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Niederländischer Staatssekretär: F-35-Software ließe sich wie iPhone "jailbreaken"

Der niederländische Verteidigungsstaatssekretär hat angedeutet, dass die F-35-Kampfjets auch ohne US-Zustimmung modifiziert werden könnten.
/ Andreas Donath
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Royal Netherland Air Force F-35A Lightning II (Bild: Koninklijke Luchtmacht)
Royal Netherland Air Force F-35A Lightning II Bild: Koninklijke Luchtmacht

Der niederländische Verteidigungsstaatssekretär Gijs Tuinman hat in einem Podcast angedeutet, die Softwaresysteme des F-35-Kampfjets könnten auch ohne US-Zustimmung modifiziert werden – ähnlich wie beim Jailbreak eines Smartphones.

"Wenn man trotz allem ein Upgrade durchführen will, sage ich etwas, das ich eigentlich nicht sagen sollte: Man kann einen F-35 jailbreaken wie ein iPhone" , sagte Tuinman in einem Podcast des Senders BNR Nieuwsradio(öffnet im neuen Fenster) . Die Äußerung erfolgt vor dem Hintergrund wachsender diplomatischer Spannungen zwischen der US-Administration und mehreren europäischen Verbündeten.

Tuinman, seit 2024 im Amt, sei aber nicht näher auf technische Details eines solchen Vorgehens eingegangen, berichtete The War Zone(öffnet im neuen Fenster) . Ob seine Aussage sich auf tatsächliche Möglichkeiten oder theoretische Szenarien bezieht, bleibt unklar.

Komplexe Software-Abhängigkeiten

Das F-35-Programm arbeitet mit einem Softwaresystem, das den Betreiberstaaten eigenständige Modifikationen untersagt. Nahezu alle Maschinen im Dienst erhalten Updates über ein cloudbasiertes Netzwerk, das ursprünglich als Autonomic Logistics Information System (ALIS) bekannt war und derzeit durch das Operational Data Integrated Network (ODIN) ersetzt wird.

Dieses Netzwerk dient nicht nur für routinemäßige Softwareupdates. Es fungiert als primärer Kanal für das Hochladen von Missionsdatenpaketen, die klassifizierte Informationen über feindliche Verteidigungssysteme und Geheimdienstdaten enthalten. Nach Flügen lädt das System zudem Betriebsdaten für Analyse- und Planungszwecke herunter.

Israel bleibt das einzige Land, das nachweislich unabhängige Rechte zur Softwareinstallation für seine F-35I-Variante aushandelte.

Nachdem Bedenken bezüglich des Informationsaustauschs innerhalb des Netzwerks aufgekommen waren, implementierten die Niederlande und andere Betreiberstaaten Firewalls für bestimmte Softwareaktivitäten. Diese Arbeiten finden jedoch weiterhin in den USA unter Aufsicht des US-Militärs und Lockheed Martins statt.

Praktische Hindernisse

Jeder Versuch, die F-35-Systeme eigenständig zu modifizieren, stieße auf unmittelbare praktische Hindernisse. Das Flugzeug ist stark von US-Wartungsketten und der Ersatzteilversorgung abhängig, die durch Exportkontrollen und Fertigungsvereinbarungen geregelt sind.

Bei einer unautorisierten Systemmodifikation könnte Lockheed Martin rechtliche Schritte einleiten, und die Beziehungen zur US-Regierung würden zusätzlich belastet. Diese würde vermutlich zu einer Unterbrechung der Ersatzteil- und technischen Unterstützung führen.

Das Verhalten der US-Regierung lässt einige Regierungen ihre F-35-Programme überdenken. So leitete Kanada kürzlich eine Überprüfung seiner F-35-Beschaffungspläne ein.


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