No One Lives Forever: Ein Retrogamer stirbt nie

Kompatibilitätsprobleme und schlimme Sprachausgabe - egal. Golem.de hat den 20 Jahre alten Shooter-Klassiker No One Lives Forever trotzdem neu gespielt.

Artikel von Benedikt Plass-Fleßenkämper veröffentlicht am
Artwork von No One Lives Forever
Artwork von No One Lives Forever (Bild: Monolith)

Achtung, Spoiler: Wir gehen in unserer Rückschau auf nahezu alle Details der Handlung ein!

Für einen echten Fan gibt es kaum etwas Schlimmeres, als wenn sein Lieblingsspiel aufgrund von Markenrechtsproblemen oder einem Streit unter Publishern in der Versenkung verschwindet. Schließlich möchte er es auch in ferner Zukunft noch einmal spielen, und sei es nur aus Nostalgiegründen.

Doch das wird knifflig, wenn die notwendige Konsole längst verkauft ist und der aktuelle Spiele-PC aus Kompatibilitätsgründen ins Straucheln gerät. Dann wäre eine Neuauflage oder gar ein Remake mehr als begrüßenswert.

Das vor 20 Jahren veröffentlichte No One Lives Forever (kurz: NOLF) ist ein besonders tragischer Fall. Im Gegensatz zu anderen Klassikern wird der Ego-Shooter heute nicht mehr offiziell verkauft. Weder Steam noch Gog.com oder andere digitale Vertriebsplattformen bieten den Titel an.

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Der Ego-Shooter wurde vom Entwicklerstudio Monolith Productions entwickelt, das im Laufe der Zeit mit Fear (2005) und Mittelerde: Mordors Schatten (2014) mindestens zwei weitere beeindruckende Projekte verwirklichte.

Den Vertrieb der PC-Version übernahm Fox Interactive, die drei Jahre darauf von Vivendi Universal Games geschluckt und noch etwas später Teil von Activision wurden. Laut diversen Insidern - darunter auch Craig Hubbard, bis 2012 Designer bei Monolith - weiß niemand, bei wem nun die Rechte über das Spiel liegen.

Das ist jammerschade, weil No One Lives Forever in meinen Augen zu den wichtigsten Spielen des Shooter-Genres gehört und getrost in einem Atemzug mit Klassikern wie Doom, Half-Life oder Call of Duty: Modern Warfare genannt werden kann. Ich habe es als Spiel mit äußerst kreativem und abwechslungsreichem Gameplay in Erinnerung, gepaart mit einer technisch sauberen Grafik und einem stilvollen Soundtrack.

Anlässlich seines runden Geburtstags krame ich den vergessenen Klassiker aus dem Archiv. Ich bin sehr gespannt, ob ein Ego-Shooter aus dem Jahr 2000 heute überhaupt noch Spaß machen kann ...

Auf der Suche nach der besten Version

Wie gesagt: Das Spiel wird offiziell nirgends mehr verkauft. Interessierte sind auf den Gebrauchtmarkt und Plattformen wie Ebay, Medimops oder Rebuy angewiesen. Dort muss man allerdings nur wenig Geld ausgeben, weil sich No One Lives Forever seinerzeit gut genug verkauft hat und entsprechend viele Exemplare unterhalb von zehn Euro angeboten werden.

Unzählige Deals und Schnäppchen am Cyber Monday

In Deutschland existieren zwei unterschiedliche Verkaufsversionen von NOLF: Die ursprüngliche protzt mit einem knallgelben Coverbild. Die Game-of-the-Year-Edition erfreut indes mit einem eher stilvollen schwarz-blauen Hintergrund. Auf den ersten Blick möchte man zur GOTY-Variante greifen, die bereits vollständig gepatcht ist, ein paar Zusatzmissionen beinhaltet und einwandfrei mit jeder modernen Windows-Version klarkommt.

In meinem Schrank befinden sich beide Versionen: Die alte habe ich zum Release-Zeitpunkt gekauft, die GOTY-Edition Jahre später für einen (!) Euro auf einem Flohmarkt ergattert - und sie danach nie ausprobiert. Genau das wollte ich nun für diesen Artikel nachholen, gerade in Anbetracht der aufgezählten Vorteile.

