Nexus 9 vs. Z3 Tablet Compact: Stark und aktuell gegen leicht und formschön

Tablets mit 10 Zoll großem Display sind für unterwegs zu groß, solche mit 7-Zoll-Bildschirm angesichts immer größerer Smartphones mittlerweile schon fast zu klein: Ein guter Kompromiss sind Tablets mit Displaygrößen zwischen 8 und 9 Zoll. Mit dem Nexus 9 und Sonys Xperia Z3 Tablet Compact gibt es für diesen Bereich zwei interessante Geräte, die wir verglichen haben.

Die beiden Tablets unterscheiden sich in einigen Punkten wie Auflösung, Prozessorausstattung oder auch dem Gehäuse. Die Kosten zwischen 370 und 390 Euro sind dabei bei den einfachsten Versionen vergleichbar.











Gute und helle Displays
Bei der Wahl zwischen den beiden Geräten dürfte für viele die Displaygröße eines der wichtigsten Kriterien sein. Das Nexus 9 klingt mit seinem größeren Bildschirm und der höheren Auflösung zunächst nach der potenziell schärferen Alternative. Ein genauerer Blick ist hier allerdings aufschlussreich.
Das Z3 Tablet Compact hat einen 8 Zoll großen Triluminos-Bildschirm, der mit 1.980 x 1.200 Pixeln auflöst. Das ergibt eine Pixeldichte von 283 ppi – Bildschirminhalte werden dementsprechend ausreichend scharf dargestellt. Auch kleine Schrift liest sich gut, wenngleich bei genauem Hinsehen schon vereinzelt Treppeneffekte sichtbar sind. Mit einer durchschnittlichen maximalen Helligkeit von 481 cd/qm bietet das Tablet ausreichend Helligkeitsreserven.
Das von HTC gebaute Nexus 9 hat zwar eine höhere Auflösung von 2.048 x 1.536 Pixeln, erreicht aber aufgrund des mit 8,9 Zoll größeren IPS-Displays mit 287 ppi dennoch fast die gleiche Pixeldichte. Dementsprechend ähnlich ist der Schärfeeindruck: Im direkten Vergleich erkennen wir bei Buchstaben auf dem Nexus 9 die gleichen Treppeneffekte wie beim Z3 Tablet Compact. Effektiv bringt die höhere Auflösung also keinen Vorteil. Das Nexus 9 ist mit durchschnittlich 430 cd/qm auch hell genug.
Verschiedene Seitenverhältnisse
Das Nexus 9 hat ein Seitenverhältnis von 4:3, was beim Lesen von Texten etwas angenehmer als das schmalere 16:10-Format des Z3 Tablet Compact ist. Dafür können wir hier Filme ohne Streifen am oberen und unteren Bildschirmrand anschauen.
Bei der Blickwinkelstabilität gefällt uns das Nexus 9 etwas besser: Die Helligkeit bleibt länger stabil. Die Farbwiedergabe der beiden Displays ist sehr unterschiedlich: Dasjenige des Nexus 9 empfinden wir als zu warm, das des Sony-Tablets hingegen als zu kalt. Beim Google-Tablet kann der Nutzer an der Farbeinstellung nichts ändern; beim Z3 Tablet Compact gibt es dafür umfangreiche Möglichkeiten. Mit ein wenig Geduld lässt sich hier eine angenehme, neutrale Farbwiedergabe erreichen.
Unabhängig von der Größe gefällt uns das Display des Z3 Tablet Compact einen Tick besser. Das liegt letztlich daran, dass wir hier eine neutrale Farbwiedergabe einstellen können – beim Nexus 9 müssen wir den Gelb-Orange-Stich hinnehmen. Der Auflösungsvorsprung des Nexus 9 wird von der größeren Bildschirmdiagonale ausgeglichen, weshalb der Schärfeeindruck nahezu identisch ist.
Handlich oder nicht handlich
Das Nexus 9 ist mit 228 x 154 x 8 mm sowohl länger, breiter als auch dicker als das Z3 Tablet Compact mit 213 x 124 x 6,5 mm. Der Größenunterschied resultiert natürlich aus den unterschiedlichen Displaydiagonalen, aber auch aus den verschiedenen Seitenverhältnissen der Bildschirme: Das Sony-Tablet mit seinem 16:10-Format wäre auch bei gleicher Diagonale schmaler.











