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Niedax, Bahn, Giga Fiber: Viele Geheimnisse um neues Glasfasernetz am Schienenstrang

Ein neues Glasfaser -Netz am Schienenstrang soll Resilienz bringen. Doch es hat eine problematische Geschichte.
/ Achim Sawall
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Bundeskanzler friedrich Merz (Bildmitte) mit dem Führungsteam von Niedax (Bild: Niedax)
Bundeskanzler friedrich Merz (Bildmitte) mit dem Führungsteam von Niedax Bild: Niedax

Die Niedax Group, die ein neues gesichertes Glasfasernetz in Deutschland bauen will, habe dafür bereits einen Vertrag mit der Deutschen Bahn geschlossen. Das teilte das Unternehmen Golem auf Anfrage mit. "Es gibt einen Kooperationsvertrag zwischen beiden Parteien, zu dem aufgrund einer Vertraulichkeitserklärung keine Details bekannt gegeben werden" , hieß es.

Ein Bahn-Sprecher bestätigte Golem: "Seitens der DB Infrago geht es in dem Vorhaben um die Gestattung zum Verlegen von Leitungen. Eine Partnerschaft in dem Projekt ist nicht geplant. Dazu wurde beiderseits eine Verschwiegenheitserklärung vereinbart." Golem fragte so genau nach, weil ein Vertrag mit der Bahn für dieses Projekt bereits vor Jahren von Giga Fiber erfunden wurde .

Niedax, ein Hersteller von Kabelverlegesystemen, stellte sein Projekt zum Aufbau eines gesicherten Glasfasernetzes entlang von rund 33.000 Kilometern Bahnschiene am 2. Februar 2026 mit Beisein von Bundeskanzler Friedrich Merz vor 300 Gästen auf seinem Technologie Campus in Neustadt/Wied-Rahms (Rheinland-Pfalz) vor. Insider gehen davon aus, dass ein solches Netz einen zweistelligen Milliardenbetrag kostet.

Investoren bleiben geheim

Zu den Investoren will sich Niedax nicht äußern: "Die Finanzierung des Infrastrukturprojektes Glasfasernetzausbau wird rein privat finanziert durch Investoren aus dem deutschsprachigen Raum. Zu den konkreten Investoren und Vertragsinhalten geben wir keine Auskunft" , erklärte das Unternehmen Golem. Niedax ist nicht börsennotiert und unterliegt darum geringeren Berichtspflichten.

Glasfaser entlang des deutschen Schienennetzes kündigte zuvor bereits das Unternehmen Giga Fiber von Lars Diebold fast wortgleich an , was sich aber wie ein anderes Projekt für 0-Euro-FTTH für Privatkunden als bloße PR-Aktion erwies.

Diebold erklärte Golem am 11. Februar 2026, er habe im Mai 2024 zuerst 10 Prozent der Giga Fiber an die Niedax Gruppe verkauft. Als Kabelkanalhersteller mit DB Zulassung – das Unternehmen verbaut seit Jahren im Bahnumfeld seine Kanäle – sei das der richtige Weg gewesen, sagte er.

"Bis zum April 2025 haben wir dann das Projekt mit Planung, Berechnung, Businessplänen et cetera fertiggestellt und dann die restlichen 90 Prozent an die Niedax verkauft, da diese Art von Großprojekten in der Umsetzung in das Portfolio einer Niedax passt."

Niedax sei heute hundertprozentiger Gesellschafter der Giga Fiber, jetzt GF Abwicklungsgesellschaft. Auch der Gesellschaftszweck sei 1:1 identisch bei Giga Fiber zu Netz33 kopiert worden, erklärte Diebold.

Niedax erklärte dagegen : "Frühere Kooperationen zwischen der Niedax und der Giga Fiber bestehen nicht fort. Die Glasfaser-Aktivitäten der Niedax Group werden heute eigenständig über die entsprechende Konzernstruktur umgesetzt, da innerhalb der Unternehmensgruppe sowie im Partnernetzwerk die erforderlichen Kompetenzen für die Umsetzung eines solchen Großprojektes gebündelt werden."


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