News Showcase: Google startet bezahltes Nachrichtenangebot

Erstmals bezahlt Google Verlage für die Darstellung von Medieninhalten. Der Axel-Springer-Verlag will aber lieber am Leistungsschutzrecht verdienen.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Google hat das Angebot News Showcase gestartet.
Google hat das Angebot News Showcase gestartet. (Bild: Achim Sawall/Golem.de)

Google startet zusammen mit 20 Medienhäusern aus Deutschland ein Nachrichtenangebot mit Inhalten, für die der US-Konzern erstmals in seiner Geschichte Lizenzgebühren bezahlt. Für Angebote von Google News Showcase werde man in den ersten drei Jahren weltweit mehr als eine Milliarde US-Dollar bereitstellen, kündigte das Unternehmen am Donnerstag in einem Blogeintrag an. Es sei Googles bislang am weitesten gehender Schritt, um die Zukunft des Journalismus zu unterstützen, schrieb Philipp Justus, Chef von Google in Zentraleuropa. Auch Golem.de ist an dem Projekt beteiligt.

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Der Dienst startete am 1. Oktober zunächst in der bestehenden Google News App für Android für Anwender in Deutschland und Brasilien. Es folgt die Google News App für das iPhone. Danach sollen die Inhalte auch auf dem Smartphone in Google Discover sowie in der Google-Suche erscheinen. Anwender müssen sich dafür keine neue App installieren. Sie bekommen künftig über das Angebot auch kostenlos Zugriff auf einige Artikel, die die Verlage hinter eine Bezahlschranke gestellt haben. Weltweit beteiligen sich rund 200 Publikationen an Google News Showcase.

Die Initiative hatte Google im Juni 2020 angekündigt. Neben bereits bekannten Partnern wie Der Spiegel, Die Zeit, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Rheinische Post und Tagesspiegel sind in Deutschland 15 weitere Medienunternehmen mit an Bord. Das Angebot soll weiter ausgebaut werden. "Wir sind mit weiteren Verlagen im Gespräch", sagte Justus.

Google erwirbt bei dem Deal zum einen das Recht, bestimmte Inhalte anzuzeigen, die auf den Verlagsseiten frei zugänglich sind. Google kauft aber auch Artikel aus kostenpflichtigen Angeboten einzelner Verlage, um sie kostenlos anzubieten. "Leser erhalten so tiefere Einblicke und Hintergründe zu den jeweiligen Themen", sagte Justus. Die Verlage wiederum bekämen über News Showcase die Möglichkeit, eine engere Bindung zu ihrem Publikum aufzubauen.

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Obwohl sich wichtige Verlage an dem Angebot beteiligen, gab es auch kritische Stimmen aus der Medienbranche. So teilte der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) mit, Google erkenne mit dem neuen Angebot grundsätzlich an, dass es für Presseinhalte zahlen müsse. "Es ist daher umso weniger nachvollziehbar, dass der Konzern sich gegen klare gesetzliche Regelungen zum Schutz von Presseinhalten wendet. Es drängt sich der Verdacht auf, dass Google offenbar lieber ein eigenes Angebot lanciert, bei dem es die Teilnahmebedingungen diktieren kann, anstatt Recht und Gesetz in der EU anzuerkennen", hieß es weiter.

Kritik kam auch vom Medienkonzern Axel Springer, der keine Inhalte für Google News Showcase lizenziert. "Axel Springer steht Kooperationen mit Facebook, Google und vergleichbaren Anbietern aufgeschlossen gegenüber", sagte ein Sprecher der Nachrichtenagentur dpa und fügte hinzu: "Allerdings nur soweit dadurch die effektive Wahrnehmung von Leistungsschutzrechten nicht erschwert oder unmöglich wird. Insofern setzen wir uns weiterhin mit Nachdruck für eine wirkungsvolle Umsetzung der EU-Urheberrechtsrichtlinie ein."

Bislang ist sich die Bundesregierung jedoch noch nicht einig, wie die Richtlinie umgesetzt werden soll. In einem aktuellen Referentenentwurf kommt das Bundesjustizministerium den Interessen der Verlage allerdings deutlich entgegen. Jedoch will das Ministerium auch die Interessen der Urheber stärker berücksichtigen, was den Verlagen wiederum nicht gefällt.

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Herr Unterfahren 02. Okt 2020

Ich finde nicht, daß man die Leser da ungeschoren davonkommen lassen sollte. Das ist eine...

Herr Unterfahren 02. Okt 2020

...wenn der Springer- Verlag seine Haltung überdenkt und doch mitmachen will. Das sollte...

Sharra 01. Okt 2020

Wir setzen weiter auf ein totes Pferd. Wir wollen von Google kein Geld, weil wir von...

gelöscht 01. Okt 2020

... sollen sie sich doch mit Nachdruck selbst zerlegen, wäre wirklich nicht traurig darum...



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