Niedersachsen: Künstliche Intelligenz soll Gewalt im Gefängnis verhindern

In Niedersachen erlaubt eine Gesetzesnovelle den Einsatz von KI, um Gefangene vor Gewalt und Suiziden zu schützen. Das Pilotprojekt kostet fast eine Millionen Euro.

Artikel veröffentlicht am , Lennart Mühlenmeier/dpa
Die JVA Oldenburg im Jahr 2007, an der das Pilotprojekt durchgeführt wird.
Die JVA Oldenburg im Jahr 2007, an der das Pilotprojekt durchgeführt wird. (Bild: Robert Geipel/CC-BY-SA 3.0)

Ein Forschungsprojekt in Niedersachsen soll herausfinden, welchen Nutzen künstliche Intelligenz (KI) bei der Suizid- und Gewaltprävention in Gefängnissen haben kann. Eine dafür notwendige Gesetzesnovelle des Landes-Vollzugsgesetzes wurde am Dienstag (17. Mai) im Landtag beraten und angenommen, wie der Landtag Golem.de mitteilte. Das Gesetz tritt am 1. Juli 2022 in Kraft. Das Projekt könnte den dauerhaften Einsatz von KI im Justizvollzug ermöglichen. Der Test findet in der Justizvollzugsanstalt Oldenburg statt, wie die dpa meldet.

Stellenmarkt
  1. UX/UI Designer (m/w/d)
    Brückner Maschinenbau GmbH & Co. KG, Siegsdorf
  2. IT-Spezialist (w/m/d) mit Schwerpunkt Personalanwendungen
    Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg-Eppendorf (Home-Office möglich)
Detailsuche

Bei der Gewaltprävention wird laut Ministerium bereits auf Videoüberwachung gesetzt, etwa in den Fluren oder Höfen der Gefängnisse. Diese Aufnahmen laufen in den Sicherheitszentralen der Justizvollzugsanstalten zusammen - eine gleichzeitige Überwachung aller Kamerabilder sei aufgrund der hohen Anzahl nicht möglich, heißt es. Auffälligkeiten könnten von der künstlichen Intelligenz erkannt werden und zu einer Aufschaltung, einer Art Hinweis, führen. Die KI könnte damit die JVA-Beschäftigten unterstützen.

KI für Überwachung der Sicherungsmaßnahmen

Wenn gegen Gefangene besondere Sicherungsmaßnahmen angeordnet würden - etwa bei Suizidgefahr - könnte eine KI hier zusätzliche Sicherheit bringen. In diesem Jahr haben bislang zwei Menschen Suizid in niedersächsischen Gefängnissen begangen. In den Jahren von 2017 bis 2021 beläuft sich die Gesamtsumme auf 27 Suizide. "Im Moment sind in Niedersachsen rund 4.400 Menschen inhaftiert", teilte ein Sprecher des Justizministeriums Golem.de mit.

Die Forschungsdauer ist auf drei Jahre angesetzt. Der Zuschlag für die Ausschreibung zu dem Projekt wurde bereits Ende März "an die Bietergemeinschaft FZI Forschungszentrum Informatik (FZI) und Vomatec Innovations erteilt", wie das Justizministerium in Hannover auf Anfrage von Golem.de mitteilte. Die Erforschung kostet laut Ministerium pro Jahr "ca. 300.000 Euro netto" und habe bereits begonnen. Wenn die Untersuchungen erfolgreich seien, dürfe die Technik auf Grundlage der neuen Gesetzesfassung auch angewendet werden.

Künstliche Intelligenz: Wissensverarbeitung - Neuronale Netze

Der Autor meint:

Golem Karrierewelt
  1. Automatisierung (RPA) mit Python: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    03./04.11.2022, Virtuell
  2. C++ Programmierung Grundlagen (keine Vorkenntnisse benötigt): virtueller Drei-Tage-Workshop
    01.-03.08.2022, virtuell
Weitere IT-Trainings

In Nordrhein-Westfalen gab es bereits 2019 ähnliche Versuche mit KI, doch die Ergebnisse sind bisher nicht auffindbar. Es ist anzuzweifeln, ob technische Lösungen für Probleme wie Suizide in Haft tatsächlich zielführend sind. Viel eher werden alle Gefangenen für einen fragwürdigen Versuch unter Generalverdacht gestellt.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
US-Streaming
Abonnenten immer unzufriedener mit Netflix

Wenn Netflix-Abonnenten das Abo kündigen, wird vor allem der hohe Preis sowie ein schlechtes Preis-Leistungs-Verhältnis als Grund dafür genannt.

US-Streaming: Abonnenten immer unzufriedener mit Netflix
Artikel
  1. Machine Learning: Die eigene Stimme als TTS-Modell
    Machine Learning
    Die eigene Stimme als TTS-Modell

    Mit Machine Learning kann man ein lokal lauffähiges und hochwertiges TTS-Modell der eigenen Stimme herstellen. Dauert das lange? Ja. Braucht man das? Nein. Ist das absolut nerdig? Definitv!
    Eine Anleitung von Thorsten Müller

  2. Elektro-SUV: Drako Dragon soll Teslas Model X Plaid deutlich übertreffen
    Elektro-SUV
    Drako Dragon soll Teslas Model X Plaid deutlich übertreffen

    Das Elektroauto Drako Dragon soll mit seinen vier Motoren eine Leistung von 1.470 kW entwickeln und 320 km/h Spitze fahren.

  3. Discovery+: Neues Streamingabo in Deutschland verfügbar
    Discovery+
    Neues Streamingabo in Deutschland verfügbar

    Während etwa Netflix oder Disney werbefinanzierte Varianten ihrer Abos planen, startet Discovery+ gleich mit einem solchen Dienst.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • MSI RTX 3080 Ti Ventus 3X 12G OC 1.049€ • Alternate (u. a. Corsair Vengeance LPX 32 GB DDR4-3600 106,89€) • be quiet! Pure Rock 2 26,99€ • SanDisk microSDXC 400 GB 29€ • The Quarry + PS5-Controller 99,99€ • Samsung Galaxy Watch 3 119€ • Top-PC mit Ryzen 7 & RTX 3070 Ti 1.700€ [Werbung]
    •  /