Abo
  • Services:

Neurowissenschaft: Implantat lässt gelähmte Ratten wieder laufen

Eine gelähmte Ratte kann gehen. Das macht ein Implantat möglich, das Schweizer Wissenschaftler entwickelt haben. Es wird auf das Rückenmark gesetzt und überträgt elektrische Impulse vom Gehirn auf verletzte Nerven.

Artikel veröffentlicht am ,
Neuroimplantat: Leiterbahnen aus gerissenem Gold
Neuroimplantat: Leiterbahnen aus gerissenem Gold (Bild: EPFL)

Forscher der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Lausanne (EPFL) haben ein Implantat entwickelt, das für das Rückenmark oder das Gehirn gedacht ist. Es hat ähnliche mechanische Eigenschaften wie natürliches Gewebe und ist für den Langzeiteinsatz gedacht. Mit Hilfe des Implantats können gelähmte Ratten wieder laufen.

Stellenmarkt
  1. BWI GmbH, deutschlandweit
  2. BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH, Berlin

E-Dura heißt das System, das das Team um Stéphanie Lacour und Grégoire Courtine entwickelt hat. Der Name kommt von Dura Mater, der Membran, die das Gehirn und das Rückenmark schützt. Gedacht ist E-Dura für den Einsatz im Rückenmark oder im Gehirn.

E-Dura stimuliert elektrisch und chemisch

E-Dura soll elektrische Impulse aus dem Gehirn an Nervenzellen übertragen - etwa, um Rückenmarksverletzungen zu umgehen. Damit lassen sich aber auch elektrische Impulse im Gehirn überwachen. Die Elektroden des Implantats sind aus einem Verbundwerkstoff aus Silizium und Platin, die Leiter bestehen aus Gold. Hinzu kommt ein Mikrokanal, der mit einem Medikament gefüllt wird. Dabei handelt es sich um einen Neurotransmitter, der verletzte Nervenzellen stimulieren soll.

  • Übersicht über das System (Grafik: EPFL)
  • E-Dura ist ein Neuro-Impantat ... (Foto: Alain Herzog/EPFL)
  • ... das wie Gewebe verformt werden kann. (Foto: Alain Herzog/EPFL)
  • Dabei verliert es seine Funktionsfähigkeit nicht. (Foto: Alain Herzog/EPFL)
Übersicht über das System (Grafik: EPFL)

Das Trägermaterial der E-Dura ist Silikon. Das Implantat kann wie lebendes Gewebe gedehnt oder verformt werden. Da die Leiterbahnen nicht aus einem Guss, sondern gerissen sind, brechen sie nicht. Sie funktionieren auch, wenn sie gedehnt oder gebogen werden.

Harte Elektroden können Gewebe schädigen

Normalerweise bestehen Elektroden aus einem harten, steifen Material. Werden sie unter die Dura Mater direkt auf das Rückenmark gesetzt, können sie dieses schädigen, wenn sich das Nervengewebe bewegt. Die Folge können Entzündungen, die Bildung von Narbengewebe oder eine Abstoßung des Implantats sein.

"Unser E-Dura-Implantat kann eine lange Zeit auf dem Rückenmark oder dem Cortex verbleiben, weil es die gleichen mechanischen Eigenschaften hat wie die Dura Mater", sagt Lacour. Das eröffne neue Behandlungsmöglichkeiten.

E-Dura ist für den Langzeiteinsatz geeignet

Die Forscher haben die E-Dura-Implantate an gelähmten Ratten getestet: Die Tiere konnten nach einigen Wochen Training wieder gehen. Das zeige nicht nur die Funktionsfähigkeit, sondern auch, dass die E-Dura-Implantate für den Langzeiteinsatz geeignet seien. Zudem konnten die Forscher mit ihrer Hilfe erkennen, wenn die Tiere eine Bewegung ausführen wollten, noch bevor die Absicht in eine Bewegung umgesetzt wurde.

Außer bei Rückenmarksverletzungen sollen sich die Implantate auch zur Behandlung von Epilepsie und der Parkinson'schen Krankheit sowie in der Schmerztherapie eignen. Die Schweizerinnen wollen E-Dura als nächstes für klinische Tests vorbereiten. Verlaufen diese erfolgreich, soll daraus ein Produkt werden.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. ab 119,98€ (Release 04.10.)
  2. (Neuware für kurze Zeit zum Sonderpreis bei Mindfactory)

JanZmus 13. Jan 2015

Naja, wenn man es haben will, kann man es auch unterstützen. Zum Beispiel könnte man die...

plutoniumsulfat 13. Jan 2015

Habe ich ja zuvor schon geschrieben, hab es schon verstanden, was du meintest ;)

Phreeze 13. Jan 2015

stimmt. Man sollte die Versuche an dir machen. Im Gegensatz zudem was die */%(*%/)= vom...

wynillo 13. Jan 2015

nichts zu lesen hier


Folgen Sie uns
       


Toshiba Dynaedge ausprobiert

Das Dynaedge ist wie Google Glass eine Datenbrille. Allerdings soll sie sich an den industriellen Sektor richten. Die Brille paart Toshiba mit einem tragbaren PC - für Handwerker, die beide Hände und ein PDF-Dokument brauchen.

Toshiba Dynaedge ausprobiert Video aufrufen
Energietechnik: Die Verlockung der Lithium-Luft-Akkus
Energietechnik
Die Verlockung der Lithium-Luft-Akkus

Ein Akku mit der Energiekapazität eines Benzintanks würde viele Probleme lösen. In der Theorie ist das möglich. In der Praxis ist noch viel Arbeit nötig.
Von Frank Wunderlich-Pfeiffer

  1. Elektroautos CDU will Bau von Akkuzellenfabriken subventionieren
  2. