Abo
  • IT-Karriere:

Nobelpreis: Der Platz des Menschen im Universum

Was haben Jim Peebles, Michel Mayor und Didier Queloz je für uns getan? Sie haben die Frühzeit des Universums untersucht und fremde Welten entdeckt. Golem.de erklärt, wofür ihnen der Physik-Nobelpreis 2019 verliehen wird.

Artikel von veröffentlicht am
James Peebles, Michel Mayor, Didier Queloz
James Peebles, Michel Mayor, Didier Queloz (Bild: Ill. Niklas Elmedhed, Nobel Media.)

Der Nobelpreis für Physik geht in diesem Jahr zur Hälfte an den kanadischen Kosmologen Jim Peebles für seine Arbeit zur Entstehung der ersten Elemente im Universum und seine Berechnungen zu den Variationen der Hintergrundstrahlung des Universums im Mikrowellenbereich. Zur Hälfte geht er an die Astronomen Michel Mayor und Didier Queloz der Universität Genf für die Entdeckung des ersten Exoplaneten um den Stern 51 Pegasi im Sternbild Pegasus.

Das Nobelpreiskomitee begründete die Auswahl der gänzlich unterschiedlichen Felder damit, dass die Preisträger große Beiträge für das Verständnis des Universums und den Platz des Menschen darin geleistet hätten und gibt eine detaillierte Beschreibung von deren Entdeckungen.

Jim Peebles gehörte 1965 zu den Wissenschaftlern, die sich mit der kosmischen Hintergrundstrahlung auseinandersetzten. Er erklärte die kosmologischen Zusammenhänge dieser Hintergrundstrahlung aus der reinen Theorie heraus. Aber noch im gleichen Jahr wurde die damals unerwartete Messung einer Hintergrundstrahlung bekanntgegeben. Für diese Messung wurden Arnold Penzias und Robert Wilson bereits 1978 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet.

Dunkle Materie gab es schon am Anfang des Universums

Die kosmische Hintergrundstrahlung wurde theoretisch vorhergesagt, nachdem die Messungen von Edwin Hubble darauf hindeuteten, dass das Universum in alle Richtungen des Raumes expandiert und folglich früher sehr klein gewesen sein könnte. In dem Fall müsste alle Materie des Universums zunächst stark konzentriert gewesen und von Gravitation zusammengehalten worden sein. Wie in einem Stern kommt es zur Kernfusion, bei der starke Wärmestrahlung entsteht. Diese Strahlung übt gleichzeitig einen Strahlungsdruck aus, der gegen die Gravitation wirkt und die Materie auseinandertreibt.

Stellenmarkt
  1. ING-DiBa AG, Nürnberg
  2. Kliniken Dritter Orden gGmbH, München

Diese Strahlung musste demnach damals das gesamte, noch sehr kleine Universum erfüllen und heute als Hintergrundstrahlung messbar sein. Aus diesen Messungen lassen sich verschiedene Schlussfolgerungen über die damaligen Bedingungen ziehen. Umso mehr Masse damals vorhanden war, desto stärker war auch die Gravitation. Stärkere Gravitation bedeutet aber, dass es länger dauert, bis die Materie auseinandergetrieben wird und mehr Kernfusion stattfindet. Aus dem Verhältnis vom damals noch vorhandenen Wasserstoff zum erzeugten Helium lässt sich auf die Menge der zu diesem Zeitpunkt vorhandenen Materie im Universum schließen.

Bis heute gibt es Gaswolken, die noch aus diesem "primordialen" Gemisch von Wasserstoff, Helium und einigen schwereren Atomen bestehen. Es ist überall im sichtbaren Universum identisch. Aus den Berechnungen stellte sich aber auch heraus, dass nur ein Teil der Materie damals vom Lichtdruck beeinflusst wurde. Der Rest blieb davon unbeeinflusst und wurde erst später von der Gravitation der auseinandergetriebenen Gasmassen mitgerissen.

Woraus diese Materie besteht, ist bis heute unklar. Da sie nicht von Licht beeinflusst wird, kann sie auch nicht direkt von Licht, Radiowellen oder Gammastrahlung gemessen werden. Weil sie nicht mit Licht interagiert, wird sie auch dunkle Materie genannt. Es gibt davon im Universum etwa fünfmal so viel wie sichtbare Materie.

Flecken in der Hintergrundstrahlung zeigen die Frühzeit des Universums 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4.  


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 279,90€
  2. (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)
  3. 529€

freundlicherGnom 09. Okt 2019 / Themenstart

Den Platz des Menschen haben sie nun immer nicht erkannt.

Kommentieren


Folgen Sie uns
       


Razer Blade Stealth 13 mit GTX 1650 - Hands on (Ifa 2019)

Von außen ist das Razer Blade Stealth wieder einmal unscheinbar. Das macht das Gerät für uns besonders, da darin potente Hardware steckt, etwa eine Geforce GTX 1650.

Razer Blade Stealth 13 mit GTX 1650 - Hands on (Ifa 2019) Video aufrufen
Alexa: Das allgegenwärtige Ohr Amazons
Alexa
Das allgegenwärtige Ohr Amazons

Die kürzlich angekündigten Echo-Produkte bringen Amazons Sprachassistentin Alexa auf die Straße und damit Datenschutzprobleme in die U-Bahn oder in bisher Alexa-freie Wohnzimmer. Mehrere Landesdatenschutzbeauftragte haben Golem.de erklärt, ob und wie die Geräte eingesetzt werden dürfen.
Von Moritz Tremmel

  1. Digitaler Assistent Amazon bringt neue Funktionen für Alexa
  2. Echo Frames und Echo Loop Amazon zeigt eine Brille und einen Ring mit Alexa
  3. Alexa Answers Nutzer smarter Lautsprecher sollen Alexa Wissen beibringen

Akku-FAQ: Vergesst den Memory-Effekt - vorerst!
Akku-FAQ
Vergesst den Memory-Effekt - vorerst!

Soll man Akkus ganz entladen oder nie unter 20 Prozent fallen lassen - oder garantiert ein ganz anderes Verhalten eine möglichst lange Lebensdauer? Und was ist mit dem Memory-Effekt? Wir geben Antworten.
Von Frank Wunderlich-Pfeiffer

  1. Müll Pfand auf Fahrrad-Akkus gefordert
  2. Akku-FAQ Wo bleiben billige E-Autos?
  3. Echion Technologies Neuer Akku soll sich in sechs Minuten laden lassen

Medienkompetenz: Was, Ihr Kind kann nicht programmieren?
Medienkompetenz
Was, Ihr Kind kann nicht programmieren?

Lesen, schreiben, rechnen und coden: Müssen Kinder programmieren lernen? Vielleicht nicht. Aber sie sollen verstehen, wie Computer funktionieren. Wie das am besten geht.
Von Jakob von Lindern

  1. 5G Milliardenlücke beim Digitalpakt Schule droht
  2. Digitalpakt Schuldigitalisierung kann starten
  3. Whatsapp bei Lehrern Kultusministerkonferenz pocht auf Datenschutz

    •  /