Nightmare Eclipse: Microsofts schlimmster Alptraum outet sich
Der als Nightmare Eclipse oder Chaotic Eclipse bekannte Sicherheitsforscher, der Microsoft in den letzten Monaten mit zahlreichen geleakten Zero-Day-Exploits für verschiedene Windows-Komponenten unter Druck gesetzt hat, hat seine Identität offengelegt. Wie aus X-Beiträgen des Forschers(öffnet im neuen Fenster) hervorgeht, handelt es sich um einen in Deutschland ansässigen Ex-Mitarbeiter namens Abdelhamid Naceri, der bis September 2024 für Microsoft tätig war.
Dann soll der Konzern ihn unerwartet entlassen haben. Wie Naceri anhand einer E-Mail von Tom Gallagher, Vice President of Engineering des MSRC (Microsoft Security Response Center), belegt(öffnet im neuen Fenster), warf Microsoft ihm vor, interne Informationen über Sicherheitslücken mit externen Akteuren geteilt zu haben. Nähere Details wollte der Konzern aber wohl nicht nennen.
Nach einigen Verhandlungen zwischen beiden Parteien soll Microsoft dem Forscher dann eine Abfindung von 55.000 Euro plus ein ganzes Jahresgehalt sowie Unterstützung bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz angeboten haben. Statt dieses Angebot anzunehmen, zog Naceri mit dem Fall vor das Kölner Arbeitsgericht – unter anderem, weil sein Aufenthalt in Deutschland wohl an seine Tätigkeit bei Microsoft gekoppelt war.
200.000 US-Dollar "verbrannt"
Erfolgreich war der Gang vor Gericht jedoch offenbar nicht. Auch dort soll Microsoft die Offenlegung weiterer Details zu den Vorwürfen verweigert haben. Schlussendlich sollen die Rechtsstreitigkeiten sowie der Protest gegen Microsoft etwa zwei Jahre angedauert, Naceri über 200.000 US-Dollar (derzeit etwa 173.000 Euro) gekostet und ihm nahezu nichts gebracht haben.
Der Forscher gab an, das Geld regelrecht "verbrannt" zu haben, nur, um gegen Microsofts "absurde Entscheidung" zu protestieren und herauszufinden, warum genau er entlassen wurde, – und um in Deutschland bleiben zu dürfen. Er stellte seinen Protest aber auch als einen Akt der Solidarität mit anderen Menschen dar, die in der Vergangenheit grundlos ihre Jobs verloren haben.
Naceri veröffentlichte(öffnet im neuen Fenster) infolge kritischer Reaktionen auf X auch das offizielle Kündigungsschreiben von Microsoft, welches auf den 3. März 2025 datiert ist. Das Arbeitsverhältnis sollte demnach unter Berücksichtigung der Kündigungsfrist offiziell zum 30. September 2025 enden – also etwa ein Jahr, nachdem Naceri erstmals über seine Entlassung informiert wurde.
Zugriff trotz Kündigung behalten
Ungewöhnlich war laut Naceri der Umstand, dass Microsoft sein Arbeitskonto nicht unmittelbar sperrte. Normalerweise würde entlassenen Mitarbeitern der Zugang schon gesperrt, bevor sie über ihre Entlassung in Kenntnis gesetzt würden, erklärte er(öffnet im neuen Fenster). Naceri konnte aber wohl noch etwa zwei Monate lang auf interne Ressourcen wie die MSRC-Datenbank und Quellcodes zugreifen.
"Ich bin mir ziemlich sicher, dass MS nur darauf gewartet hat, dass ich einen Fehler mache, um das als validen Grund für meine Entlassung zu nutzen", so der Forscher. Er sei darauf aber nicht hereingefallen und habe in den zwei Monaten einfach gar nichts gemacht. Microsoft äußerte sich zu den Vorwürfen des Forschers bisher nicht öffentlich.
Nachtrag vom 17. September 2026, 9:01 Uhr
Naceri hat in einem neuen X-Beitrag(öffnet im neuen Fenster) klargestellt, dass sich die 200.000 US-Dollar an Kosten nicht auf seine juristischen Auseinandersetzungen mit Microsoft beziehen. Gemeint ist vielmehr der Wert der Sicherheitslücken, die der Forscher in den letzten Monaten ohne jegliche Vergütung geleakt hat. Als Beispiel führt er den im Mai veröffentlichten Yellowkey-Exploit an, der aus seiner Sicht normalerweise nicht billig gewesen wäre. "Es hat keinen Spaß gemacht, Geld für einen Protest zu verbrennen", betonte Naceri erneut.
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