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Nintendo: Switch 2 verkauft sich langsamer als erwartet

Nach starkem Start bleibt die Switch 2 im Weihnachtsgeschäft hinter dem Original zurück. Steigende RAM-Preise belasten die Marge.
/ Peter Steinlechner
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Nintendo auf der Paris Game Week 2025 (Bild: RICCARDO MILANI/Hans Lucas/AFP via Getty Images)
Nintendo auf der Paris Game Week 2025 Bild: RICCARDO MILANI/Hans Lucas/AFP via Getty Images

Die Nintendo Switch 2 hat das Weihnachtsgeschäft spürbar schwächer abgeschlossen als das Originalmodell in seiner ersten Festsaison. Laut einem Bericht von The Game Business(öffnet im neuen Fenster) lagen die Verkäufe in den USA in den Monaten November und Dezember 2025 rund 35 Prozent unter denen der ersten Switch im gleichen Zeitraum 2017.

Auch in Europa blieb die neue Konsole hinter den damaligen Vergleichszahlen zurück. In Großbritannien fielen die Verkäufe um rund 16 Prozent geringer aus, in Frankreich sogar um mehr als 30 Prozent.

Ein Insider verweist laut dem Magazin auf ein angespanntes wirtschaftliches Umfeld, gestiegene Preise und das Fehlen eines großen, klar auf westliche Märkte zugeschnittenen Blockbusters im Weihnachtsfenster. In Japan zeigte sich dagegen ein stabileres Bild mit nur moderaten Rückgängen.

Trotz der Probleme hält Nintendo an seinen ambitionierten Zielen fest. Bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahres im März 2026 rechnet das Unternehmen mit einem Absatz von rund 18 bis 20 Millionen Einheiten der Nintendo Switch 2.

Nach dem sehr starken Marktstart hat sich das Tempo zuletzt zwar verlangsamt, insgesamt bewegt sich die Konsole aber wohl weiterhin innerhalb der internen Erwartungen.

Druck auf der Kostenseite

Gleichzeitig steht Nintendo unter erheblichem Kostendruck. Die Switch 2 ist mit 12 GB LPDDR5X-RAM ausgestattet, deutlich mehr als ihr Vorgänger. Stark gestiegene Speicherpreise schlagen direkt auf die Stückkosten durch. Konservative Schätzungen gehen davon aus, dass allein der Arbeitsspeicher die Konsole um etwa 10 bis 15 US-Dollar pro Gerät verteuert.

Nintendo verkauft seine Konsolen traditionell mit sehr geringer Marge, zusätzliche Dollarbeträge pro Einheit summieren sich bei Millionenstückzahlen schnell zu relevanten Kosten und schränken den Spielraum bei Preisaktionen und Bundles ein.

Auch an der Börse spiegelt sich diese Gemengelage wider. Seit Mitte 2025, kurz nach dem Start der Switch 2, fiel der Nintendo-Aktienkurs um rund 25 Prozent. Auf Jahressicht liegt das Papier allerdings nur leicht im Minus. Als zentraler Belastungsfaktor gelten die gestiegenen RAM-Preise, die Investoren vorsichtiger auf die kurzfristige Profitabilität blicken lassen.

Operativ richtet sich der Fokus nun stärker auf das Software-Line-up. Für die Switch 2 sind unter anderem Animal Crossing: New Horizons – Nintendo Switch 2 mit Release am 15. Januar, Mario Tennis Fever am 12. Februar, Pokémon Pokopia am 5. März sowie Yoshi and the Mysterious Book im Frühjahr 2026 geplant.

Mindestens ebenso wichtig für Wahrnehmung und Markendynamik dürfte jedoch der nächste Kinoauftritt von Mario werden: Der neue Super Mario Bros Film startet Anfang April 2026 in den Kinos und gilt als möglicher Impulsgeber weit über das Kerngeschäft der Konsole hinaus.


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