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Noch kein C-3PO: Hersteller humanoider Roboter dämpfen die Erwartungen

Trotz hoher Investitionen sehen viele Firmen die Roboter noch weit von breitem Praxiseinsatz entfernt, berichtet das Wall Street Journal.
/ Peter Steinlechner
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Roboter von Engineered Arts (Bild: Johannes Simon/Getty Images)
Roboter von Engineered Arts Bild: Johannes Simon/Getty Images

Humanoide Roboter gelten vielen Investoren als wichtigstes Element der nächsten großen Automatisierungswelle. Milliarden fließen in Start-ups, die zweibeinige Maschinen für Lager, Fabriken und irgendwann auch Privathaushalte entwickeln. Doch ausgerechnet führende Köpfe der Branche treten auf die Bremse.

Wie das Wall Street Journal berichtet(öffnet im neuen Fenster) , halten zahlreiche Firmen die Technologie für überhypt und noch Jahre davon entfernt, Alltagsprobleme in größerem Stil zu lösen.

Zwar sind bereits mehrere Hundert Exemplare von Agility Robotics' Digit bei Kunden wie Amazon oder Schaeffler im Einsatz. Sie heben Kisten auf und transportieren sie. Doch selbst Agilitys Technikchef warnt vor überzogenen Erwartungen: Ein Roboter, der zuverlässig als "Butler" komplexe Aufgaben übernimmt, sei derzeit nicht realistisch.

Auch Sicherheits- und Installationskosten bremsen offenbar die Verbreitung. Laut McKinsey fließe beim Einsatz von Robotern der Großteil der Ausgaben nicht in die Maschine, sondern in Schutz- und Zusatzsysteme.

Hinzu komme nach Angaben des Wall Street Journal ein großer Abstand zwischen Demo-Videos und Praxis. Start-ups wie Weave Robotics oder Persona AI würden betonen, dass humanoide Roboter bislang nur eng umrissene, repetitive Tätigkeiten bewältigen können.

Trotz erkennbarer Fortschritte bei Motoren, Batterien und KI fehle es an robustem Training und Daten, damit die Systeme zuverlässig in wechselnden Umgebungen arbeiten können.

Tesla Optimus in der Mall of Berlin
Tesla Optimus in der Mall of Berlin (01:52)

Gleichzeitig würden prominente Tech-Chefs den Optimismus fördern. Tesla-Chef Elon Musk spricht von "unersättlicher" Nachfrage, Nvidia-Chef Jensen Huang sieht die Roboter-Ära kurz bevorstehen. Und Beratungen wie FEV Consulting rechnen bis 2035 mit rund einer Million humanoider Roboter im Einsatz.

Doch in der Branche mehren sich laut dem Bericht die Zweifel, ob die menschliche Form überhaupt immer sinnvoll ist: Mehr Arme, alternative Greifer oder spezialisierte Designs könnten produktiver sein.

Viele Entwickler werben deshalb für realistischere Zeitpläne und Erwartungen. Humanoide Roboter könnten einzelne Lücken schließen. Ein universeller Ersatz für menschliche Arbeitskräfte sind sie vorerst nicht.


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