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Noch besser als Backrooms: Die Verfilmung von Exit 8 lässt uns im Kino mitspielen

In Exit 8 versuchen wir mit dem Protagonisten einem sich wiederholenden Gängegewirr zu entkommen. Besser lässt sich ein Spiel fürs Kino nicht umsetzen.
/ Daniel Pook
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Kurz nach Backrooms zeigt auch Exit 8 Horror in Liminal Spaces. (Bild: Plaion Pictures)
Kurz nach Backrooms zeigt auch Exit 8 Horror in Liminal Spaces. Bild: Plaion Pictures
Inhalt
  1. Noch besser als Backrooms: Die Verfilmung von Exit 8 lässt uns im Kino mitspielen
  2. Eine Handlung, wie es sie im Spiel nicht gibt
  3. Der Korridor repräsentiert den Alltagstrott – und mehr
  4. Liminale Räume als Film-Trend

Reicht ein sehr kurzes Computerspiel, das nur in einem einzigen engen Gang spielt, kein Wort Dialog und keine Story hat, als Stoff für einen spannenden Kinofilm? Es hätte uns nicht gewundert, wenn Exit 8 bei einer Internet-Challenge mit dieser Fragestellung entstanden wäre. Regisseur Genki Kawamura hätte sie wahrscheinlich gewonnen.

Sein Horrorfilm basiert auf dem minimalistischen Indie-Game The Exit 8 des Entwicklers Kotake Create. Spieler finden sich hier in einem Passagierdurchgang typischer japanischer U-Bahn-Stationen wieder, ohne Einleitung in das Geschehen. Das Segment verläuft ein paar Mal um die Ecke und wiederholt sich dann, scheinbar ohne Ausweg.

Werbeposter und Sicherheitshinweise an den Wänden, ein paar verschlossene Türen und immer wieder derselbe Mann mit Aktenkoffer, der wortlos schnurstracks am Spieler vorbeigeht: Auf den ersten Blick scheint in dieser Dauerschleife alles immer gleich zu sein.

Teilweise in Nuancen liegende Unterschiede zwischen den fast identischen Korridoren beherbergen den Schlüssel, um zum Exit 8 zu gelangen, dem einzigen Ausgang. Mal steht auf einem Poster etwas anderes als sonst, dann wieder ist das Kachelmuster auf dem Boden verändert oder Leuchtstoffröhren an der Decke hängen durcheinander.

Ob nun ein unauffälliger Fleck oder Offensichtliches wie eine Überflutung des gesamten Gangs mit Wasser: Wann immer sogenannte Anomalien auftreten, müssen Spieler kehrtmachen und in die Richtung zurückgehen, aus der sie kamen. Scheint alles wie immer, gleicht also der Korridor exakt dem Ursprungszustand, sind Spieler angehalten, geradeaus weiterzugehen. So steht es in einem knapp formulierten Regelwerk am Verbindungsstück der Korridore.

Achtmal hintereinander müssen Spieler auf diese Weise korrekt feststellen, ob es eine Anomalie in der Umgebung gibt. Nur dann gelingt es ihnen, aus der Schleife auszubrechen, und das Spiel ist unmittelbar vorbei. Wie oft sie schon fehlerfrei richtig lagen, verrät eine Hinweistafel. Dort kurz vor Schluss plötzlich wieder eine 0 zu sehen, obwohl man doch glaubte, überall genau hingeschaut zu haben, kann schon mal zu Wutausbrüchen führen.

Exit 8 (Filmtrailer)
Exit 8 (Filmtrailer) (01:22)

Was solche Momente, das gesamte Spielgeschehen und den Schauplatz angeht, ist Exit 8 im Kino eine bemerkenswert detailgetreue, wiedererkennbare Adaption des Computerspiels – mit einem fotorealistischen Stil in Unreal Engine 5 hatte die Vorlage das auch angeboten.

Bis auf ein paar wenige NPC-Figuren, die grafisch im Spiel eher mittelmäßig geraten sind, wären nur wenige Handgriffe an Nachbearbeitung nötig, um Screenshots aus The Exit 8 und Szenenbilder aus der Kinoverfilmung kaum mehr auseinanderhalten zu können.

Dafür wurde das Game quasi in echt als Set nachgebaut(öffnet im neuen Fenster), wobei der japanischen Produktion von Toho (Godzilla-Franchise) zugute kam, dass sie nicht viel mehr als die Kulisse eines einzelnen Korridors errichten musste. Den hat sie mit so viel Detailverliebtheit gefertigt, dass selbst Reflexionen der Deckenlampen in den blitzblank polierten Kachelwänden genau wie im Spiel erscheinen. Nur Motive einiger Poster wurden ausgewechselt und an einer vormals leeren Stelle stehen jetzt Schließfächer sowie ein Automat für Passfotos.

Allerdings geht die Werktreue über das rein Optische hinaus.


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