Ein modulares Auto

"Wir wollen diese modulare Plattform vordenken sowohl für das Derivat des Basic als Fahrzeug, das Sie noch selber fahren, als auch für Plattformen für vollautonom fahrende Mover", erklärte Münster. Von Letzteren soll es zwei geben: den Cargomover, einen fahrerlosen Lieferwagen, der bis zu 700 kg Nutzlast transportieren kann, und einen Peoplemover, in dem vier Insassen, einander gegenüber sitzend, Platz finden. Beide sollen fahrerlos (Level 5) unterwegs sein.

Stellenmarkt
  1. Fachinformatiker (m/w/d) für den IT-Support
    Bayerischer Verwaltungsgerichtshof, München, Ansbach
  2. Netzplaner (m/w/d) Festnetz / Access/IP
    Bayerisches Landeskriminalamt, Königsbrunn
Detailsuche

Fahrzeugintelligenz ist deshalb ein weiterer Schwerpunkt des Projekts. Dabei geht es nicht nur darum, die Fahrzeuge mit den nötigen Sensoren für die Hinderniserkennung auszustatten, wie Lidar, Radar oder Ultraschall. Die Fahrzeuge sollen auch kommunizieren, mit anderen Fahrzeugen ebenso wie mit der Infrastruktur, Ampeln etwa. Mit diesem Thema beschäftigen sich die Forscher des DLR Instituts für Verkehrssystemtechnik in Braunschweig seit längerem.

Die Derivate sollen aber nicht nur auf der gleichen Plattform aufbauen. Es sollen auch möglichst viele gleiche Teile verbaut werden. So könnten beispielsweise die Heckklappe des Basic und des Cargomover gleich sein, eventuell sogar dessen Front- und Heckklappe. Der Karosserieaufbau des Peoplemovers könnte gespiegelt werden, so dass A- und C-Säule identisch wären. Außerdem sind noch weitere Derivate mit einer größeren Fahrzeughöhe geplant.

Fahrwerk mit austauschbarer Kapsel

Eine weitere Frage, der sich die DLR-Fahrzeugforscher widmen, betrifft die Sicherheit: Der Peoplemover ist ausschließlich für den Einsatz innerorts gedacht. Braucht er den gleichen Schutz bei Unfällen wie schnellere Fahrzeuge? Oder reicht es, wenn er für einen Aufprall mit einer in der Stadt üblichen Geschwindigkeit ausgelegt ist?

Golem Akademie
  1. Einführung in die Programmierung mit Rust: virtueller Fünf-Halbtage-Workshop
    21.–25. März 2022, Virtuell
  2. C++ Programmierung Basics: virtueller Fünf-Tage-Workshop
    13.–17. Dezember 2021, virtuell
Weitere IT-Trainings

Trotz der etwas ungewöhnlichen Konzepte der beiden Mover sind die UMV insgesamt relativ nah an heutigen Fahrzeugen. Sie seien, was die Strukturauslegung angehe, von ähnlichen Randbedingungen ausgegangen, sagt Münster. Das heißt, die Fahrzeugstruktur erfüllt die heute geltenden Crashnormen und Verbrauchertests. Ganz anders ist hingegen ein weiteres Konzept der DLR-Forscher und beteiligten Forschungs- und Industriepartner mit Finanzierung des Bundes und des Landes Baden-Württemberg.

  • Im Projekt Next Generation Car entwickelt das DLR Fahrzeugkonzepte auf der Basis einer einzigen Plattform. (Bild: DLR)
  • Das Projekt steht im Zusammenahng mit dem Zug-Projekt Next Generation Train. (Bild: DLR)
  • Die Idee ist, mehrere Fahrzeuge vom Kleinwagen bis hin zum Peoplemover zu entwickeln, ... (Bild: DLR)
  • ... die alle auf der gleichen Plattform basieren. (Bild: DLR)
  • Noch einen Schritt weiter geht das Konzept U-Shift: Das Auto wird modular, ein Driveboard kann verschiedene Kapseln transportieren. (Bild: DLR)
Noch einen Schritt weiter geht das Konzept U-Shift: Das Auto wird modular, ein Driveboard kann verschiedene Kapseln transportieren. (Bild: DLR)

Es nennt sich U-Shift, das Fahrzeug wird dabei in eine Antriebs- und eine Nutzeinheit aufgelöst: Erstere ist ein U-förmiges Chassis mit Antriebsstrang und Rädern, Driveboard genannt. Die Driveboards soll es, je nach Einsatzszenario, in unterschiedlicher Ausführung geben - etwa was die Länge oder die Leistung des Antriebsstrangs betrifft. In das Driveboard können unterschiedliche Kapseln eingeklinkt werden, zum Transport von Gütern ebenso wie zur Personenbeförderung. Sie werden auf dem Boden abgestellt und vom Driveboard übernommen.

