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New 3DS Special Edition und Amiibos: Offline kaufen hilft

Bei Nintendo-Produkten spielt sich immer das Gleiche ab: Die wenigen vorbestellbaren Special Editions des New 3DS und der Amiibos sind schnell weg, teurer als im regulären Handel und werden auf Ebay zu teils horrenden Preisen angeboten – und trotz Verfügbarkeit gekauft.
/ Andreas Sebayang
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Wer in Geschäften schaut, wird meist fündig. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)
Wer in Geschäften schaut, wird meist fündig. Bild: Andreas Sebayang/Golem.de

Für viele Nintendo-Fans mit Sammelleidenschaft ist der heutige Freitag, der 13. wirklich ein Pechtag: der Tag der leeren Online-Warenkörbe. An diesem Tag verkauft Nintendo offiziell nicht nur den New Nintendo 3DS, den wir kürzlich getestet haben und den es bisher nur als sogenannte Ambassador Edition für ausgewählte Club-Nintendo-Mitglieder gab. Es werden zudem zwei limitierte Special Editions der XL-Variante mit verkauft. Die eine kommt in schickem Gold daher und hat dunkle Verzierungen in Form einer Maske. Passend zu dem vorinstallierten neuen Zelda-Teil, dem Remake von Majora's Mask.

New 3DS und New 3DS XL – Fazit
New 3DS und New 3DS XL – Fazit (01:32)

Die andere Version ist für Monster-Hunter-Fans in Silber gehalten und bietet mit Monster Hunter 4 ebenfalls ein vorinstalliertes Spiel. Beide Editionen haben eines gemeinsam: Im Online-Handel wie bei Amazon sind sie seit Wochen ausverkauft. Stattdessen finden sich Marketplace-Anbieter, die die Geräte mitunter binnen Minuten aufgekauft haben und nun versuchen, sie mit einem satten Gewinn weiterzuverkaufen. Echte Fans sind frustriert über die handeltreibenden Konkurrenten. Doch wer in einer Großstadt lebt und nicht auf den Onlinehandel angewiesen ist, der hat eine Alternative und sollte die auch nutzen: den lokalen, stationären Handel. Auch ein Blick auf den Videospiele-Fachhändler kann sich lohnen, der immer noch die Möglichkeit hat, sich vom Online-Handel abzuheben.

Nur wenige Geräte des 3DS XL in der Sonderversion

Die Lieferungen der limitierten New 3DS waren gering. Ein Verkäufer eines lokalen Saturn-Markts sagte uns, dass nur zwei bis drei Geräte der jeweiligen Edition erwartet werden. Beim heutigen Überprüfen der Vorankündigung kam dann die Ernüchterung: Die Filiale am Europa Center in Berlin hat nicht eine Limited Edition bekommen. Dagegen gibt es von den regulären Varianten Dutzende Geräte je Markt, und zwar teilweise schon am 12. Februar, wie etwa beim Media Markt am Alexanderplatz. Alle Sondereditionen waren für Vorbestellungen vorgesehen.

Der Saturn-Markt am selben Platz wurde immerhin mit einem Dutzend Zelda-Editionen bedacht. Die Monster-Hunter-Edition war noch seltener, es gab nur acht Stück. Laut einem Verkäufer waren alle Versionen binnen Minuten vergriffen. Das bestätigten auch weitere Händler, die wir überprüft haben. An eine Medimax-Filiale im Berliner Speckgürtel waren gerade einmal fünf Packungen geliefert worden. Die Händler haben bei Nintendo übrigens in der Regel bis zum Zehnfachen der ausgelieferten Einheiten geordert.

