New Glenn: Rakete von Blue Origin darf vorerst nicht mehr starten
Die New-Glenn-Rakete von Blue Origin wurde vorübergehend vom Flugbetrieb ausgeschlossen. Die US-Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration (FAA)(öffnet im neuen Fenster) verlangt eine Untersuchung der dritten Mission (NG-3). New Glenn war am am 19. April 2026 gestartet und hat ihre Nutzlast verloren, den Internetsatelliten Bluebird 7.
"Die FAA wird die von Blue Origin geleitete Untersuchung beaufsichtigen, in jeden Schritt des Prozesses eingebunden sein und den Abschlussbericht von Blue Origin genehmigen, einschließlich etwaiger Korrekturmaßnahmen", teilte die FAA am 20. April mit.
Ablauf des Raketenstarts
Nach dem Start vom Raumfahrtzentrum Cape Canaveral (Florida, USA) zeigte die 98 Meter hohe Rakete zunächst eine adäquate Leistung. Die wiederverwendbare erste Stufe meisterte sogar die Rückkehr zur Erde und landete wie geplant im Atlantik auf dem Blue-Origin-Drohnenschiff Jacklyn.
Dies war bedeutsam, da Blue Origin zum ersten Mal die erste Stufe einer New Glenn erfolgreich wiederverwendete und erneut landete.
Die obere Raketenstufe geriet jedoch in Schwierigkeiten, als sie Bluebird 7 in die niedrige Erdumlaufbahn beförderte. Eines der beiden BE-3U-Triebwerke der Raketenstufe erzeugte laut Blue-Origin-CEO Dave Limp während eines entscheidenden Zündvorgangs nicht genügend Schub, wodurch der Satellit an der falschen Stelle ausgesetzt wurde.
Verloren gegangener Bluebird-7-Satellit
"Der Satellit hat sich von der Trägerrakete zwar getrennt und ist in Betrieb gegangen, aber die Höhe war zu gering, um den Betrieb mit der an Bord befindlichen Triebwerkstechnologie aufrechtzuerhalten", teilten die Satellitenbetreiber mit(öffnet im neuen Fenster), das texanische Unternehmen AST Spacemobile. "Es wird erwartet, dass die Kosten für den Satelliten durch die Versicherungspolice des Unternehmens gedeckt sind."
AST Spacemobile baut derzeit eine Konstellation von Satelliten für den Direktempfang auf Mobiltelefonen im niedrigen Erdorbit auf. Nach Bluebird 6 war Bluebird 7 das zweite Raumfahrzeug der nächsten Generation von Satelliten mit hoher Bandbreite. Die 1,5 Tonnen schweren Satelliten verfügen über Antennen, die im ausgefahrenen Zustand eine Fläche von 223 Quadratmetern bedecken.
Vorübergehender Rückschlag für Blue Origin
Der Vorfall könnte Blue Origins langfristige Pläne gefährden. Im Rahmen des Artemis-Mondprogramms der US-Raumfahrtbehörde Nasa will die Firma mit einer Landefähre Astronauten auf die Mondoberfläche bringen. Abseits davon laufen derzeit die Vorbereitungen für den Start der robotischen und firmeneigenen Landefähre Blue Moon. Diese soll eigentlich in diesem Jahr zu dem Trabanten aufbrechen.
Der Nasa-Administrator Jared Isaacman ist dennoch optimistisch:(öffnet im neuen Fenster) "Ich bin zuversichtlich, dass die anhaltenden Erfolge von Blue Origin – wie die erfolgreiche Wiederverwendung und Bergung der ersten Stufe von New Glenn, die wir diese Woche gesehen haben – uns auf Kurs für den Erfolg des Artemis-Programms halten werden."
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