Aufgrund des vor allem schmaleren Displays lässt sich das Z3 Tablet Compact bequem in einer Hand halten. Beim Nexus 9 wird das schon schwieriger, da auch große Hände das Tablet auf der Rückseite nicht mehr umgreifen können. Zudem ist das Sony-Tablet mit 265 Gramm deutlich leichter als das Nexus 9 mit 425 Gramm. Damit wiegt es nur 12 Gramm weniger als das iPad Air 2, das einen 10 Zoll großen Bildschirm hat.
Nexus 9 aus Metall und Kunststoff
HTC hat sich beim Gehäuse des Nexus 9 für eine Mischung aus Metall und Kunststoff entschieden. Das Chassis ist aus Metall, der Rückdeckel aus mattem, griffigem Kunststoff. Der Rand des Tablets ist wie beim HTC One (M7) leicht angeschrägt, was gut aussieht. Die Verarbeitung des Nexus 9 ist in Ordnung, wir hätten uns allerdings den Übergang zwischen der Kunststoffrückseite und dem Metallrahmen etwas glatter gewünscht. Zudem knarzt das Tablet bei einigen Bewegungen.
Dem Z3 Tablet Compact merkt man seinen Aluminiumrahmen nicht unbedingt an – billig wirkt es aber nicht. Die Rückseite besteht aus einem ganz leicht angerauten Kunststoff, der sich gut anfühlt und sicheren Halt verspricht. Der Nachteil ist, dass stumpfe Kratzer sehr schnell sichtbar sind. Obwohl das Tablet sehr dünn ist, ist es verwindungssteifer als das Nexus 9 und knarzt nicht. Auch sind die Ecken nicht so scharfkantig wie bei HTCs Tablet.
Wassergeschütztes Sony-Tablet
Das Z3 Tablet Compact ist nach IP65/IP68 vor Wasser und Staub geschützt – das bietet das Nexus 9 nicht. Mit dem Sony-Tablet kann der Nutzer bis zu 30 Minuten lang in einer Tiefe von maximal 1,5 Metern tauchen gehen und dabei auch Fotos machen – oder einfach ohne Angst um das Gerät in der Badewanne ein Video gucken. In unseren Tests machten Wasser und Sand dem Tablet nichts aus. Die Anschlüsse sind wie bei den anderen wasserfesten Sony-Geräten durch Klappen mit Gummilippen isoliert. Erfreulicherweise werden diese bei jedem neuen Gerät immer kleiner und unauffälliger.
Insgesamt gefällt uns die Verarbeitung beim Sony-Gerät besser als bei HTCs Tablet. Für unterwegs finden wir auch die Größe praktischer – das Z3 Tablet Compact lässt sich noch gut in der Innentasche eines Mantels verstauen. Das Nexus 9 wirkt aufgrund seiner Dimensionen für uns unterwegs stellenweise schon etwas zu wuchtig, auch aufgrund des Gewichtes. Das ist Geschmackssache – nach unserem Empfinden ist für den mobilen Einsatz das Nexus 7 besser geeignet.
Rasanter Tegra K1
Das Nexus 9 hat mit dem 64-Bit-Prozessor Tegra K1 von Nvidia einen der aktuell stärksten mobilen SoC eingebaut. Der Dual-Core-Prozessor hat eine Taktrate von 2,3 GHz und erreicht im Geräte-Benchmark Geekbench 3 im Single-Modus über 1.900 Punkte – ein absoluter Topwert, der noch 300 Zähler über dem Ergebnis von Apples A8X liegt. Im Multi-Modus kommt das Nexus 9 auf über 3.300 Punkte – ebenfalls ein sehr guter Wert.











Das Z3 Tablet Compact kommt mit seinem Snapdragon-801-Prozessor mit vier Kernen und einer Taktrate von 2,5 GHz in Geekbenchs Single-Test mit 994 Punkten zwar auf deutlich weniger – was aber verglichen mit anderen Android-Geräten trotzdem ein Spitzenwert ist. Im Multi-Modus erreicht das Sony-Tablet knapp 2.700 Zähler – ein Wert, der auf der Höhe des Xperia Z3 liegt. Das Sony-Tablet hat 3 GByte Arbeitsspeicher, das Nexus 9 hingegen nur 2 GByte.
Auch in den Grafik-Benchmarks schneidet das Nexus 9 außergewöhnlich gut ab. Im Manhattan-Test des GFX-Benchmarks erreicht das Tablet einen Offscreen-Wert von 31,2 fps, im T-Rex-Test kommt es auf 60,5 fps. Im Icestorm Unlimited des 3D Mark schafft es über 25.000 Punkte – auch das ein außergewöhnlicher Wert.
