• IT-Karriere:
  • Services:

Nexo: Hyundai setzt auf die Brennstoffzelle

Beim Genfer Autosalon scheint die Kombination aus Brennstoffzelle und Wasserstoff keine Rolle zu spielen. Die Hersteller setzen auf Akkus. Lediglich Hyundai zeigt mit dem Nexo eine Neuheit, die gegen den Strom fährt.

Artikel von Dirk Kunde veröffentlicht am
Brennstoffzellenauto Hyundai Nexo: Die Energieeffizienz der Wasserstoffnutzung ist umstritten.
Brennstoffzellenauto Hyundai Nexo: Die Energieeffizienz der Wasserstoffnutzung ist umstritten. (Bild: Hyundai)

Die Autobranche scheint sich geeinigt zu haben: Elektromotor und Akku sind der Weg in die automobile Zukunft. Fast jeder Hersteller zeigt in Genf mindestens ein Elektroauto oder wenigstens einen Plugin-Hybrid. Die Brennstoffzelle, die aus Sauer- und Wasserstoff Elektrizität erzeugt, scheint keine große Zukunft zu haben.

Stellenmarkt
  1. Vodafone GmbH, Düsseldorf, Unterföhring
  2. Dürr Systems AG, Goldkronach

Die Ausnahmen bilden Toyota und Hyundai beim Genfer Autosalon. Den Toyota Mirai gibt es zwar schon länger, der Nexo von Hyundai ist eine Neuheit. Das Brennstoffzellenfahrzeug des koreanischen Herstellers schafft bis zu 800 km (NEFZ) mit dem gasförmigen Wasserstoff im Tank. Das ist die höchste Reichweite aller verfügbaren Brennstoffzellen-Pkw im Markt und damit konkurrenzfähig mit den Verbrennern.

Hyundai fertigt mit dem Vorgänger ix35 seit 2013 ein Brennstoffzellenfahrzeug in Großserie. Das Unternehmen forscht und entwickelt seit 1998 seine Brennstoffzellentechnik. "Hyundai ist Marktführer bei Brennstoffzellenautos in Europa. Über 70 Prozent aller Wasserstoff-Pkw in Europa kommen von uns", sagt Thomas Schmid, Chief Operating Officer von Hyundai Motor Europe. Doch muss man die Zahlen in Relation setzen: Anfang 2017 waren laut Kraftfahrtbundesamt etwas mehr als 300 Brennstoffzellenautos in Deutschland zugelassen. Bei Elektroautos waren es 34.000 Zulassungen.

Wasserstoff kann CO2-frei mit Energie aus erneuerbaren Quellen erzeugt werden. Bei der Elektrolyse spaltet elektrische Energie Wasser in seine Bestandteile Sauerstoff und Wasserstoff. Im Nexo läuft diese Reaktion beim Fahren rückwärts ab. Durch den Kühlergrill und seitliche Einlässe wird Luft angesogen. Der Sauerstoff reagiert mit dem Wasserstoff. So wird die im Wasserstoff gespeicherte Energie in Elektrizität umgewandelt. Sie treibt entweder direkt den Elektromotor an oder wird in einem Akku gespeichert, der auch zurückgewonnene Bremsenergie aufnimmt. Aus dem Auspuff des Nexo kommen lediglich einige Wassertropfen.

Höhere Reichweite und schnelleres Tanken gelten im Vergleich zum Elektroauto als Vorteile der Brennstoffzelle. Die Tanks des Nexo sind laut Hersteller in fünf Minuten wieder voll. Das Problem bleibt die Infrastruktur der Wasserstofftankstellen. Während Strom in urbanen Gegenden überall verfügbar ist, muss der flüssige oder gasförmige Wasserstoff von der Produktionsstätte zu entsprechenden Tankstellen transportiert werden. Das logistische Problem verdirbt zusätzlich die Ökobilanz. So lange es keine Pipelines zu den Tankstellen gibt, erfolgt der Transport mit dem Diesel-Lkw.

  • Das Brennstoffzellenauto Nexo von Hyundai (Foto: Dirk Kunde)
  • Der südkoreanische Hersteller nennt den Fahrzeugtyp FUV, Future Utiliy Vehicle. (Foto: Dirk Kunde)
  • Der Brennstoffzellenantrieb (Foto: Dirk Kunde)
  • Die Zelle wird mit Wasserstoff betrieben, ... (Foto: Dirk Kunde)
  • ... der in zwei Tanks gelagert wird. (Foto: Dirk Kunde)
  • Das Fahrzeug wird wie ein Verbrenner betankt. (Foto: Dirk Kunde)
  • Die Tanks liegen unter dem Kofferraum. (Foto: Dirk Kunde)
Das Brennstoffzellenauto Nexo von Hyundai (Foto: Dirk Kunde)

Zum anderen kritisieren Experten die Energieeffizienz der Wasserstoffnutzung. Während von 100 kWh Strom rund 70 Prozent in einem batterieelektrischen Auto genutzt werden können, sind es im Brennstoffzellenauto, je nach Untersuchung, lediglich 20 bis 25 Prozent. Wasserstoff muss für den Transport entweder unter Druck gesetzt (bis zu 700 bar) oder verflüssigt werden. Flüssiger Wasserstoff hat 99,9 Prozent weniger Volumen als Gas. Doch flüssig wird Wasserstoff erst bei minus 253 Grad Celsius. Diese Kühlung benötigt viel mehr Energie als die Kompression.

