Niedrige Datenrate: Wer am zu langem Kupferkabel hängt

Auf zu langen Kupferkabelstrecken im Netz der Deutschen Telekom bekommen sehr viele Nutzer schwache Datenübertragungsraten. Das sagte David Zimmer, Präsident des VATM, am 28. Oktober 2021 während der Vorstellung der Branchenstudie des Verbands(öffnet im neuen Fenster) . "Weit über 200.000 einzelne Gebäude verfügen bundesweit in gut versorgten Gebieten aufgrund der Physik zu langer Kupferdoppeladerleitungen nicht über schnelles Internet."
Der Vectoring-Effekt auf der Kupferleitung nimmt mit der Leitungslänge tatsächlich ab und ist bei der bisher eingesetzten Technik ab 700 bis 800 Metern praktisch nicht mehr feststellbar.
Zimmer betonte: "Für rund eine Million Menschen brauchen wir mit höchster Priorität eine funkgestützte Digitalisierungshilfe, bis der Glasfaserausbau realistischerweise erfolgen kann."
Fixed Wireless Access bisher nur versprochen
Eine solche schnelle Digitalisierungshilfe könne ausschließlich per "Funk oder Satellit erfolgen" , sagte Zimmer. Der gerade eingeführte Digitalisierungszuschuss des Bundesverkehrsministeriums sei leider unbrauchbar, da er nur etwa ein Prozent der Problemfälle abdecke und um Jahre zu spät abrufbar sei.
Zugleich hat bisher kein Betreiber von 5G-Netzen in Deutschland sein Versprechen für Fixed Wireless Access umgesetzt . Fixed Wireless Access (FWA) bedeutet, dass das Mobilfunksignal über eine Antenne auf dem Dach oder am Fenster ins Haus gebracht wird, von wo aus Ethernet-Kabel und Wi-Fi die Versorgung bieten.
Zimmer ist Mitglied im Vorstand von Deutsche Glasfaser. Er ist einer der Gründer von Inexio , eines saarländischen Netzbetreibers, der selbst lange hauptsächlich auf Vectoring setzte und von Deutsche Glasfaser übernommen wurde. Im März 2021 erklärte die Deutsche Glasfaser Unternehmensgruppe, in den folgenden 5 Jahren über 300.000 Haushalte im Saarland mit FTTH (Fiber To The Home) auszustatten.