Das Z3 Tablet Compact kommt beim Manhattan-Test auf 11,8 fps, im T-Rex-Test auf 28,1 fps – beides ebenfalls sehr gute Werte, aber bei weitem nicht so überdurchschnittlich wie die des Nexus 9. Im Icestorm Unlimited kommt das Sony-Tablet auf knapp über 18.000 Zähler.
Im Alltag kein nennenswerter Geschwindigkeitsunterschied
In der alltäglichen Nutzung merken wir bei der Bedienung der Tablets aktuell keinen nennenswerten Geschwindigkeitsunterschied. Das Blättern durch den Startbildschirm wirkt auf dem Nexus 9 etwas schneller, allerdings dürfte dies auch durch die Benutzeroberfläche Sonys bedingt sein. Auf lange Sicht dürfte die Hardware des Nexus 9 aber länger steigenden Anforderungen gewachsen sein.
Apps werden auf beiden Tablets gleich schnell geöffnet, sei es eine Standard-App wie der Chrome Browser oder ein Spiel wie Riptide GP2. Das grafisch anspruchsvolle Rennspiel läuft sowohl auf dem Nexus 9 als auch auf dem Z3 Tablet Compact absolut ruckelfrei. Mehrere offene Anwendungen bringen keines der beiden Tablets an ihre Leistungsgrenzen.
Bei der restlichen Hardwareausstattung ähneln sich die beiden Tablets: Beide laufen mit der Bluetooth-Version 4.0, WLAN wird nach 802.11a/b/g/n und ac unterstützt. Einen NFC-Chip und ein GPS-Modul haben ebenfalls beide Geräte. Das Nexus 9 gibt es in den Speicherausstattungen 16 und 32 GByte, einen Steckplatz für Speicherkarten hat das Tablet nicht. Das Z3 Tablet Compact gibt es ebenfalls in diesen Speichergrößen, hier ist allerdings ein Steckplatz für Micro-SD-Karten eingebaut. Beide Tablets gibt es auch als LTE-Version.
Nexus 9 mit Android 5.0
Das Nexus 9 ist das erste verfügbare Gerät mit der Android-Version 5.0 alias Lollipop mit seinem neuen, flachen und nüchternen Design. Im Test der Entwicklerversion hat Golem.de bereits dessen Neuerungen besprochen. Einige unklare Punkte hat Google bei der finalen Version noch beseitigt beziehungsweise Änderungen vorgenommen.











So können auf dem Nexus 9 neue Startbildschirmseiten einfach durch Ziehen eines Icons auf die nächste Seite erstellt werden. Auch auf dem Tablet erscheinen bei längerem Druck auf eine freie Stelle des Startbildschirms jetzt eine Übersicht aller Seiten sowie die Optionen, den Hintergrund zu ändern oder Widgets hinzuzufügen.
Umständlich erreichbare Schnelleinstellungen
Schade finden wir, dass die fixe App-Leiste beim Drehen des Tablets jetzt nicht mehr an den rechten Bildrand rutscht, sondern am unteren Rand bleibt. Dies mag Geschmackssache sein, wir finden die Icons am rechten Rand aber deutlich praktischer zu bedienen. Nicht gelungen finden wir auch immer noch die neue Methode, die Schnelleinstellungen aufzurufen.
Dazu muss der Nutzer nach dem Öffnen des Benachrichtigungszentrums durch einen Wisch von oben in das Display hinein noch einmal wischen. Bei Kitkat konnten die Benachrichtigungen bei Nexus-Tablets durch einen Wisch von oben links geöffnet werden, die Schnelleinstellungen durch eine Wischgeste oben rechts. Die neue Variante erfordert einen Schritt mehr – verschmerzbar, aber nervig.
Noch keine Heads-up-Notifications
Die auf der Google I/O gezeigten Heads-up-Notifications fehlen wie in der Entwicklervorschau immer noch. Damit sollen dem Nutzer wie bei der alternativen Android-ROM Paranoid Android oder auch Windows-Phone-Geräten Benachrichtigungen als kleine Balken am oberen Bildschirmrand angezeigt werden. Die Systemeinstellungen sind jetzt auch auf dem Nexus 9 einspaltig, wie bei der Entwicklervorschau auf dem Nexus 5. In der Preview-Version waren die Einstellungen auf dem Nexus 7 noch zweispaltig, was wir praktisch fanden.