Als Fahrer eines Autos mit Brennstoffzellen muss man seine Routen sorgfältig planen. Aktuell gibt es rund 30 Tankstellen in Deutschland. Diese Zahl soll bis Ende des Jahres auf 100 steigen und in fünf Jahren bei 300 liegen. So jedenfalls hofft es der Interessenverband H2 Mobility. Hier haben sich Air Liquide, Daimler, Linde, OMV, Shell und Total zusammengeschlossen, um dem Wasserstoff Starthilfe zu geben. Daimler hat mit seiner Marke Mercedes-Benz den GLC F-Cell angekündigt. Doch bei seiner EQ-Serie haben bislang die Elektroautos Vorrang.

Der GLC F-Cell ist als SUV geplant. Genau wie die neuen Elektrofahrzeuge Jaguar I-Pace, Byton oder Audi E-Tron.

Auch der Nexo hat das SUV-Format, doch Hyundai hat sich dafür einen neuen Namen ausgedacht: FUV - Future Utility Vehicle. Dabei liegt die höhere Bauweise bei diesen Fahrzeugen auf der Hand: Entweder müssen Batterien oder Wasserstofftanks untergebracht werden, auf denen dann die Passagiere sitzen. Beim Nexo sind die drei Tanks mit jeweils 52,2 l Fassungsvermögen unter der Rückbank und dem Kofferraum untergebracht. Die Ladefläche im Kofferraum liegt dadurch höher als bei vergleichbaren Modellen. Doch es verbleiben 461 l Stauraum für Gepäck.

Der Nexo liefert 120 kW Leistung (163 PS) und beschleunigt aus dem Stand in 9,2 Sekunden auf 100 km/h. Er ist also kein Sportwagen, fährt aber immerhin 179 km/h in der Spitze. Beim Design des Nexo wurden der Luftwiderstand und der Geräuschkomfort im Inneren im Vergleich zum Vorgänger optimiert. Die Türgriffe fahren ein, sobald das Fahrzeug schneller als 3 km/h rollt. Das trägt zu einem geringeren Luftwiderstand bei. Der CW-Wert liegt bei 0,33.

Ein 7-Zoll LCD-Bildschirm hinter dem Lenkrad zeigt Werte für den Fahrer an, ein zweites Display (12,3 Zoll) ist für Infotainment, Navigations- und Konnektivitätsfunktionen gedacht. Darunter befindet sich in der Mittelkonsole ein Schaltfeld mit mehr als 30 Knöpfen, was ein wenig altbacken wirkt. Der Nexo verfügt über verschiedene Assistenzsysteme, darunter ein Auffahrwarnsystem sowie Assistenten zum Einparken, Spurhalten, Erkennen des toten Winkels und Bremsung bei Hindernissen auf der Fahrbahn. Der Nexo ist ab Mitte 2018 in Deutschland zu Preisen ab 60.000 Euro verfügbar.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Top-Angebote
  1. 94,34€ (Bestpreis)
  2. (u. a. Resident Evil HD Remaster für 3,99€, Sega Sci-Fi Angebote (u. a. Alien: Isolation - The...
  3. (u. a. Medion Akyora Laptop 15,6 Zoll i5 16GB für 749,99€, Medion X17575 75-Zoll-TV für 899...
  4. (u. a. Philips Ultra Speed SATA-SSD 480GB für 44,92€, HP 25x 24,5 Zoll Full-HD 144 Hz für 168...

Anonymer Nutzer 10. Mär 2018

Was wiederrum gegen den hohen Wirkungsgrad von BEVs sprechen würde. Sei es wie es sei...

Dwalinn 10. Mär 2018

Okay Bussehabe ich nicht extra aufgezählt (da vergessen) aber da ich auch an eine Zukunft...

Anonymer Nutzer 09. Mär 2018

Positiver Nebeneffekt: besonders gute, sauerstoffhaltige Luft im Bereich der Tankstelle ;)

Niaxa 09. Mär 2018

Klar kann das ganze wachsen. Aber in 2 Jahren sind wahrscheinlich Millionen Dieselfahrer...

Niaxa 09. Mär 2018

Bin schon gespannt, wie lange man braucht um Südamerika und Kongo usw. an einen Tisch zu...


Folgen Sie uns
       


Monkey Island - Titelmusik aller Versionen

Wir haben alle Varianten der Titelmusik im Video zusammengestellt - plus Bonusversion.

Monkey Island - Titelmusik aller Versionen Video aufrufen
Spitzenglättung: Die Pläne zur Zwangsabschaltung von Wallboxen gehen zu weit
Spitzenglättung
Die Pläne zur Zwangsabschaltung von Wallboxen gehen zu weit

Die Netzbetreiber wollen in großem Umfang in die Anschlüsse der Verbraucher eingreifen. Das macht die Elektromobilität unnötig teuer und kompliziert.
Ein IMHO von Friedhelm Greis

  1. Handyortung Sinnloser Traum vom elektronischen Zaun gegen Corona
  2. CD Projekt Red Crunch trifft auf Cyberpunk 2077
  3. Open Source Niemand hat die Absicht, Sicherheitslücken zu schließen

Googles Alphabet: Bei Project Loon ist die Luft raus
Googles Alphabet
Bei Project Loon ist die Luft raus

Mit Project Loon wollte Google hoch hinaus und die ganze Welt mit Internet versorgen. Was fehlte: das Geschäftsmodell - und am Ende auch der Bedarf.
Eine Analyse von Werner Pluta

  1. Google Balloninternet Loon wird eingestellt
  2. Balloninternet Project Loon kooperiert mit AT&T

Data-Mining: Wertvolle Informationen aus Datenhaufen ziehen
Data-Mining
Wertvolle Informationen aus Datenhaufen ziehen

Betreiber von Onlineshops wollen wissen, was sich verkauft und was nicht. Mit Data-Mining lassen sich aus den gesammelten Daten über Kunden solche und andere nützliche Informationen ziehen. Es birgt aber auch Risiken.
Von Boris Mayer


      •  /