Ein sehr kundenunfreundliches Spiel treibt die Spielekette Gamestop mit potenziellen Käufern. Bei der Filialverfügbarkeit werden nämlich auch Geräte angezeigt, die von den Kunden vorbestellt und noch nicht abgeholt wurden. Mit einer falschen Verfügbarkeitsanzeige kann man natürlich auch Kunden in die eigenen Geschäfte locken. Die überprüften Gamestop-Filialen in Berlin hatten ausschließlich Vorbestellerware in den Geschäften – wenn sie überhaupt beliefert wurden. Ein Vertreter sagte uns, dass nicht einmal alle Vorbestellungen abgedeckt werden konnten. Das traf auch auf einen Media Markt zu. Angeblich soll es noch eine weitere Lieferung im März geben.

Trotz der schwierigen Situation hat sich für uns das Abklappern aber gelohnt. Die eigentlich seltenere Monster-Hunter-Edition entdeckten wir um 14 Uhr ausgerechnet in der Innenstadt am Potsdamer Platz, als wir die Recherchen beenden wollten. Der Kontrollbesuch diente eigentlich nur zur Verifikation der knappen Verfügbarkeit. Die letzte Packung nahmen wir dann kurzerhand mit.

Majora's Mask ist als Spiel in der Special Edition gut verfügbar

Ebenfalls in einer Special Edition erschien heute das von uns getestete Zelda Majora's Mask für den Nintendo 3DS. Auch diese Edition ist im Online-Handel teils sehr schnell vergriffen gewesen, obgleich sich hier kurzfristig neue Bestellmöglichkeiten ergaben.

Das mag an einem größeren Kontingent liegen. Wir haben schon am 12. Februar größere Mengen der Packungen gesichtet. Aber auch hier haben im Online-Bereich einige versucht, viel Geld mit Zelda-Editionen zu verdienen, einige davon auch über die Auktionsplattform Ebay. Sie machten sich die zeitweise Nichtverfügbarkeit bei Amazon zunutze, um die Spiele überteuert als Vorbestellung weiterzuverkaufen – und das, obwohl jetzt zum Verkaufsstart die Verfügbarkeit selbst im Online-Handel gut ist und die Preise bei 50 bis 60 Euro liegen.

Zelda Majoras Mask 3D Remake fuer 3DS - Trailer
Zelda Majoras Mask 3D Remake fuer 3DS - Trailer (01:33)

Eine ähnliche Problematik gibt es auch mit Nintendos Amiibo-Figuren, die gewissermaßen an die Herkunft von Nintendo als Spielzeughersteller erinnern. Die Verfügbarkeit der Amiibos, die im Dezember 2014 mitunter schlecht war, hat sich mittlerweile gebessert. Seltene Figuren der ersten Charge wurden noch einmal nachgeliefert – sehr zum Ärger derer, die für die Marth-Figur teils horrende Ebay-Preise bezahlt haben. Marth war kurz darauf in vielen Geschäften für 13 bis 15 Euro zu haben.

Händler machen sich Amiibo-Ängste zunutze

Diese Angst vor der Nichtverfügbarkeit von Figuren machten sich einige Händler bei Ebay allerdings auch im Vorverkauf zunutze. Wir haben eine Zeitlang diverse Nintendo-Angebote auf Ebay beobachtet. Es ist ein lukratives, aber auch sehr riskantes Geschäft. Die schon länger verfügbare Ambassador Edition des New Nintendo 3DS wurde für viele Verkäufer bei Ebay zu einem Verlustgeschäft. Mit einem Neupreis von 205 Euro sahen wir häufig Preise zwischen 185 und 225 Euro, plus Versand wohlgemerkt. Je nach Bezahlmöglichkeit verlangt Ebay aber 10 bis 12 Prozent der ersteigerten Erlöse.

Die Zelda-Varianten gingen am heutigen Tag zu sehr hohen Preisen aus den Auktionen. In der Regel waren es 300 Euro. Abzüglich der Ebay-Gebühren ergibt sich für den Käufer ein Gewinn von ungefähr 30 bis 40 Euro. Der Gewinner solcher Auktionspreistreibereien ist vor allem Ebay.