Solche modularen Fahrzeugkonzepte gibt es zwar schon, AEV Robotics aus Australien und Rinspeed aus der Schweiz etwa hatten auf der Technikmesse CES Anfang des Jahres jeweils eines vorgestellt. Allerdings benötigen diese beiden Systeme einen Kran, der die Kapsel auf das Chassis hievt. Das Driveboard des U-Shift-Forschungsprojekts hingegen umfängt seine Kapsel. Das Wechseln soll im Nu erfolgen.

So könnte ein Unternehmen beispielsweise tagsüber mit seinem Driveboard und der entsprechenden Kapsel Fahrgäste befördern. Nach Ende des Einsatzes stellt das Driveboard die Personenkapsel ab und übernimmt eine Transportkapsel, um nachts Güter auszuliefern. Die Entwickler hätten schon viele Ideen für Kapseln entwickelt, erzählt Münster. "Da kann man ja sehr weit denken."

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Next Generation Car: Das Fahrzeug der Zukunft ist modularU-Shift dauert noch 
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3
  5.  


mifritscher 31. Mär 2019

Dann erkläre das doch bitte mal. Man sollte nur keinen Crash mit einem Baum mit einem...

Megusta 25. Mär 2019

So was verstehe ich auch nicht, es gibt elektrischen 5er BMW, aber nur als Limo. Fragt...

maxule 24. Mär 2019

Glücklicherweise sind Autos noch nicht ganz so flach wie Smartphones. Es ist eher ein...

maxule 24. Mär 2019

Das Wort "günstig" habe ich im Artikel überlesen.

pk_erchner 23. Mär 2019

Völlig normal Bzw irgendwann wollen wir ja auch auf dem Mars umherfahren



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Mica statt Aero
Windows 11 bringt Transparenzeffekte zurück

Weitere Applikationen werden mit einem bekannten Designelement ausgestattet: Windows 11 implementiert Transparenzeffekte mit Mica.

Mica statt Aero: Windows 11 bringt Transparenzeffekte zurück
Artikel
  1. Steam: Proton bringt Nvidia DLSS für Linux-Games
    Steam
    Proton bringt Nvidia DLSS für Linux-Games

    Proton 6.3-8 wird Nvidia DLSS für diverse Linux-Games unterstützen. Außerdem werden weitere Games wie Age of Empires 4 kompatibel gemacht.

  2. Gigafactory Berlin: Tesla verzichtet für Akkufertigung auf staatliche Förderung
    Gigafactory Berlin
    Tesla verzichtet für Akkufertigung auf staatliche Förderung

    Tesla verzichtet für die geplante Akkufertigung in Grünheide bei Berlin auf eine mögliche staatliche Förderung in Milliardenhöhe.

  3. MS Satoshi: Die abstruse Geschichte des Bitcoin-Kreuzfahrtschiffs
    MS Satoshi
    Die abstruse Geschichte des Bitcoin-Kreuzfahrtschiffs

    Kryptogeld-Enthusiasten kauften ein Kreuzfahrtschiff und wollten es zum schwimmenden Freiheitsparadies machen. Allerdings scheiterten sie an jeder einzelnen Stelle.
    Von Elke Wittich

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Black Friday Wochenende • LG UltraGear 34GP950G-B 999€ • SanDisk Ultra 3D 500 GB M.2 44€ • Boxsets (u. a. Game of Thrones Blu-ray 79,97€) • Samsung Galaxy S21 128GB 777€ • Premium-Laptops (u. a. Lenovo Ideapad 5 Pro 16" 829€) • MS Surface Pro7+ 888€ • Astro Gaming Headsets [Werbung]
    •  /