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Nextticket mit Preisberechnung: VRR testet Handy-Ticket mit manuellem Check-out

Der VRR will eine flexible ÖPNV-Preisberechnung per Check-in und -out im Verbund ermöglichen. Genutzt wird dafür aber kein E-Ticket, sondern das Handy-Ticket - und das erfordert etwas Handarbeit.

Artikel veröffentlicht am ,
Der VRR testet ein neues Tarifsystem für Smartphones.
Der VRR testet ein neues Tarifsystem für Smartphones. (Bild: VRR/Screenshot: Golem.de)

Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) hat eine Handy-Ticket-App vorgestellt, die das sogenannte Nextticket beinhaltet. Es ist ein Handyticket mit E-Ticket-Deutschland-Anbindung (VDV KA), das per Check-in und Check-out den Preis berechnet. Nutzer checken per App vor Fahrtantritt ein und nach Fahrtende wieder aus. Eine derartige automatische Berechnung des besten Preises ist in Deutschland noch nicht sonderlich üblich. Vergleichbare E-Ticket-Systeme gibt es bereits nach dem Tap-in-/Tap-out-Prinzip, etwa bei der neuen Bodensee-Bodo-eCard, über die wir bereits berichtet haben. Dabei melden sich Nutzer im Fahrzeug selbst an Geräten an und ab, ohne eine App starten zu müssen.

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Vorteil beider Systeme ist, dass sich Fahrgäste im ÖPNV kaum mit dem jeweiligen Tarifsystem beschäftigen müssen. Gerade bei Fahrten zwischen Städten ist das oft mit dem Studieren sehr aufwendiger Wabensysteme verbunden, die zahlreiche Sonderfälle beinhalten. Beim Nextticket meldet sich der Nutzer per App an (Check-in) und bekommt dann einen Barcode, mit dem er die Fahrt antreten darf. Nach Fahrtende meldet er sich ab (Check-out). Anschließend wird ein paar Tage nach der Rechnungsstellung am Ende des Kalendermonats der Preis auf der Kreditkarte oder per Lastschrift abgebucht, es ist also kein guthabenbasiertes System. Das Nextticket ist zunächst ein als Praxistest neu eingeführter Tarif, der seit dem 1. März 2018 für die nächsten sechs Monate gilt.

Test auch mit älteren Smartphones

Teilnehmen kann jeder mit einem festen Wohnsitz in Deutschland und einem Android- oder iOS-Smartphone mit den Versionen 4.4 beziehungsweise 7.0 oder neueren Versionen.

Zu beachten ist, wie oft bei Handy-Tickets, dass der Check-in keinesfalls erst im Fahrzeug durchgeführt werden darf, sondern vor Fahrtantritt erfolgen muss. Andernfalls fährt der Nutzer schwarz, was eine Straftat ist. Das unterscheidet das Ticket von Papierfahrkarten, die etwa in einem Bus entwertet oder erworben werden dürfen. Die beiden Ticketarten werden hier nicht gleichbehandelt.

Der Preis wird auf Basis der Check-in- und Check-out-Daten berechnet. Dabei werden in der ersten Testphase die Tarife der verschiedenen Ticket-Systeme zusammengezählt und der günstigste Tarif verwendet. Ist zum Beispiel eine Tageskarte günstiger als Einzelfahrten, berechnet das System den Preis für eine Tageskarte. Später soll noch ein Kilometertarif getestet werden. Dieser beinhaltet einen Kostenschutz. Mehr als 15,30 Euro lassen sich je Fahrt nicht verfahren.

Das System ist recht spannend konstruiert, da es etwa Rabatte gibt, Kinder mit einer Pauschale mitgenommen werden können und abseits des Basispreises (1,40, 1,42 oder 1,45 Euro) 20 Cent je angefangenen Kilometer bezahlt werden. Das dürfte oft billiger sei als die derzeitigen Tickets. Die Preise liegen bei der Kurzstrecke etwa bei 1,60 Euro. Das günstigste vollwertige Ticket kostet 2,70 Euro. Unnötig kompliziert wirkt aber die Unterscheidung in zonenbasierte Basispreise, die sich nur um ein paar Cent unterscheiden.

Fahrtende kann erkannt werden

Interessanterweise kann die App wohl auch als halbes Check-in/Be-out-System eingestuft werden, was bedeutet, dass Nutzer nicht sofort auschecken müssen. Einen potenziellen Check-out erkennt die App wohl und schlägt ihn vor, wie den FAQ zu entnehmen ist. Dieser muss aber noch bestätigt werden. Es empfiehlt sich aber, trotzdem selbst rechtzeitig an das Abmelden zu denken. Die Berliner BVG experimentiert ebenfalls mit einem Be-out-System, das allerdings vollautomatisch ist. Hier muss der Fahrgast das Smartphone beim Aussteigen nicht mehr zücken.

Dass es keinen Check-out, beispielsweise an einem Lesegerät, gibt, erfordert etwas Disziplin vom Fahrgast. Bei klassischen Check-out- oder Tap-out-Systemen werden Anwender durch das Piepen anderer aussteigender Fahrgäste daran erinnert, ebenfalls auszuchecken. Auf der anderen Seite muss das Umsteigen allerdings nicht berücksichtigt werden, die Fahrkarte in Form des Smartphones kann also in der Tasche bleiben.

Prinzipiell ist ein Tap-out-System an einem Lesegerät per Smartphone möglich. NXP hat uns auf dem Mobile World Congress 2016 ein entsprechendes NFC-basiertes E-Ticket-System vorgeführt. Uns ist allerdings keine Implementierung in Deutschland bekannt.

Im VRR gilt neben dem Nextticket per Smartphone auch ein E-Ticket-Deutschland-System, das aber nur als Check-in-System arbeitet und keine Fahrpreisberechnung ermöglicht.



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ZeldaFreak 02. Mär 2018

Naja kompliziert ist es jetzt nicht. Man darf nicht vergessen dass es eine Testphase ist...

Mac Okieh 01. Mär 2018

Exakt das war mein Gedanke: auweia, der VRR lässt wieder mal eine App auf die Menschheit...

as (Golem.de) 01. Mär 2018

Hallo, nicht alles wird neu entwickelt. Im Kern dürfte fast alles E-Ticket Deutschland...

as (Golem.de) 01. Mär 2018

Hallo, Bei den (teuren) Systemen, die ich kenne, gibts eigentlich immer eine Monatskarte...

ML82 01. Mär 2018

naja ob gänzliche 'fairnis' immer nachhaltig wirkt wage ich zu bezweifeln. garde in...


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