Nitrophone setzt auf das abgesicherte und Google-freie Android GrapheneOS

Äußerlich unterscheidet sich das Nitrophone 2 nur durch einen Hinweisaufkleber auf der Rückseite von einem handelsüblichen Pixel 6. Beim Start zeigen sich jedoch direkt die ersten Unterschiede. Nach einem Warnhinweis, dass ein abgeändertes Betriebssystem installiert wurde, ploppt noch einmal kurz das Google-Logo auf, um vom GrapheneOS-Schriftzug abgelöst zu werden.

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Hat man den Einrichtungsbildschirm durchlaufen, wird ein recht leerer Bildschirm mit ein paar ausgewählten Apps wie Taschenrechner, Einstellungen oder Dateimanager geöffnet, die mit ihren schwarz-weißen Logos die Schlichtheit des Betriebssystems unterstreichen.

Was fehlt, sind all die bunten Google-Apps und andere Bloatware, die üblicherweise auf einem Android-Smartphone vorinstalliert und nicht ohne Weiteres wieder deinstallierbar sind. GrapheneOS verzichtet aus Datenschutzgründen auf jegliche Google-Apps und Google-Dienste, was der Privatsphäre der Nutzer zugutekommt. Allerdings gibt es entsprechend auch die spezifischen Funktionen der Google-Apps nicht, wie beispielsweise den mit dem Pixel 6 beworbenen Magic Eraser.

Neben den Standard-Android-Apps zum Telefonieren und SMS-Versenden gibt es mit Vanadium einen vom GrapheneOS-Projekt gehärteten Browser auf Chromium-Basis. Dieser setzt beispielsweise standardmäßig auf die datenschutzfreundliche Suchmaschine Duckduckgo und nimmt aus Datenschutzgründen keine Cookies von Drittseiten an.

Hauseigene Kamera-App, Datenschutz inbegriffen

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Eine Besonderheit ist die Kamera-App, eine Eigenentwicklung des Graphene-Teams, die Googles Kamera-App nachempfunden ist. Die neue App wurde erst im November in GrapheneOS eingeführt und bietet dafür bereits einen soliden Funktionsumfang, der jedoch noch nicht mit Googles Kamera-App mithalten kann. Um eine ähnlich gute Bildqualität wie die Google-App zu liefern, setzt die Anwendung von GrapheneOS auf die neue Schnittstelle CameraX, die jedoch noch nicht vollständig implementiert ist. Das gilt insbesondere für einige Zusatzfunktionen wie HDR oder Nachtaufnahmen, was im Laufe des Jahres folgen soll.

Wie der Rest des Betriebssystems ist auch die Kamera-App von GrapheneOS ganz auf Sicherheit und Privatsphäre ausgerichtet und speichert standardmäßig keine Exif-Metadaten in die aufgenommenen Bilder.

Hinzu kommt ein ebenfalls auf Sicherheit ausgelegter PDF-Viewer und etwas versteckt in den Einstellungen die komfortable Backup-Lösung Seedvault, die vom alternativen und auf Datenschutz ausgerichteten Android CalyxOS (Test) übernommen wurde. Die Backup-Lösung integriert sich nahtlos ins System und ist sehr leicht zu bedienen. Die Backups werden mit einem zuvor festgelegten Passsatz verschlüsselt und regelmäßig im internen Speicher, einem USB-Stick oder in der Nextcloud angelegt.

Kein Appstore unter diesem Betriebssystem

Einen Appstore sucht man jedoch vergebens. Hier empfiehlt es sich, F-Droid, einen Appstore für freie Software, von Hand zu installieren. Dort fehlt allerdings der Messenger Signal. Wir laden daher die APK von der Signal-Webseite herunter.

Der Messenger funktioniert auch ohne Google und bringt einen eigenen Updater mit. Gleiches gilt für den Messenger Threema.

Samsung Galaxy S22 | S22+

Grundsätzlich sollte man Software jedoch (fast) ausschließlich aus vertrauenswürdigen Appstores wie F-Droid oder dem Play Store installieren. Auf händisch installierte APKs sollte nur im Ausnahmefall gesetzt werden, wenn man sich der Quelle absolut sicher ist.

Denn mit einer APK, auf die man zufällig im Internet gestoßen ist oder die einem per SMS oder Messenger angepriesen wurde, kann man sich leicht Schadsoftware einfangen. Im Falle von F-Droid, Signal oder Threema ist der Download über die hier verlinkten originalen Anbieter-Webseiten okay.

Die Google-Sandbox

Wer nicht ganz ohne die Apps aus dem Play Store leben will, kann diese über den Aurora Store installieren. Die entsprechende App ist im F-Droid zu finden. Da die Play-Store-Apps in den meisten Fällen Tracker enthalten, können sie mit der App Shelter (Anleitung) isoliert werden.

Die auf diese Weise installierten Apps nutzen jedoch Google-Bibliotheken, beispielsweise um eine Karte mit Google Maps anzuzeigen. Bei manchen alternativen Androids lässt sich hierfür MicroG, ein Open-Source-Nachbau der Google-Bibliotheken, verwenden.

GrapheneOS geht einen anderen Weg und bietet die Möglichkeit, die echten Play-Dienste als App in einer Sandbox ohne besondere Privilegien zu installieren. So haben die Bibliotheken zumindest keinen weitreichenden Systemzugriff. Aus Sicht des Datenschutzes ist der Verzicht auf derartige Apps natürlich die bessere Wahl.

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treysis 03. Mär 2022

Dazu müsste man den AD-Wandler kennen. Da gibt es bestimmt genug, die nur in eine...

treysis 28. Feb 2022

Das ist weder analog, noch digital.

Vögelchen 25. Feb 2022

sollte man noch alle Funkmodule und Antennen ausbauen! Und das Display, nicht dass jemand...

gan 25. Feb 2022

Dem Betriebssystem reicht nicht irgendwo irgendeine Spannung auf Low oder High. Der...



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