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Nicht mehr sexy: Tesla streicht Model S und Model X

Tesla beendet die Produktion von Model S und X . An deren Stelle sollen humanoide Roboter und fahrerlose Taxis vom Band laufen.
/ Andreas Donath
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Tesla Model S (Bild: Tesla)
Tesla Model S Bild: Tesla

Tesla stellt die Produktion von Model S und Model X ein(öffnet im neuen Fenster) . Die beiden Fahrzeuge werden im laufenden Quartal aus dem Programm genommen, wie CEO Elon Musk am Rande der Bilanzpressekonferenz mitteilte. Der Schritt markiert eine strategische Neuausrichtung des Unternehmens, das im Werk Fremont Kapazitäten für neue Produkte schaffen will.

Musk wollte mit den Modellbezeichnungen ursprünglich den Schriftzug S-E-X-Y bilden. Da Ford die Rechte an der Bezeichnung Model E hält, verwendete Tesla stattdessen Model 3, woraus S-3-X-Y wurde.

Das Model S war 2012 Teslas erstes vollständig selbst entwickeltes Fahrzeug und etablierte den Ruf des Unternehmens als ernstzunehmender Elektroautohersteller. Das Model X folgte 2015 mit seinen markanten Flügeltüren. Heute machen beide Modelle zusammen nur noch drei Prozent der Tesla-Auslieferungen aus. Die Besitzer der Fahrzeuge erhalten weiterhin technischen Support.

In den frei werdenden Produktionslinien will Tesla seinen humanoiden Roboter Optimus und das Cybercab fertigen – ein Fahrzeug ohne Lenkrad und Pedale. Musk kündigte an, die Cybercab-Produktion noch in diesem Jahr zu starten. Er hoffe, dass das Fahrzeug langfristig alle anderen Tesla-Modelle zahlenmäßig übertreffen könne.

Wettbewerb bei autonomen Fahrzeugen verschärft sich

Tesla betreibt derzeit rund 500 Model Y als Robotaxis in Austin, Texas, und Kalifornien. In Kalifornien schreiben die Behörden allerdings noch einen Sicherheitsfahrer vor. Der Konkurrent Waymo setzt bereits über 2.500 vollständig fahrerlose Fahrzeuge in mehreren US-Städten ein.

Teslas Ansatz, ausschließlich auf Kameras zu setzen, bleibt umstritten. Wettbewerber wie Waymo nutzen zusätzliche Sensoren wie Lidar zur Umgebungserfassung. Sollte sich Teslas Strategie als tragfähig erweisen, könnte dies erhebliche Kostenvorteile bringen.

Bei humanoiden Robotern sieht Musk chinesische Entwickler als Hauptkonkurrenz. Allerdings testeten US-Unternehmen wie Figure AI bereits Roboter in Fabriken, etwa im BMW-Werk in den USA. Tesla plant, die Optimus-Produktion in diesem Jahr zu starten und das Gerät möglicherweise Ende 2027 zu verkaufen.

Schwieriges Jahr für Tesla

Tesla verzeichnete 2025 erstmals in der Unternehmensgeschichte einen Jahresrückgang bei den Verkäufen. Die Auslieferungen sanken um 8,5 Prozent auf 1,636 Millionen Fahrzeuge, nach einem Höchststand von 1,8 Millionen im Jahr 2023. Der Umsatz fiel um drei Prozent auf 94,8 Milliarden Dollar, während der Jahresgewinn um 46 Prozent auf 3,8 Milliarden US-Dollar einbrach.

Mehrere Belastungsfaktoren

Verschiedene Faktoren trugen zu Teslas Herausforderungen bei. Ein Modellwechsel beim beliebten Model Y verlangsamte die Produktion zu Jahresbeginn. Der elektrische Pick-up Cybertruck blieb hinter den Erwartungen zurück. US-Verbraucher kauften verstärkt Verbrenner und Hybride, während europäische Käufer zu Wettbewerbern wechselten, auch zu chinesischen Herstellern.

Musks politische Aktivitäten und öffentliche Äußerungen dürften die ebenfalls viele Käufer beeinflusst haben.

US-Präsident Donald Trump ließ die Steuervergünstigung von 7.500 US-Dollar beim Kauf eines Elektroautos auslaufen. Gleichzeitig wurden die Regeln zum CO 2 -Ausstoß aufgeweicht – ein doppelter Schlag, der Tesla eine wichtige Einnahmequelle nahm.

In den vergangenen Jahren hatte das Unternehmen durch den Verkauf von Emissionszertifikaten an andere Autobauer erhebliche Zusatzerlöse erzielt. Diese fielen im vierten Quartal auf 542 Millionen US-Dollar, verglichen mit 692 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal. Im gesamten Jahr 2024 hatte Tesla noch 2,76 Milliarden US-Dollar mit Verschmutzungsrechten eingenommen.


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