Nicht-Abwerbe-Pakt: Google hat mit Apple und Intel gemauschelt

Zu der Sammelklage um den Nicht-Abwerbe-Pakt zahlreicher IT-Firmen sind weitere Details bekannt geworden. So gab es entsprechende Absprachen zwischen Google und Apple sowie zwischen Google und Intel.

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Ex-Google-Chef Eric Schmidt pflegte Nicht-Abwerbe-Pakte mit Apple und Intel.
Ex-Google-Chef Eric Schmidt pflegte Nicht-Abwerbe-Pakte mit Apple und Intel. (Bild: Chip Somodevilla/Getty Images)

Im Rahmen eines Gerichtsverfahren zur Sammelklage gegen etliche IT-Firmen sind weitere Details zum Nicht-Abwerbe-Pakt der beteiligten Firmen bekannt geworden. Aus Gerichtsunterlagen geht hervor, dass der damalige Google-Chef Eric Schmidt im März 2007 vom damaligen Apple-Chef Steve Jobs eine E-Mail erhalten hat, wie Reuters berichtet. In der E-Mail bat Jobs Schmidt darum, Anwerbeversuche seitens Google zu unterlassen. Google hatte versucht, einen Apple-Angestellten abzuwerben.

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Schmidt wies Googles Leiter der Personalabteilung dann an, den Anwerbeversuch zu stoppen und forderte einer Erklärung dafür. Eine Stunde später wurde der Abwerbeversuch Seitens Google gestoppt und der Leiter von Googles Personalabteilung entschuldigte sich bei Schmidt und richtete ihm aus, diese Entschuldigung auch an Steve Jobs weiterzureichen. Zu diesem Zeitpunkt saß Eric Schmidt bei Apple im Aufsichtsrat.

Intel-Chef wollte Nicht-Abwerbe-Pakt geheimhalten

Auch zwischen Google und Intel gab es laut Gerichtsunterlagen einen entsprechenden Nicht-Abwerbe-Pakt. In einer E-Mail von Intel-Chef Paul Otellini betont dieser, dass es kein unterschriebenes Dokument dazu gibt. Weiter führt er aus, dass es eine Abmachung zwischen Intel und Google per Handschlag gebe, sich gegenseitig keine Mitarbeiter abzuwerben. Otellini fügt hinzu, dass er nicht wünscht, dass diese Vereinbarung allgemein bekannt wird. Seit April 2004 sitzt Paul Otellini in Googles Aufsichtsrat.

In den USA läuft eine Sammelklage gegen etliche große Computerfirmen. Dazu gehören Adobe, Apple, Google, Intel, Intuit, Lucasfilm und Pixar. Die betroffenen Unternehmen sollen Vereinbarungen getroffen haben, sich gegenseitig keine Mitarbeiter abzuwerben. Die im Gerichtsverfahren bekannt gewordenen E-Mails wurden vom US-Justizministerium gesammelt, das zu den Vorfällen bereits ermittelt hatte. Es ging dabei um Verstöße gegen das Wettbewerbsrecht, weil Firmen Vereinbarungen getroffen haben sollen, sich gegenseitig keine Mitarbeiter abzuwerben. Das Verfahren wurde eingestellt und die betroffenen Firmen verpflichteten sich, keine solchen Abkommen mehr zu schließen.

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Ein Softwareentwickler hatte dann im Mai 2011 eine Sammelklage gegen die genannten Firmen eingereicht. Die Kläger beschuldigen die Firmen, ein Kartell gebildet zu haben, damit sie sich gegenseitig keine Mitarbeiter abwerben. Dadurch wollten sie die Personalkosten möglichst gering halten und haben damit die beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten der Angestellten künstlich beschränkt. Mitarbeiter hätten aufgrund der Absprache keine Chance, ihre Arbeitssituation zu verbessern, so die Kläger.

Vor 1,5 Wochen wurden E-Mails bekannt, in denen die Nicht-Abwerbe-Praktiken zwischen Apple und Adobe sowie zwischen Apple und Pixar bekannt wurden. Auch zwischen Pixar und Lucasfilm gab es demnach solche Vereinbarungen.

Bisher ist nur von einem Unternehmen bekannt, dass es sich gegen einen solchen Nicht-Abwerbe-Pakt gewehrt hat. So soll Apple dem damaligen Palm-Chef Ed Colligan Mitte 2007 eine entsprechende Vereinbarung vorgeschlagen haben, die Palm abgelehnt hatte. Colligan ging davon aus, dass eine solche Vereinbarung "nicht nur falsch, sondern vermutlich auch illegal sei" und weigerte sich, auf den Vorschlag von Steve Jobs einzugehen.

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