostet 110 Franken, rund 91 Euro.

Laut dem Entwickler funktioniert das System mit Fußball, Eishockey und Tennis besonders gut, dabei soll viel von der Stadionatmosphäre erhalten bleiben. Mit Formel-Eins-Übertragungen hatte Martin Born weniger Glück, weil hier die Motorensounds oft mit ausgeblendet würden, berichtet er im Interview.

Beteiligen kann man sich am dem Projekt noch bis zum 5. November 2014, die Produktion der ersten Nocommentatoren soll rund vier Monate dauern. Vom Finanzierungsziel von 45.000 Schweizer Franken sind bisher nur 5.180 eidgenössische Währungseinheiten zusammengekommen.



Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. Logitech G502 Proteus Spectrum für 39€ und Nokia 3.2 DS 16 GB für 84,99€ - Bestpreise!)
  2. 179€ (Bestpreis - nach 40€ Direktabzug)
  3. 35€ (Bestpreis!)
  4. 199€ + Versand

Dwalinn 27. Okt 2014

Ich würde bei der F1 ganz gerne Heiko Waßer ausblenden :-/

AwwK 27. Okt 2014

Wieso? Hat man dann in XBMC diese Möglichkeit? SCNR

felyyy 27. Okt 2014

Wie sonst?

LordGurke 25. Okt 2014

Bei DVB-T hast du in der Tat nicht allzu viel Bandbreite, da würde eine zusätzliche...


Folgen Sie uns
       


iOS 13 ausprobiert

Apple hat iOS 13 offiziell vorgestellt. Die neue Version des mobilen Betriebssystems bringt unter anderem den Dark Mode sowie zahlreiche Verbesserungen einzelner Apps.

iOS 13 ausprobiert Video aufrufen
Mädchen und IT: Fehler im System
Mädchen und IT
Fehler im System

Bis zu einem gewissen Alter sind Jungen und Mädchen gleichermaßen an Technik interessiert. Wenn es dann aber um die Berufswahl geht, entscheiden sich immer noch viel mehr junge Männer als Frauen für die IT. Ein wichtiger Grund dafür ist in der Schule zu suchen.
Von Valerie Lux

  1. IT an Schulen Intelligenter Stift zeichnet Handschrift von Schülern auf
  2. 5G Milliardenlücke beim Digitalpakt Schule droht
  3. Medienkompetenz Was, Ihr Kind kann nicht programmieren?

WLAN-Kameras ausgeknipst: Wer hat die Winkekatze geklaut?
WLAN-Kameras ausgeknipst
Wer hat die Winkekatze geklaut?

Weg ist die Winkekatze - und keine unserer vier Überwachungskameras hat den Dieb gesehen. Denn WLAN-Cams von Abus, Nest, Yi Technology und Arlo lassen sich ganz einfach ausschalten.
Von Moritz Tremmel

  1. Wi-Fi 6 Router und Clients für den neuen WLAN-Standard
  2. Wi-Fi 6 und 802.11ax Was bringt der neue WLAN-Standard?
  3. Brandenburg Vodafone errichtet 1.200 kostenlose WLAN-Hotspots

Atari Portfolio im Retrotest: Endlich können wir unterwegs arbeiten!
Atari Portfolio im Retrotest
Endlich können wir unterwegs arbeiten!

Ende der 1980er Jahre waren tragbare PCs nicht gerade handlich, der Portfolio von Atari war eine willkommene Ausnahme: Der erste Palmtop-Computer der Welt war klein, leicht und weitestgehend DOS-kompatibel - ideal für Geschäftsreisende aus dem Jahr 1989 und Nerds aus dem Jahr 2019.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Retrokonsole Hauptverantwortlicher des Atari VCS schmeißt hin

    •  /