Niedersachsen: Polizei meldet erfolgreiche Facebook-Fahndungen
Niedersachsens Polizei ist mit der sogenannten Facebook-Fahndung äußerst zufrieden. Mehr als ein Dutzend Fahndungserfolge seien unmittelbar auf Hinweise auf der Facebook-Fanpage der niedersächsischen Polizei(öffnet im neuen Fenster) zurückzuführen, heißt es in einer offiziellen Mitteilung(öffnet im neuen Fenster). Personenbezogene Daten würden aber nicht auf den US-Datenbanken landen, versichert die Strafverfolgungsbehörde.
Seit zwei Jahren gibt es die Facebook-Seite der niedersächsischen Polizei. Seitdem hat sie dort 293 Beiträge gepostet, darunter Fahndungsaufrufe, Suchen nach vermissten Personen, Sachfahndungen, Zeugenaufrufe, Warnmeldungen und Pressemitteilungen. Das sind rund 12 Postings pro Monat. 75 Postings gelten mittlerweile als erledigt. Als Beispiel einer erfolgreichen Fahndung nennt die Polizei die Verhaftung eines mutmaßlichen Gewaltverbrechers durch den Hinweis eines Wachmanns.
Bundesweite Fahndung über Facebook
Nach den positiven Erfahrungsmeldungen wird darüber diskutiert, ob Polizeibehörden aus ganz Deutschland ihre Fahndungen über Facebook verbreiten sollten. Damals hatte Uwe Schwellnus, der Pressesprecher des Landeskriminalamts Niedersachsen zu Golem.de, gesagt, es lasse sich nicht angeben, wie viele Hinweise auf mögliche Täter tatsächlich von Facebook-Nutzern kämen. Die Polizei komme jedoch um die Mithilfe über soziale Medien nicht mehr herum, sagte Hamburgs Innensenator Michael Neumann (SPD) im Dezember 2013.
Die Polizei ist in ihren Möglichkeiten bei sozialen Medien aber deutlich eingeschränkt. Aus Datenschutzgründen darf beispielsweise kein Foto eines Verdächtigen hochgeladen werden. So finden sich im Facebook-Profil der Polizei Hannover(öffnet im neuen Fenster) nicht mehr als kurze Links auf die eigentlichen Fahndungsseiten der Polizei(öffnet im neuen Fenster). Als Problem können sich auch die Kommentare erweisen. Diese werden bewertet und gegebenenfalls gelöscht. "Mitunter gibt es dort nicht sachgerechte Kommentare", sagte Schwellnus.
Gefahr von Lynchjustiz
Zudem sollen keine Hinweise auf mögliche Täter auf Facebook erscheinen. Dies müsse sichergestellt werden, um mögliche Hetzjagden und Selbstjustiz zu unterbinden, sagte Hamburgs Innensenator. In Frankfurt am Main wurde beispielsweise eine Facebook-Gruppe zur Jagd auf einen Serienvergewaltiger gegründet(öffnet im neuen Fenster).
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