Die neue Ansicht von Android 5.0 gefällt uns, die neue Version wirkt zudem wirklich schnell. App-Aufrufe und andere Nutzeraktionen werden effektiv von Übergangsanimationen begleitet; so erscheint beispielsweise das Aufrufen der App-Übersicht durch den begleitenden Effekt als noch schneller. Hinter den Kulissen von Android arbeitet jetzt die in Kitkat erstmals vorgestellte Android Runtime (ART) anstelle der bisher verwendeten Dalvik-Runtime.
Sony-Tablet mit Android 4.4.4
Sony liefert das Xperia Z3 Tablet Compact mit Android 4.4.4 und der bewährten Sony-Benutzeroberfläche aus. Diese finden wir auch auf dem neuen Tablet schick und praktisch, zudem ist sie eine der Oberflächen, die das Gerät kaum ausbremsen.
Zu den Zusatzfunktionen gehören wieder die Mini-Apps, die über die Ansicht der zuletzt genutzten Apps erreichbar sind. Der Nutzer kann so Anwendungen wie einen Rechner, Gmail, Chrome oder den Kalender als frei verschiebbare und skalierbare Fenster über dem aktuell genutzten Programm verwenden. Das ist manchmal praktisch, mittlerweile gefällt uns aber die Lösung besser, die Samsung mit dem Galaxy Note 4 eingeführt hat: Hier kann der Nutzer durch einen Wisch von einer der oberen Displayecken eine App verkleinern und anschließend verschieben – egal, welche Anwendung.
Die Playstation auf dem Tablet
Das Z3 Tablet Compact ist eines der ersten Android-Geräte von Sony, das die neue Remote-Play-Funktion für die Playstation 4 unterstützt. Nutzer können Inhalte von Sonys Konsole auf das Tablet streamen, einen Controller anschließen und dort weiterspielen. Das funktioniert in unseren Tests sehr gut.











Sony hat für alle Geräte der Z-Serie bereits die zeitnahe Verfügbarkeit von Android 5.0 angekündigt – also auch für das Z3 Tablet Compact. Geplant ist eine Verteilung ab Januar 2015. Lange müssen sich Käufer des neuen Sony-Tablets also nicht mehr gedulden, bis auch sie Lollipop auf dem Gerät haben. Die Zeiten, in denen Hersteller sehr lange für die Portierung neuer Android-Versionen brauchten, scheinen vorbei zu sein.
Für uns bietet die Verfügbarkeit von Android 5.0 für das Nexus 9 keinen zwingenden Vorteil, wenn es um die Entscheidung für eines der beiden Tablets geht. Dafür ist die Aussicht auf eine schnelle Verfügbarkeit der neuen Android-Version für das Sony-Tablet zu gut – sollte Sony seinen Zeitplan halten können. Ob pures Android oder eine Variante mit Benutzeroberfläche besser gefällt, ist Geschmackssache. Fakt ist, dass Herstellerversionen von Android nicht mehr unbedingt die Geschwindigkeitskiller von früher sind – Sonys Oberfläche demonstriert das gut.
8-Megapixel-Kameras und durchschnittliche Akkulaufzeit
Beide Tablets haben jeweils eine 8-Megapixel-Kamera auf der Rückseite, das Nexus 9 hat zusätzlich noch ein Fotolicht. Die Bilder sind für eine Tablet-Kamera bei beiden Geräten von guter Qualität, wobei die Details bei beiden Geräten recht verschwommen sind. Für den gelegentlichen Schnappschuss sollte es aber reichen. Die Frontkamera des Nexus 9 hat 1,6 Megapixel, die des Z3 Tablet Compact 2,2 Megapixel.
Das Nexus 9 hat einen Akku mit einer Nennladung von 6.700 mAh. Der Akku des Z3 Tablet Compact hat mit 4.500 mAh eine deutlich geringere Nennladung, muss aber auch ein kleineres Display mit geringerer Auflösung mit Energie versorgen.
Das spiegelt sich auch im Ergebnis unseres Videotests wider: Das Nexus 9 kann einen 1080p-Film vier Stunden lang abspielen, das Z3 Tablet Compact eine halbe Stunde länger: Beides keine besonders guten Werte. Im Alltag können wir die Tablets über den Verlauf eines Tages einsetzen. Erfreulich ist der geringe Stromverbrauch im Standby-Modus: Beide Tablets verlieren über mehrere Tage hinweg nur wenige Prozentpunkte des Akkustandes.
