Surren statt Zischen

Der Schnürvorgang selbst unterscheidet sich stark von dem, was sich die Filmmacher vor 30 Jahren vorgestellt haben. Anstelle eines schnellen Zischens hören wir ein deutlich wahrnehmbares Surren; die Bänder ziehen sich auch nicht ruckartig zusammen, sondern eher langsam. Auf diese Weise lässt sich die gewünschte Stärke der Schnürung natürlich viel besser regulieren als bei einem schnell schnürenden Motor. Der Schnürvorgang ist von außen sichtbar, wenn wir auf die Oberseite der Schuhe schauen.

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Die Schnürung lässt sich im Jahr 2019 natürlich nicht nur am Schuh selbst steuern, sondern dank Bluetooth-Verbindung auch über eine App. Diese ist übersichtlich aufgebaut und ermöglicht es uns, die Schuhbänder jedes Schuhs einzeln zu lockern und zu festigen - der jeweilige Schuh ist leicht am großen "L" und "R" erkennbar. Die festmögliche Schnürung in der App entspricht allerdings eher der bequemen Voreinstellung, wenn wir den Schuh anziehen. Nur über die Knöpfe am Schuh selbst können wir die Bänder noch weiter bis zur Maximalposition anziehen.

Warum Nike sich dazu entschlossen hat, nicht auch über die App die maximal feste Schnürung einstellen zu können, ist uns nicht ganz klar. Angesichts des Tragekomforts halten wir es für denkbar, dass diese tatsächlich nur für sportliche Einsätze gedacht ist - und dann ist es natürlich viel praktischer, dies schnell über einen Druck auf die Knöpfe an den Schuhen selbst zu erledigen. Über die App können wir die Farbe ändern, in der die Knöpfe beim Drücken aufleuchten. Dauerhaft leuchten sie nicht, was zum unauffälligen Gesamteindruck der Schuhe passt.

Der Motor für die Schnürung ist in der Mitte der Sohle verbaut, von außen ist er nicht sichtbar. Die Sohle ist weiß und hat zwei blaue Pivot-Punkte, die Nike und andere Hersteller auch bei anderen Schuhen einsetzen. Sie sollen dem Spieler mehr Stabilität bei Drehungen geben. Den Motor in der Sohle können wir beim Laufen oder auch Springen nicht spüren, der Adapt BB fühlt sich diesbezüglich wie ein normaler Schuh an. Nike zufolge sind die Schuhe vor Wasser geschützt.

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Der Motor soll Nike zufolge zwei Wochen lang funktionieren, bis der Akku wieder aufgeladen werden muss. Dies erfolgt kabellos über ein mitgeliefertes Lade-Pad, auf das die Schuhe einfach draufgestellt werden. Der Akkustand ist entweder in der App oder über verschiedene Muster über die Knöpfe der Schuhe ablesbar. Auch bei nur fünf Prozent verbleibendem Akkustand sollen sich die Adapt BB noch mehrmals auf- und zuschnüren lassen.

  • Über die Knöpfe können Nutzer die Stärke der Schnürung regulieren. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Steigen wir in den Schuh, bindet er sich automatisch. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Schnürung kann auch über eine App gesteuert werden. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Sohle hat zwei Pivot-Punkte, der Motor ist nicht sichtbar. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Knöpfe leuchten auf, wenn wir sie betätigen. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der Schnürmechanismus ist von außen nicht zu erkennen. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Adapt BB werden kabellos über eine Ladeplatte aufgeladen. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Äußerlich ist den Adapt BB von Nike die eingebaute Technik kaum anzusehen - lediglich die beiden Knöpfe an der Seite deuten darauf hin. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der Schnürmechanismus ist unter einem Mesh-Gewebe verborgen und von außen nur während des Schnürens an den Bewegungen sichtbar. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der Adapt BB hat deutlich sichtbar das Nike-Swoosh aufgedruckt. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Über die Knöpfe können Nutzer die Stärke der Schnürung regulieren. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Fazit

Selbstschnürende Schuhe sind cool, daran gibt es nichts zu rütteln. Die Adapt BB sehen dazu auch noch gut aus, einen auffälligen oder klobigen Motor gibt es nicht - die Schuhe lassen sich dadurch auch problemlos abseits eines Basketballplatzes tragen, ohne dass der Träger auffällt.

Gedacht sind die Schuhe eigentlich für Basketballer, die die Schnürung im Laufe des Spiels leicht mittels der eingebauten Knöpfe ändern können - also beispielsweise, um den Fuß nach einer Auswechslung ein paar Minuten zu entspannen. Beim erneuten Einsatz wird die Schnürung dann schnell wieder gefestigt. Das geht natürlich auch manuell, wie es die Spieler bisher machen. Es wird sich zeigen, wie sehr sich die Technik im Profi-Basketball verbreiten wird.

Wir glauben, dass die Adapt BB auch gute Chancen haben, bei weniger betuchten Spielern durchzusetzen - oder gar Trägern, die gar kein Basketball spielen. Der Preis wird bei um die 350 Euro liegen, was verglichen mit dem Vorgänger ein regelrechtes Schnäppchen ist: Die Hyperadapt 1.0 waren doppelt so teuer. Zum Vergleich: Aktuelle Air Jordans mit herkömmlicher Bindung kosten bei Nike 200 Euro, das Retro-Modell sogar 250 Euro.

Für den Aufpreis bekommen Käufer einen gutaussehenden Schuh mit interessanter Technik, der bequem am Fuß sitzt. Ob man einen selbstschnürenden Schuh wirklich braucht, ist sicherlich Diskussionssache - mit dem Adapt BB hat Nike den Preis aber so weit reduziert, dass ein Kauf nicht mehr vollkommen irrwitzig erscheint.

Die Adapt BB sollen am 17. Februar 2019 zunächst exklusiv bei Kickz.com erhältlich sein.

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 Nike Adapt BB ausprobiert: Wo wir hingehen, brauchen wir keine Schnürsenkel
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q96500 17. Feb 2019

Ich sehe das Problem einfach beim Menschen. Wenn der Mensch einfach nur etwas mehr Zeit...

Psy2063 13. Feb 2019

Weil Hallenschuhe, der sportliche Zweck für den sie ursprünglich gedacht waren, nun mal...

Psy2063 13. Feb 2019

welche Schuhe empfiehlst du dann, wenn du schon zu wissen glaubst wo die meisten Menschen...

nosretep 13. Feb 2019

Einen Elektromotor in einem Schuh zu verbauen, um dann Schnürsenkel automatisch fest zu...



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