New Horizons: Ein schwerer Ozean bringt den Pluto ins Gleichgewicht

Ließ ein Meer unter dem Eis den Zwergplaneten kippen? Die herzförmige Ebene auf Pluto ist mutmaßlich ein Einschlagkrater, unter dem es einen Ozean gibt. Der soll über Millionen Jahre Pluto neu ausgerichtet haben.

Artikel veröffentlicht am ,
Zwergplanet Pluto: Nord- und Südamerika tauschen die Plätze.
Zwergplanet Pluto: Nord- und Südamerika tauschen die Plätze. (Bild: Nasa/JHUAPL/SwRI)

Einen See haben Forscher schon entdeckt. Es scheint aber, als gebe es unter der Oberfläche des Zwergplaneten Pluto einen Ozean. Er könnte der Grund für die Ausrichtung des Planeten sein.

Stellenmarkt
  1. IT-Generalist (m/w/d)
    SaluVet GmbH, Bad Waldsee
  2. Product Designer UX/UI (m/f/d)
    ToolTime GmbH, Berlin
Detailsuche

Die ersten Bilder, die die US-Raumsonde New Horizons nach ihrem Vorbeiflug am Pluto im Juli 2015 zur Erde funkte, zeigten eine große herzförmige Struktur in der Äquatorregion. Es ist eine Ebene, die rund 3.000 bis 4.000 Meter tiefer ist als die Umgebung.

Das Herz ist ein Einschlagkrater

Die linke Hälfte des Herzens wird Sputnik Planitia genannt. Entstanden ist sie mutmaßlich durch den Einschlag eines anderen Himmelskörpers. Ungewöhnlich ist die Position der Ebene: Sie befindet sich nahe am Äquator und an der Gezeitenachse. Das ist die Verbindung zwischen Pluto und seinem Mond Charon.

Zu erwarten wäre, dass sich am Äquator die größte Masse des Planeten befindet. Himmelskörper richten sich normalerweise so aus, dass es in der Rotation sowie in der Interaktion mit Nachbarn keine Störungen gibt. Das bedeutet, dass sich ein Himmelskörper so ausrichten wird, dass sich massereiche Formationen am Äquator befinden.

Sputnik liegt tiefer

Golem Akademie
  1. Scrum Product Owner: Vorbereitung auf den PSPO I (Scrum.org): virtueller Zwei-Tage-Workshop
    3.–4. März 2022, virtuell
  2. Unreal Engine 4 Grundlagen: virtueller Drei-Tage-Workshop
    28. Februar–2. März 2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Sputnik Planitia weise eine "negative Topographie" auf. Um ihre Lage zu erklären, bedürfe es aber einer positiven Schwerkraft-Anomalie, schreiben die Forscher um Francis Nimmo von der Universität von Kalifornien in Santa Cruz in der Fachzeitschrift Nature. Messungen von New Horizons haben ergeben, dass die Sputnik Planitia tatsächlich schwerer ist als die Umgebung.

Die Erklärung: Unter der Eisdecke gibt es einen Ozean aus Wasser, das flüssig oder als Wasser-Eis-Gemisch zumindest zähflüssig ist. Das sei die plausibelste Erklärung für die positive Schwerkraft-Anomalie. Pluto ist ein Gesteinsplanet mit einer dicken Eiskruste, die auch gefrorenes Wasser enthält. Nach dem Einschlag des Himmelskörpers war die Eiskruste an dieser Stelle dünner, so dass Wasser aufsteigen konnte.

Eisberge schwimmen auf Sputnik

Wasser ist dichter als Eis, was bereits zu einer positiven Schwerkraft-Anomalie führt. Hinzu kommt eine rund sieben Kilometer dicke Schicht aus gefrorenem Stickstoff, die sich über die Zeit angelagert hat. Auf der Ebene schwimmen Wassereisberge - das Wasser könnte durch Risse in der Kruste austreten und dort gefrieren.

Allerdings vermuten die Forscher, dass der Himmelskörper nicht in der Äquatorgegend des Pluto eingeschlagen ist, sondern auf der Nordhälfte. Durch die Masse von Sputnik Planitia habe sich der Pluto über Millionen Jahre gedreht, berichtet eine Forschergruppe um James Keane von der Universität von Arizona.

Die Neuausrichtung könnte "etwa 60 Grad in Bezug auf die Rotations- und Gezeitenachse" betragen, schreiben die Forscher in einem weiteren Aufsatz in der Fachzeitschrift Nature. Übertragen auf die Erde wäre das, als würden Nord- und Südamerika die Plätze tauschen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Matrix
Grundschule forkt Messenger

Statt auf Teams oder Google setzt eine Grundschule in NRW beim Homeschooling auf einen selbst angepassten Matrix-Client. Die Mühe lohnt sich.
Ein Interview von Moritz Tremmel

Matrix: Grundschule forkt Messenger
Artikel
  1. Samsung: Europreise für Galaxy-S22-Reihe sind geleakt
    Samsung
    Europreise für Galaxy-S22-Reihe sind geleakt

    Samsungs neue Galaxy-S22-Smartphones kommen mit 8 oder 12 GByte RAM und kosten so viel wie ihre jeweiligen Vorgänger.

  2. Elektrotransporter: Volkswagen zeigt künftigen ID. Buzz
    Elektrotransporter
    Volkswagen zeigt künftigen ID. Buzz

    Volkswagens Elektrobus ID.Buzz wird im März 2022 vorgestellt, doch einen ersten Blick gewährt VW schon jetzt.

  3. Graphen: Skalierbare Graphen-Waferbeschichtung soll Indium ersetzen
    Graphen
    Skalierbare Graphen-Waferbeschichtung soll Indium ersetzen

    Indium-Titan-Oxid ist beim Bau von Displays und anderer durchsichtiger Elektronik noch unverzichtbar. Ein neuer Prozess soll das ändern.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • RTX 3080 Ti 12GB 1.899€ • Intel i9 10900K 444,88€ • Huawei Curved Gaming-Monitor 27" 299€ • Hisense-TVs zu Bestpreisen (u. a. 55" OLED 739€) • RX 6900 1.449€ • MindStar (u.a. Intel i7 10700KF 279€) • Alternate (u.a. DeepCool CPU-Kühler 54,90€) • LG OLED (2021) 77 Zoll 120Hz 2.799€ [Werbung]
    •  /