New Shepard NS-37: Blue Origin bricht Raketenstart ab

Der für den 18. Dezember 2025 geplante Raumflug der New-Shepard-Rakete von Blue Origin ist kurz vor dem Start abgebrochen worden. Während der letzten Vorbereitungen stellten die Ingenieure technische Unregelmäßigkeiten fest, die aus Sicht des Unternehmens einen sicheren Flug nicht mehr gewährleisteten. Genauere Informationen teilte Blue Origin nicht mit.
Bereits kurz nach Beginn des Countdowns hatten sich zudem äußere Einflüsse abgezeichnet, die den Ablauf erschwerten. Nach Angaben des Unternehmens wurden starke Winde in höheren Atmosphärenschichten registriert. Ausschlaggebend für den Abbruch waren jedoch nicht diese Wetterbedingungen, sondern die festgestellten technischen Probleme.
Wann der nächste Startversuch erfolgt, ist weiterhin unklar. Blue Origin nennt(öffnet im neuen Fenster) lediglich einen frühestmöglichen Termin: Ein erneuter Start ist demnach nicht vor dem 20. Dezember geplant. Das Startfenster öffnet um 15:00 Uhr deutscher Zeit.
Mission mit besonderer Besatzung
Blue Origin setzt mit dem New-Shepard-Programm seit mehreren Jahren auf kurze, suborbitale Flüge für zahlende Passagiere. Nach Angaben des Unternehmens wurden bislang rund ein Dutzend Missionen durchgeführt, bei denen insgesamt etwa 80 Personen ins All flogen. Das Geschäftsmodell ist allerdings umstritten: Kritiker bemängeln vor allem den geringen wissenschaftlichen Nutzen der Flüge sowie deren Auswirkungen auf Umwelt und Klima.
Im Mittelpunkt der geplanten Mission New Shepard NS-37 stand Michaela Benthaus. Die Ingenieurin arbeitet bei der europäischen Raumfahrtagentur Esa und sitzt seit einem Unfall im September 2018 im Rollstuhl. Mit dem Flug wäre sie die erste querschnittsgelähmte Person gewesen, die ins All geflogen wäre.
Neben Benthaus gehörte Hans Königsmann zur Besatzung. Der aus Deutschland stammende frühere Raumfahrtingenieur war über viele Jahre in leitenden technischen Funktionen in der privaten Raumfahrt tätig und gilt als Experte für Trägersysteme und Missionsabläufe.
Ergänzt wurde die Crew durch weitere internationale Teilnehmer. Gemeinsam sollten sie einen kurzen suborbitalen Flug absolvieren, der sie für wenige Minuten über die Kármán-Linie hinausgeführt hätte.