Nocommentator: Filterkiste blendet Sportkommentare aus

Das Crowdfunding-Projekt Nocommentator will eine kleine Box finanzieren, die bei Sportübertragungen im Fernsehen den Sprecher ausblendet. Dem Prinzip liegt ein recht alter Trick der Tontechnik zugrunde.

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Der Prototyp des Nocommentator
Der Prototyp des Nocommentator (Bild: Wemakeit / Screenshot: Golem.de)

Der Schweizer Tontechniker Martin Born hat ein Gerät namens Nocommentator entwickelt. Wie er im Interview mit Süddeutsche.de erklärt, sei es ihm dabei aber nicht hauptsächlich darum gegangen, die bei manchen Sportfans verhassten Reporter auszuschalten. Vielmehr habe er bei der letzten Fußball-WM beim Zuschauen mit Freunden zu Hause verhindern wollen, dass die Gäste den Kommentator für ihre eigenen Anmerkungen hätten übertönen müssen. Also schaltete er zwischen Fernseher und Stereoanlage ein Mischpult, das den gleichen Zweck wie der Nocommentator erfüllt.

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Die Funktionsweise beschreibt Born nur als "den alten Karaoketrick", der auf der Subtraktion von Mono-Signalen aus einem Stereo-Klangbild beruht. Auf der Projektseite bei der Crowdfunding-Plattform Wemakeit ist angegeben, dass das Gerät über Stereo-Cinch-Kabel mit Fernseher oder Receiver verbunden werden müsse, offenbar arbeitet es mit analogen Signalen.

Phasenauslöschung lässt Reporter verstummen

Das kann wohl nur bedeuten, dass der Nocommentator mit dem wirklich alten Kniff der Phasenauslöschung arbeitet. Bei einem Stereosignal wird dabei die eine Spur in der Phase invertiert, und mit der anderen Spur gemischt. Signale, die in beiden Spuren gleich und in Mono enthalten sind, werden dabei je nach Qualität der Signale tatsächlich unhörbar. Das lässt sich mit Audioprogrammen und Filtern für Media-Player wie VLC schon lange erreichen, der Nocommentator soll offenbar nur die Nutzung erleichtern. Auch Noise-Cancelling-Kopfhörer arbeiten nach einem ähnlichen Prinzip, und manche CD-Player für DJs und erst recht dedizierte Karaoke-Anlagen bieten eine solche Funktion.

In einem Soundbeispiel bei Wemakeit ist der Effekt auch gut wahrnehmbar, wer den Clip mit deutlich mehr als Zimmerlautstärke abspielt, vernimmt den Kommentar aber noch etwas. Würde das Gerät digital arbeiten, wäre die Reduktion wohl besser, der Kommentatorenkiller aber auch deutlich teurer: Wer sich bis weit ins Jahr 2015 gedulden kann, erhält das Gerät für 60 Schweizer Franken, derzeit knapp 50 Euro. Die erste Welle soll circa im März 2015 ausgeliefert werden und kostet 110 Franken, rund 91 Euro.

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Laut dem Entwickler funktioniert das System mit Fußball, Eishockey und Tennis besonders gut, dabei soll viel von der Stadionatmosphäre erhalten bleiben. Mit Formel-Eins-Übertragungen hatte Martin Born weniger Glück, weil hier die Motorensounds oft mit ausgeblendet würden, berichtet er im Interview.

Beteiligen kann man sich am dem Projekt noch bis zum 5. November 2014, die Produktion der ersten Nocommentatoren soll rund vier Monate dauern. Vom Finanzierungsziel von 45.000 Schweizer Franken sind bisher nur 5.180 eidgenössische Währungseinheiten zusammengekommen.

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