  • Cate Archer in voller Pracht: Ihr schrilles Outfit versprüht feinstes 1960er-Jahre-Feeling. (Bild: Monolith Productions / Screenshot: Medienagentur plassma)
  • Die Bar von No One Lives Forever gehört zu den buntesten Schauplätzen der Ego-Shooter-Geschichte. (Bild: Monolith Productions / Screenshot: Medienagentur plassma)
  • Die Flucht aus dem sinkenden Schiff entpuppt sich als eine der schwierigsten Stellen von No One Lives Forever. Hier darf man keine Sekunde trödeln. (Bild: Monolith Productions / Screenshot: Medienagentur plassma)
  • In regelmäßigen Abständen erhält man lustige Gadgets. Etwa diesen Enterhaken, mit dem man sich an weit entfernte Stellen raufziehen kann. (Bild: Monolith Productions / Screenshot: Medienagentur plassma)
  • Sobald man im schick ausgestatteten Büro eines Schurken diese Miniatur aufgedeckt hat, kommt bestes James-Bond-Flair auf. (Bild: Monolith Productions / Screenshot: Medienagentur plassma)
  • Gleich der erste Auftrag stellt das Können des Spielers als Scharfschütze auf die Probe. (Bild: Monolith Productions / Screenshot: Medienagentur plassma)
  • Wie es sich für eine gute Espionage-Geschichte gehört, muss man sich ständig mit irgendwelchen Informanten treffen – auch wenn diese nicht immer glücklich mit ihren Codewörtern sind. (Bild: Monolith Productions / Screenshot: Medienagentur plassma)
  • Schleich dich: In der zweiten Mission lohnen sich heimliches Vorgehen und das Verstecken im Schatten. In einem offenen Kampf würde Cate Archer nicht lange überleben. (Bild: Monolith Productions / Screenshot: Medienagentur plassma)
  • Einerseits reagieren die Wachen in No One Lives Forever sehr schnell, wenn sie irgendein verdächtiges Geräusch hören. Andererseits tappen sie in jede noch so dämliche Falle, nur weil man ihnen eine Münze vor die Füße wirft. (Bild: Monolith Productions / Screenshot: Medienagentur plassma)
  • Die Geschichte ist für einen Ego-Shooter aus dem Jahr 2000 erstaunlich komplex, was nicht zuletzt an den vielen Dialogen mit den zahlreichen Charakteren wie dem hier zu sehenden Dr. Otto Schenker liegt. (Bild: Monolith Productions / Screenshot: Medienagentur plassma)
  • Sowohl der Humor als auch skurrile Bösewichter wie der Schotte Magnus Armstrong sorgen dafür, dass No One Lives Forever eher einer James-Bond-Persiflage anstatt -Hommage gleicht. (Bild: Monolith Productions / Screenshot: Medienagentur plassma)
  • Eine der coolsten Szenen im ganzen Spiel: Nachdem man ohne Fallschirm aus einem Flugzeug geschubst wird, muss man sich in der Luft einen Ersatz besorgen. (Bild: Monolith Productions / Screenshot: Medienagentur plassma)
  • Wenn doch nur alle Menschen so nett wären: Weil Cate Archer beim Betreten dieser Bar nicht gesehen werden darf, lenkt eine junge Frau den Türsteher ab. (Bild: Monolith Productions / Screenshot: Medienagentur plassma)
Cate Archer in voller Pracht: Ihr schrilles Outfit versprüht feinstes 1960er-Jahre-Feeling. (Bild: Monolith Productions / Screenshot: Medienagentur plassma)

Die Vorteile werden allerdings aufgrund eines einzigen Makels komplett zunichte gemacht: Die Neuauflage wurde komplett ins Deutsche synchronisiert und die englische Sprachausgabe aus Platzgründen gestrichen.

Während ich mit der Zensur der hiesigen Version kein großes Problem habe (sie beschränkt sich auf das Fehlen von lächerlich aussehenden Blutspritzern und Todesschreien der Gegner), ist die geänderte Sprache ein absolutes No-Go. Sie ist wegen der auffälligen Lustlosigkeit der Sprecher so miserabel, dass ich nach ein paar Missionen abbreche und mit der Urfassung von vorne anfange.

Leider handelt es sich hierbei um eine ungepatchte Version, die auf meinem aktuellen Spiele-PC Probleme macht. Schnell stoße ich im Netz auf eine Webseite namens Play-Old-PC-Games.com, die alle wichtigen Patches anbietet.

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Agententhriller in den schrillen Sixties 
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Sybok 01. Dez 2020

Na dafür gibt es doch genügend belangloses Einheitsgeballer und dergleichen, da ist ein...

StaTiC2206 01. Dez 2020

Zitat: naja so unrealistisch ist das garnicht. Es kommt eigentlich immer zum...

derKlaus 27. Nov 2020

Das war mir tatsächlich neu. Gerade dieses Spiel ist mit dem O-Ton so super und vom...

Truster 27. Nov 2020

und der ist sogar sehr gut gemacht, zocke ich regelmäßig. Das einzige was Engine...

dreamtide11 26. Nov 2020

+1 Ich schließe mich uneingeschränkt an. Das ist ja noch das Schräge dabei. Zu der Zeit...



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