Next-Gen-Konsole nachgestellt: Wir bauen den Playstation-5- und Xbox-Series-X-PC

Dank AMDs RDNA2-Grafikkarten kann eine Next-Gen-Konsole leicht nachgebaut werden. Wir schauen, was das braucht und ob der Konsolen-PC taugt.

Eine Anleitung von und veröffentlicht am
Der Konsolen-PC passt in ein kompaktes Mini-ITX-Gehäuse. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

"Ist das nicht einfach nur ein PC?": Nach dem Release der Playstation 5 und Xbox Series X kamen Aussagen wie diese öfter auf. Darin steckt aber auch Wahrheit: Beide Konsolen verwenden einen angepassten x86-Prozessor auf Basis eines Ryzen 3000 mit Zen-2-Kernen und eine integrierte AMD-Grafik mit RDNA2-Technik.

Was würde also passieren, wenn wir eine der neuen Konsolen als Windows-PC nachbauen würden? Wäre er langsamer, schneller oder einfach nur anders? Wir wollten Antworten auf diese Fragen und haben deshalb einen Playstation-PC zusammengebaut. Wir wollten wissen, ob ein solcher Computer halten kann, was sich Playstation-5- und Xbox-Series-X-Käufer erhoffen: stabile Bildraten von 60 fps bei einer möglichst hohen Auflösung.

Um es vorwegzunehmen: Die AMD-CPU/GPU-Kombination schlägt sich in diversen Spielen ziemlich gut. In einigen Titeln sind mit der gegebenen Hardware allerdings keine 60 fps bei maximalen Details möglich. In solchen Fällen wollen wir zumindest 30 fps erreichen. Daher testen wir auf zwei Ziele hin: 4K60 und 4K30.

Die Komponenten: Zen 2 und Big Navi

Die Idee unseres PS5/XSX-Rechners war dabei, möglichst konsolenähnliche Komponenten auszuwählen. Also haben wir einen achtkernigen Ryzen 3000 auf 3,6 GHz getaktet, da dieser wie bei Microsofts und Sonys Systemen auf die Zen-2-Architektur setzt. Zwar wäre ein Ryzen 4000G mit 8- statt 32-MByte-L3-Cache noch näher dran, ein (flotterer) Ryzen 7 3700X ist deutlich günstiger als ein Ryzen 7 4750G. In unserem Testaufbau verwenden wir einen ähnlich flotten Ryzen 7 3800X, den wir per BIOS-Einstellung auf 3,6 GHz Taktrate begrenzt haben.

  • Auf dem PC lassen sich diverse Xbox-Live-Titel zocken. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der PC ist mit diversen Controllern kompatibel. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der Konsolen-PC im kompakten Gehäuse (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der Konsolen-PC im kompakten Gehäuse (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der Konsolen-PC im kompakten Gehäuse (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der Konsolen-PC im kompakten Gehäuse (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Auf dem PC lassen sich diverse Xbox-Live-Titel zocken. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
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Als Grafikkarte nutzen wir eine Radeon RX 6700 XT, da diese mit 40 Compute Units bei 2,6 GHz hinsichtlich der Performance zwischen einer Playstation 5 und einer Xbox Series X liegt. Die RDNA2-Technik ist ohnehin identisch, weshalb unter anderem Hardware-beschleunigtes Raytracing für eine realistischere Beleuchtung und Variable Rate Shading für höhere Framerates unterstützt werden.

Playstation 5Golem-Konsolen-PCXbox Series X
CPU8C/16T, Zen 2 mit 8MB L3 @ [bis zu] 3,5 GHz8C/16T, Zen 2 mit 32 MB L3 @ 3,6 GHz8C/16T, Zen 2 mit 8MB L3 @ 3,6-3,8 GHz
GrafikRDNA2, 36 CUs [bis zu] 2,23 GHz RDNA2, 40 CUs @ 2,581 GHz52 CUs @ 1,825 GHz
RAM16 GB GDDR6 @ 448 GB/s16 GB DDR4 @ 51 GB/s + 12 GB GDDR6 @ 384 GB/s10 GB GDDR6 @ 560 GB/s + 6 GB GDDR6 @ 336 GB/s
Storage825 GB PCIe Gen4 SSD @ 5,5 GB/sPCIe Gen3 SSD @ 3,5 GB/s1 TB PCIe Gen4 SSD @ 2,4 GB/s
Konsolen-PC im Vergleich zur Playstation 5 und Xbox Series X

Beim RAM wird es knifflig, da der Ryzen über seinen eigenen DDR4- und die Radeon über ihren eigenen GDDR6-Videospeicher verfügt. Bei der Playstation 5 und der Xbox Series X hingegen gibt es jeweils einen gemeinsamen RAM-Pool, auf den CPU-Kerne und Grafikeinheit parallel zugreifen. Bleibt noch die SSD: Hier verwenden wir schlicht ein flottes NMVe-Modell mit PCIe Gen3 x4, konkret eine Samsung 970 Evo Plus.

Auswahl bei Gehäuse, Mainboard und Netzteil

Wir können aber nach eigenem Ermessen diverse Komponenten austauschen. Unser Budget sollte hier schlicht die Grenze darstellen. Da wir unseren Konsolen-PC möglichst kompakt halten wollen, kommen bei uns ein SFX-Netzteil und Mini-ITX-Mainboard mit B350-Chipsatz zum Einsatz. Dabei achten wir auch darauf, dass das Mainboard ein WLAN- und Bluetooth-Modul gleich mit integriert. Das ist für das kabellose Zocken vom Sofa aus essenziell.

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Von Vorteil ist es auch, wenn wir das System mittels interner SATA-Schnittstellen um weitere Laufwerke erweitern können. Die maximal 1 TByte großen SSDs der Konsolenpendants reichen bereits nach wenigen Installationen nicht mehr aus. Es steht uns natürlich aber auch hier komplett frei, bei den Komponenten zu variieren.

Ein Vorteil des Konsolen-PCs: Wir können nahezu alle Controller damit verwenden - teilweise unter Zuhilfenahme weiterer Tools.

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Xbox One Controller oder Dualshock 4 
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wupmedude 02. Apr 2021

Ich bin auch beide Eingabemethoden gewöhnt. Es gibt eben jedoch genug Spiele, da ist der...

wupmedude 02. Apr 2021

Gerade weil man ja unbedingt die SSD performance auslasten muss um so richtig in den...

SimonP 30. Mär 2021

Also für mich würde nachgebaut bedeuten ich kann einfach die Bluerays da rein tun und die...

Doener 27. Mär 2021

Es ist vielleicht die Frage was erreicht werden will. Ich würde die Xbox als hypervisor...

ms (Golem.de) 26. Mär 2021

Ich bin unterwegs, aber ich kann dir die Auflösung und Framerate und Detailstufen später...



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