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Nissan Leaf: Wer braucht schon ein Bremspedal?

Wie fährt sich das meistverkaufte Elektroauto? Nissan hat vor wenigen Monaten eine überarbeitete Version des Leaf auf den Markt gebracht. Wir haben es gefahren und festgestellt, dass das Auto fast ohne Bremse auskommt.

Ein Erfahrungsbericht von veröffentlicht am
Nissan Leaf: Design dem europäischen Geschmack angepasst
Nissan Leaf: Design dem europäischen Geschmack angepasst (Bild: Werner Pluta/Golem.de)

Es ist Ende April, und wir sind seit einer guten Stunde mit dem neuen Nissan Leaf im Taunus unterwegs. Die zweite Generation des weltweit meistverkauften Elektroautos - 320.000 Stück seit 2012 - hat Nissan stark überarbeitet. Das Karosserie-Design ist mehr am europäischen Geschmack orientiert und dadurch etwas windschnittiger geworden, was sich laut Nissan sogar auf die Reichweite auswirkt: Die Modifikation eines Zierelements habe 2,5 Kilometer mehr Reichweite gebracht, berichtet ein Unternehmensvertreter.

Inhalt:
  1. Nissan Leaf: Wer braucht schon ein Bremspedal?
  2. Fahren mit nur einem Pedal
  3. Der Leaf parkt selbstständig
  4. Vier Ausführungen

Der Leaf gehört zur Kompaktklasse und bietet ausreichend Platz für vier Insassen - Mitfahrer Nummer drei, unser Autor Dirk Kunde, muss sich mit seiner Körpergröße von 1,90 Meter nicht in den Fond quetschen, sondern hat genug Platz für seine Beine.

Nach einer kurzen Einführung machen wir uns auf den Weg. Zunächst geht es auf die Autobahn. Der 110 Kilowatt starke Elektromotor beschleunigt das Auto in 7,9 Sekunden aus dem Stand auf 100 Kilometer pro Stunde. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt laut Datenblatt 144, laut Tacho knapp 160 Kilometer pro Stunde - damit lässt sich auf der Autobahn gut mitschwimmen. Der Leaf bringt die Leistung gut auf die Straße, ohne dass die Räder durchdrehen.

Kurz darauf biegen wir ab. Die Route führt durch den Taunus in einer Schleife zum Rhein und wieder zurück zum Ausgangspunkt in Eppstein. Auf den kurvigen Straßen im Mittelgebirge liegt das 1.580 Kilogramm schwere Auto gut auf der Fahrbahn. Ein Grund dafür ist der tiefe Schwerpunkt, der wiederum ist dem Akku geschuldet, der im Fahrzeugboden untergebracht ist.

Der Akku hat eine höhere Energiedichte

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Der Energiespeicher ist eine der Komponenten, die Nissan verbessert hat: Er hat gegenüber dem Vorgänger eine höhere Energiedichte. Das bedeutet, er hat bei gleicher Größe gut über 60 Prozent mehr Kapazität. Allerdings ist er schwerer geworden und wiegt jetzt rund 300 Kilogramm.

Der Akku hat eine Speicherkapazität von 40 Kilowattstunden. Auf 100 Kilometer benötigt der Leaf 19,4 bis 20,6 Kilowattstunden. Die Reichweite gibt Nissan abhängig vom Einsatz mit 270 bis 415 Kilometer an: Bei Fahrten in der Stadt, auf der Landstraße und der Autobahn schafft der Leaf zwischen 270 und 285 Kilometer. Ist der Fahrer hingegen ausschließlich in der Stadt unterwegs, beträgt die Reichweite zwischen 389 bis 415 Kilometer.

  • Test im Taunus: Golem.de fährt den Nissan Leaf. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der Leaf ist das meistverkaufte Elektroauto. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Die neue Generation ist mehr dem westlichen Geschmack angepasst. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Das Auto ist eine Kompaktklasse und familientauglich. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das Interieur mit 7-Zoll-Dispaly in der Mittelkonsole. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Instrumentenanzeige besteht aus einem analogen Tacho und einem Display. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Mittelkonsole. Der blaue, nur halb sichtbare Knopf ist das aktivierte E-Pedal. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Das Infotainmentsystem mit Navi gebt es nicht in der Standardausführung des Leaf. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Über den blauen Knopf am Lenkrad wird das Assistenzssystem Propilot aktiviert. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Als Extra gibt es einen Parkassistenten. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Ist der Parkplatz nicht markiert, muss der Fahrer die Parklücke auf dem Display kenntlich machen. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Der Nissan Leaf 2018. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
Test im Taunus: Golem.de fährt den Nissan Leaf. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Der höhere Wert gilt für die beiden Modelle mit 16 Zoll großen Felgen, der niedrigere für die beiden Modelle mit 17-Zoll-Felgen. Maßstab ist die Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure (etwa: weltweit einheitliches Leichtfahrzeuge-Testmethode, WLTP), die als realistischer gilt als der bisher in Europa eingesetzte Neue Europäische Fahrzyklus (NEFZ).

Zum Vergleich: Der Akku des von uns im Herbst getesteten VW E-Golf wiegt 345 Kilogramm und hat eine Kapazität von 35 Kilowattstunden. Der 1.615 Kilogramm schwere E-Golf ist mit 100 Kilowatt etwas schwächer motorisiert und benötigt 15,3 Kilowattstunden auf 100 Kilometer. Dennoch ist die Reichweite geringer - eine etwa 120 Kilometer lange Überlandfahrt brachte uns arg in die Bredouille.

Das Display lässt sich einrichten

Wie bei Elektroautos üblich, werden der Ladestand und der aktuelle Energieverbrauch auf der Instrumententafel dargestellt. Die ist etwas ungewöhnlich: Sie besteht aus einem analogen Rundinstrument mit Tachometer und einem Display, das der Fahrer einrichten kann. Statt Ladezustand und Rekuperation kann er sich etwa die Route anzeigen lassen. Außerdem wird auf dem Display das Menü angezeigt, um eines der Assistenzsysteme anzuwählen.

Etwa 120 Kilometer lang ist unsere Strecke. Von der Reichweite her also kein Problem.

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Fahren mit nur einem Pedal 
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flasherle 30. Mai 2018

Es gibt nichts nervigeres als hinter einem rekuperierenden Elektrokarren den berg runter...

Ely 27. Mai 2018

Sondern einen alten Hybrid. Der frißt im Schnitt 4,3 Liter und ich fahre mit einer...

JackIsBlack 22. Mai 2018

Oder einfach falsch dimensioniert hat.

JackIsBlack 22. Mai 2018

Dann würde ich denen mal empfehlen einen oder zwei Gänge höher zu schalten. Andernfalls...

DeathMD 22. Mai 2018

Muss man auch nicht, weil man zum Teil auf bereits vorhandene Infrastruktur zurückgreifen...


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