Wasserstoffnetz zwischen Holland, Belgien und Deutschland

Folgt man den Ergebnissen von Agora und AFRY dann würden sich lokale Wasserstoffnetze zunächst in vier europäischen Regionen anbieten. Der größte Bedarf besteht in Dreiländereck zwischen Holland, Belgien und Deutschland.

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Die Schlussfolgerungen von Agora, sich zunächst primär auf besonders unstrittige Sektoren zu konzentrieren, erscheint nachvollziehbar, die Studie und die dahinterliegende Simulation gehen aber von einer ganzen Reihe von Annahmen aus, die teilweise explizit erwähnt sind und sich teilweise indirekt ergeben.

Dass die Stahlindustrie auf Direktreduktion mit Wasserstoff umgestellt wird, ist plausibel - viele Unternehmen fangen bereits an, in die Umrüstung zu investieren. Doch auch hier gibt es zumindest theoretisch eine Möglichkeit der direkten Stromnutzung mit Hilfe von Eisenoxid-Elektrolyse. Ein Startup aus den USA namens Boston Metal will diese Technologie kommerzialisieren. Doch die Eisenoxid-Elektrolyse ist bislang in einem sehr frühen Entwicklungsstadium und wurde, wie Gniewomir Flis von Agora Energiewende erläutert, in der Studie nicht betrachtet, da ein Großteil der europäischen Stahlwerke Neuinvestitionen vor 2030 benötigen.

Ebenso nimmt die Simulation an, dass die europäischen Ammoniak- und Stahlproduktionsanlagen dort bleiben, wo sie bisher sind. Denkbar wäre auch die Möglichkeit, Ammoniak oder Eisenschwamm in Regionen zu erzeugen, in denen erneuerbare Energien besonders günstig zur Verfügung stehen, etwa in Australien. Derartige Möglichkeiten hat zuletzt die Internationale Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) angeregt.

In jedem Fall kleiner als das Erdgasnetz

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Kollidieren dürften die Ideen von Agora mit den Plänen der Gasindustrie. Denn die hofft darauf, ihre umfangreichen Erdgasnetze in die Zukunft zu retten, indem sie als Wasserstoffnetze neu genutzt werden. Zwar geht auch das Agora-Szenario davon aus, Erdgasnetze für die Wasserstoffnutzung umzubauen, aber die angedachten Lokalnetze würden nur einen winzigen Teil der umfangreichen Erdgasinfrastruktur neu nutzen.

Wasserstoff für alle: Wie wir der Öl-, Klima- und Kostenfalle entkommen

Ob es künftig überhaupt ein gesamteuropäisches Wasserstoffnetz geben wird, hängt demnach davon ab, wie viel Bedarf andere Sektoren haben. So gilt Wasserstoff zwar als eine Option für industrielle Wärme und den Schwerlastverkehr, doch die konkurriert hier mit Möglichkeiten der direkten Elektrifizierung. "Aber selbst unter den optimistischsten Annahmen wäre ein zukünftiges Wasserstoffnetz kleiner als das heutige Erdgasnetz", so Matthias Deutsch von Agora Energiewende.

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 No-Regret-Infrastruktur: Wasserstoffnetze für Stahl und Chemie
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senf.dazu 01. Mär 2021

Zumindest bei den Anlagen, wie bei Gaskraftwerken, wird aber wohl schon an der H2...

senf.dazu 28. Feb 2021

Wenn ich mir die Preise für (nationale) Netzgebühren ansehe gibt's für Strom ca. 25% von...

Lehmmanbnhb 28. Feb 2021

Laut dem von Dir verlinkten Artikel aus Nov. 2019 sollte die Elektrolyseanlage zwar Ende...



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