Nintendo: Streit um Smartphone-Spiele und das Internet

Bei Nintendo ist laut einem Bericht der japanischen Wirtschaftszeitung Business Journal(öffnet im neuen Fenster) ein Führungsstreit ausgebrochen. Firmenchef Satoru Iwata stehe im Mittelpunkt der Kritik, weil er sich strikt weigert, das bisher eng verzahnte Hard- und Softwaregeschäft zugunsten neuer Geschäftsmodelle aufzugeben.

Dabei geht es in erster Linie um das Vermarkten von Firmenklassikern wie Mario, Zelda oder Donkey Kong auf Smartphones und Tablets. Mit derartigen Spielen könnte Nintendo fast sicher Millionenumsätze und -gewinne erwirtschaften. Analysten und vor allem einige Anteilseigner fordern schon länger, dass Nintendo dieses Geschäft nicht weiter links liegen lässt.
Diesen Forderungen schließen sich laut dem Bericht von Business Journal nun eben auch anderen Manager an. Satoru Iwata, der selbst als Entwickler für Hardware und Software angefangen hat, hat sich wiederholt vehement auch in der Öffentlichkeit gegen Mobile Games dieser Art ausgesprochen.
Laut dem Artikel verliert er zunehmend an Rückhalt in der Firma. Das werde besonders dadurch verstärkt, dass der langjährige Unternehmenschef Hiroshi Yamauchi(öffnet im neuen Fenster) im vergangenen Jahr verstorben ist und dem gesundheitlich angeschlagenen Iwata deshalb ein wichtiger Unterstützer fehlt. Yamauchi entstammt der Gründerfamilie - einige Manager fordern offenbar die Einsetzung seines ältesten Sohnes als neuen Firmenchef.
Nintendo befindet sich derzeit in der wohl schwersten Krise seiner Firmengeschichte. Das Unternehmen macht derzeit trotz einzelner Verkaufserfolge wie Mario Kart 8 zum ersten Mal überhaupt Verluste, die Verkaufszahlen der Wii U dümpeln weit unterhalb der Erwartungen, die Entwicklung wichtiger Spiele dauert viel zu lange. Auch im Internet, das auch im Spielebereich immer wichtiger ist, ist die Firma vergleichsweise schlecht aufgestellt.



