Nintendo: Frankreich verhängt Millionenstrafe wegen Joy-Con-Drift
Nintendo hat eine von der französischen Verbraucherschutzbehörde DGCCRF verhängte Geldstrafe in Höhe von 35 Millionen Euro akzeptiert. Das berichten Yahoo Tech(öffnet im neuen Fenster) und weitere internationale Medien.
Die Summe zählt zu den höchsten Verbraucherschutzstrafen, die in Frankreich bislang gegen ein Unternehmen aus dem Technologie- und Unterhaltungsbereich ausgesprochen wurden.
Im Mittelpunkt steht das seit Jahren bekannte Problem des sogenannten Joy-Con-Drifts. Dabei registrieren die Analogsticks der Nintendo-Switch-Controller Bewegungen, obwohl sie gar nicht betätigt werden.
Spielfiguren laufen dadurch von selbst los oder Kameras drehen sich ungewollt. Das Phänomen führte seit dem Marktstart der Konsole weltweit zu Beschwerden und in mehreren Ländern zu rechtlichen Auseinandersetzungen.
Nach Abschluss einer Untersuchung kam die DGCCRF laut Yahoo Tech zu dem Schluss, dass Nintendo die Verbraucher nicht ausreichend über das Problem informiert habe. Nach Angaben der Behörde wusste das Unternehmen spätestens seit 2018 von den Ursachen des Defekts.
Reparatur statt Neukauf wäre möglich gewesen
Als Auslöser gelten Verschleißerscheinungen an Bauteilen im Inneren der Controller. Die Verbraucherschützer kritisieren allerdings weniger den technischen Mangel selbst als vielmehr den Umgang des Unternehmens damit.
Dadurch hätten zahlreiche Verbraucher neue Controller gekauft, obwohl eine Reparatur möglich gewesen wäre. Die DGCCRF wertet dieses Verhalten als irreführende Geschäftspraxis.
Nintendo bietet in Europa bereits seit mehreren Jahren kostenlose Reparaturen für betroffene Joy-Cons an. Nach Auffassung der französischen Verbraucherschützer erfolgte die Kommunikation darüber jedoch zu spät und nicht mit der notwendigen Deutlichkeit.
Zusätzlich zur Geldstrafe muss Nintendo auf seiner französischen Website einen Hinweis auf die Entscheidung der Behörde veröffentlichen.
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