Niantic: Pokémon-Go-Entwickler stellt Spiele ein und baut Stellen ab
Niantic schrumpft. Das Unternehmen stellt mehrere Spiele ein und 230 Mitarbeiter werden entlassen. In einem " organisatorischen Update(öffnet im neuen Fenster) " teilte Gründer und CEO John Hanke seinen Angestellten die Entscheidung mit.
Man wolle den Fokus auf Investitionen in Mobilegames eingrenzen und sich auf First-Party-Spiele wie Peridot konzentrieren. "Der Markt für mobile Spiele ist sehr reif und nur die besten und differenziertesten Titel haben eine Chance auf Erfolg."
Einer seiner jüngsten Titel hat das wohl nicht geschafft. Niantic schließt sein Studio in Los Angeles und damit auch den Ort, an dem NBA All World entwickelt wurde. Das Basketball-Sammelkarten-Spiel wird eingestellt . Die Entwicklung an einem noch unveröffentlichten Marvel-Titel wird beendet.
Hanke setzt auf die Entwicklung von Mixed-Reality-Geräten und AR-Brillen: "Wir glauben nach wie vor an Augmented Reality als zukünftigen Formfaktor" des Computers. Er nennt Produkte wie Meta Quest Pro und Apple Vision Pro als Bestätigung für diesen technologischen Wandel.
Im Interview mit Golem.de sprach Hanke schon 2022 über seine Hoffnung für AR und die Skepsis gegenüber einem Virtual-Reality-Metaverse . "Es würde mich beunruhigen, wenn sie wirklich populär werden und die Leute mit VR-Brillen in geschlossenen Räumen sitzen. Das wäre eine schlechte Entwicklung für die Menschheit" , so der Niantic-CEO.
Killed by Niantic
Vor genau einem Jahr entließ Niantic schon einmal rund 90 Angestellte . John Hanke versicherte Golem.de im Interview damals, es gehe dem Unternehmen "wirklich gut" .
Die Liste von Niantics eingestellten Projekten wird immer länger. Das 2020 angekündigte Catan World Explorers wurde nach einer Testphase noch vor dem offiziellen Start gecancelt. Ein Transformers-Spiel wurde mit der Entlassungswelle im Jahr 2022 eingestellt. Selbst Harry Potter Wizards Unite (g+) konnte den magischen Moment von Pokémon Go nicht wiederholen, der Betrieb wurde Anfang 2022 beendet.
Neben dem profitablen Pokémon Go und dem selbst entwickelten Peridot laufen die Nintendo-Kooperation Pikmin Bloom und Monster Hunter Now weiter – vorerst zumindest.
Dass dieses Schicksal auch Pokémon Go droht, ist indes unwahrscheinlich. Hanke nennt Pokémon Go als oberste Priorität, das Unternehmen werde weiter in dessen Wachstum investieren. Laut Daten von Statista und Appmagic(öffnet im neuen Fenster) generierte das Spiel im vergangenen Jahr noch immer 645 Millionen US-Dollar Umsatz.
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