Bei den Amiibos sah dies in letzter Zeit ähnlich aus. Rosalina wurde in der Vorbestellung teils für über 30 Euro verkauft. Am offiziellen Verkaufstag sahen wir allerdings im Handel von Berlin mehr als genug Rosalina-Figuren für 13 Euro. Selbst ein paar Wochen danach waren sie noch zu finden.

Zugegeben: Einige Amiibos sind mittlerweile auch im stationären Handel schwer bis gar nicht mehr zu bekommen. Little Mac und Rosalina sind beispielsweise praktisch ausverkauft. Selbst eine von Nintendos wichtigsten Figuren wie Zelda ist kaum noch zu haben. Vermeintlich schwer zu kaufende Amiibos haben wir hingegen noch vereinzelt gefunden. Dazu gehört auch Captain Falcon, den wir in Leipzig in erstaunlichen Mengen vorfanden.

Nintendo zeigt neue Amiibo-Figuren für den Februar 2015
Nintendo zeigt neue Amiibo-Figuren für den Februar 2015 (01:56)

Doch alle diese Figuren hatten eines gemeinsam: Sie waren anfangs hervorragend verfügbar. Selbst, wer sich nicht sofort für eine Figur entscheidet, hat in Geschäften mindestens noch ein paar Tage eine Chance. Die Online-Affinität sorgt allerdings dafür, dass ein gewisser Hype um die Figuren entsteht und die Preise auf dem Gebrauchtmarkt oder spezialisierten Händlern steigen. Diese Händler nutzen letztendlich die Not der Spieler aus. Wer dem entgehen will, sollte mal wieder sein Fachgeschäft aufsuchen und dort einkaufen. Nur, weil etwas bei Amazon ausverkauft ist, heißt das noch lange nicht, dass ein Mangel vorliegt.

Wirtschaftlicher Erfolg trotz mangelnden spielerischen Zwangs

Nintendos Amiibos sind erstaunlich beliebt. Sie zielen auf eine Zielgruppe ab, die Activisions Skylander und Disneys Infinity nicht abdecken. Es finden sich viele ältere Nintendo-Fans unter den Sammlern, die mit den kindgerechten Skylanders beispielsweise nicht viel anfangen können. Der Erfolg ist zudem doppelt erstaunlich: Die Figuren sind eigentlich weitgehend nutzlos. Nintendo zog es vor, wenig spielerischen Zwang für das Kaufen der Figuren zu setzen. Skylanders verführt Kinder deutlich stärker zum weiteren Kaufen von Figuren, um die Spiele besser spielen zu können.

Mit Amiibos werden hingegen in der Regel nur ein paar Gegenstände oder Kostüme freigespielt. Bisher ist Super Smash Bros für die Wii U und Nintendos 3DS (mit dem diese Woche erschienenen Update 1.0.5) zudem das einzige Spiel, dass die Beschreibbarkeit der NFC-Figuren unterstützt. In einigen Fällen, wie Toads Treasure Tracker, hat es Nintendo sogar versäumt, die NFC-Funktionen rechtzeitig im Spiel zu integrieren. Auch die notwendige Toad-Figur ist dementsprechend noch nicht verfügbar.

Erst im März 2015 wird Toad, zusammen mit einem Neudesign von Mario, Luigi, Peach, Yoshi und Bowser, für Mario Party 10 in den Handel gebracht. Dann empfiehlt sich ein Blick außerhalb des Online-Handels. Die Anzahl der herausgebrachten Figuren steigt dann auf immerhin schon 35 Stück. Die nächste Welle für den 24. April 2015 ist ebenfalls schon angekündigt worden(öffnet im neuen Fenster). Junggebliebene Spieler mit viel Joystick-Erfahrung dürften sich vor allem über Pac-Man(öffnet im neuen Fenster) freuen. Ob diese Figur selten wird, weiß nur Nintendo. Einige Online-Spekulanten wird das trotzdem nicht stören.


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