Niek Jan van Damme: Telekom warnt vor hohen Kosten von Glasfaser für alle

Bald verlässt er die Telekom, doch er bleibt auf Linie: Niek Jan van Damme findet FTTH einfach zu teuer. Und er betont, dem Kunden sei es völlig egal, woher seine Datengeschwindigkeit komme.

Artikel veröffentlicht am ,
Netzausbau der Telekom
Netzausbau der Telekom (Bild: Deutsche Telekom)

Telekom-Deutschland-Chef Niek-Jan van Damme hat im Gespräch mit der Bild-Zeitung vor den hohen Kosten von Fiber To The Home (FTTH) für alle gewarnt. Auf die Frage, warum die Versorgung nicht ausschließlich über Glasfaser sondern mit Vectoring erfolge, sagte der scheidende Landeschef: "Wollte man alle Haushalte anschließen, würde das mindestens 80 Milliarden Euro kosten. Abgesehen davon, dass es gar nicht die Tiefbaukapazitäten gibt, um jeden Vorgarten in Deutschland in absehbarer Zeit aufzugraben."

Stellenmarkt
  1. Lead Quality Manager Systems - ISO 17025/GLP (m/w/d)
    Hays AG, Hamburg
  2. Senior Software-Entwickler:in Java / JavaScript lexoffice (m/w/d)
    Haufe Group, Freiburg im Breisgau
Detailsuche

Die Zukunft liege für die Telekom in konvergenten Lösungen, die Mobilfunk, Glasfaserkabel und Kupferleitungen kombinierten. "Dem Kunden ist doch völlig egal, woher seine Datengeschwindigkeit kommt", erklärte van Damme.

Laut Berechnungen der belgischen Consultant COMSOF für die Branchenorganisation FTTH Council Europe kostet Fiber To The Home (FTTH) für alle Länder in der Europäischen Union nur 156 Milliarden Euro. Die Kosten beinhalten 100 Prozent versorgte (Homes Passed) und 50 Prozent angeschlossene Haushalte. Danach dürften die Kosten allein für Deutschland weit niedriger liegen. Dennoch sind die Ausgaben sehr hoch und von der Telekom allein nicht zu bewältigen: Die im Branchenverband Buglas (Bundesverband Glasfaseranschluss) vertretenen kommunalen Unternehmen wollen, dass die Vergabe öffentlicher Fördermittel ausschließlich auf Glasfasernetze beschränkt werden müsse, die mit Open Access für Vorleistungen geöffnet seien. Bis 2030 sei so für alle Haushalte eine vollständig flächendeckende Versorgung möglich.

Telekom: Vectoring bringt größtes Glasfasernetz für Deutschland

Van Damme betonte, die Telekom würde sich nicht "in Sachen Glasfaserausbau sperren: Mit mehr als 430.000 Kilometern Glasfaserkabel verfügen wir über das mit Abstand größte Glasfasernetz in Deutschland. Jährlich wächst dieses Netz um mehrere 10.000 Kilometer, das leistet niemand außer uns. Und es investiert auch niemand so viel wie wir, alleine rund fünf Milliarden Euro im vergangenen Jahr."

Golem Akademie
  1. Ansible Fundamentals: Systemdeployment & -management: virtueller Drei-Tage-Workshop
    6.–8. Dezember 2021, Virtuell
  2. SAMBA Datei- und Domänendienste einrichten: virtueller Drei-Tage-Workshop
    7.–9. März 2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Dennoch hat die Telekom kaum Glasfaser bis in die Häuser verlegt. Angaben zur Anzahl ihrer echten Glasfaseranschlüsse macht die Telekom deshalb auch traditionell nicht. Hier gibt es nur Schätzungen: Die Gesamtzahl der FTTB/H-Anschlüsse in Deutschland lag laut Angaben des VATM (Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten) zum Jahresende 2016 bei knapp 2,7 Millionen. Tatsächlich gebucht waren 791.000, davon 707.000 bei den Wettbewerbern, 84.000 bei der Telekom.

Das Programm der Telekom, 100 Gewerbegebiete in Deutschland mit schnellem Internet zu versorgen, sei in Willich begonnen worden, sagte van Damme. Im Gewerbegebiet Münchheide werde die Telekom ab dem Jahr 2018 für rund 800 Betriebe Datenraten von bis zu 1 GBit/s bieten.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


neocron 15. Aug 2017

ok, danke! aha :D

Ovaron 10. Aug 2017

Hast Du den Router wenigstens von der Telekom gemietet?

Ovaron 10. Aug 2017

LTE Zelle. Es ging darum welche Latenz LTE hat. Als Detail: Es ist eine 1800 MHz Zelle...

Kelran 10. Aug 2017

+1 Das ist der Punkt. Die Infrastruktur eines Landes gehört strategisch geplant und...

Ovaron 09. Aug 2017

Wie man hinein ruft... Du willst wirklich erzählen das man aus den...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Pornhub, Youporn, Mydirtyhobby
Gericht bestätigt Zugangsverbot für Pornoportale

Die Landesmedienanstalt NRW hat zu Recht gegen drei Pornoportale mit Sitz in Zypern ein Zugangsverbot verhängt.

Pornhub, Youporn, Mydirtyhobby: Gericht bestätigt Zugangsverbot für Pornoportale
Artikel
  1. Zip: Ratenzahlung in Microsoft Edge empört die Community
    Zip
    Ratenzahlung in Microsoft Edge empört die Community

    Die App Zip wird seit Microsoft Edge 96 standardmäßig aktiviert. Diese bietet Ratenzahlung an, schürt aber nur Hass in der Community.

  2. Kompakter Einstieg in die Netzwerktechnik
     
    Kompakter Einstieg in die Netzwerktechnik

    Die Golem Akademie bietet Admins und IT-Sicherheitsbeauftragten in einem Fünf-Tage-Workshop einen umfassenden Überblick über Netzwerktechnologien und -konzepte.
    Sponsored Post von Golem Akademie

  3. Razer Zephyr im Test: Gesichtsmaske mit Stil bringt nicht viel
    Razer Zephyr im Test
    Gesichtsmaske mit Stil bringt nicht viel

    Einmal Cyberpunk mit Beleuchtung bitte: Tragen wir Razers Zephyr in der U-Bahn, fallen wir auf. Allerdings ist das Produkt nicht ausgereift.
    Ein Test von Oliver Nickel

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Last Minute Angebote bei Amazon • Crucial-RAM zu Bestpreisen (u. a. 16GB Kit DDR4-3600 73,99€) • HP 27" FHD 165Hz 199,90€ • Razer Iskur X Gaming-Stuhl 239,99€ • Adventskalender bei MM/Saturn (u. a. Surface Pro 7+ 849€) • Alternate (u. a. Adata 1TB PCIe-4.0-SSD für 129,90€) [Werbung]
    •  /