Verfügbarkeit und Fazit
Das Nexus 9 kostet in Googles Play Store(öffnet im neuen Fenster) in der WLAN-Version mit 16 GByte Speicher 390 Euro. Die 32-GByte-Variante kostet 480 Euro. Das Nexus 9 mit 32 GByte soll bald auch in einer LTE-Version erhältlich sein, die 560 Euro kostet.











Das Xperia Z3 Tablet Compact(öffnet im neuen Fenster) kostet in der WLAN-Version mit 16 GByte Speicher im Onlinehandel aktuell um die 370 Euro. Für die 32-GByte-Variante müssen Käufer 430 Euro bezahlen. Das LTE-Modell ist nur mit 16 GByte eingebautem Speicher erhältlich und kostet 440 Euro.
Fazit
Nexus 9 oder Xperia Z3 Tablet Compact – Google mit HTC oder Sony: Beide neuen Tablets sind Android-Geräte der Spitzenklasse, während unseres Tests konnten wir letztlich aber doch einen Favoriten ausmachen. Uns hat insgesamt das Xperia Z3 Tablet Compact besser gefallen als das Nexus 9. Die Gründe sind das Format, die Verarbeitung und das Design.
Obwohl wir generell Fans des 4:3-Seitenverhältnisses wie beim Nexus 9 sind, finden wir das schlanke 8-Zoll-Tablet von Sony für unterwegs praktischer. Wir können es problemlos in der Innentasche eines Mantels verschwinden lassen, da es zudem sehr leicht und vor allem sehr dünn ist. Das Nexus 9 ist im direkten Vergleich deutlich klobiger.
Natürlich hat die Bildschirmdiagonale von 8,9 Zoll des Nexus 9 den Vorteil, dass der Nutzer mehr erkennen kann. Allerdings gilt das nur bedingt: Google wirbt damit, dass sich auf dem neuen Nexus-Tablet sehr gut Filme schauen lassen – hierfür ist das 4:3-Format aber eigentlich eher ungeeignet, da im Grunde fast alle Filme im 16:9-Format oder einem noch breiteren Format aufgenommen werden. Das führt dazu, dass wir aufgrund der Balken auf dem Nexus 9 Filme im Grunde in der gleichen Größe wie auf Sonys Tablet schauen.
Google meint zudem, dass das 8,9-Zoll-Format das Arbeiten mit dem Nexus 9 erleichtert. Zusammen mit der optionalen Tastatur ist das durchaus möglich – wer aber wirklich ernsthaft unterwegs Büroaufgaben nachgehen möchte, ist mit einem 10-Zoll-Tablet immer noch besser bedient. Zwar eignet sich das Google-Tablet verglichen mit dem Z3 Tablet Compact besser zum Arbeiten. Alles in allem empfinden wir das Format des Nexus 9 aber trotzdem als zu klein für das Sofa und zu groß für unterwegs.
Bei der Prozessorausstattung bietet das Nexus 9 einen der momentan stärksten Prozessoren – der Tegra K1 erreicht insbesondere in den Einzelkern-Benchmarks hervorragende Ergebnisse. Im Alltag merken wir allerdings kaum einen Unterschied zum ebenfalls guten Snapdragon 801 des Z3 Tablet Compact. Ein ausschlaggebender Punkt bei der Entscheidung für eines der Tablets ist der Prozessor für uns daher nicht.
Dass das Nexus 9 direkt mit Android 5.0 erscheint, das Z3 Tablet Compact hingegen noch mit Android 4.4.4, sehen wir ebenfalls nicht als Nachteil. Sollte Sony seinen Zeitplan einhalten, hat auch das Z3-Tablet Anfang nächsten Jahres die neue Android-Version – der Vorsprung beträgt im besten Fall also nur knapp zwei Monate.
Letztlich spielt auch der Preis bei unserer Entscheidung eine Rolle: Das Z3 Tablet Compact kostet bereits jetzt in jeder Ausstattungsvariante weniger als das Nexus 9 – auch wenn die LTE-Variante nur 16 GByte Speicher hat.
Als Alternative zu beiden Geräten sollte auch das Samsung Galaxy Tab S 8.4 genannt werden. Hier hat uns im Test das Display überzeugt, der Exynos-Prozessor hingegen eignet sich weniger für rechenintensive Apps wie grafisch aufwendige Spiele.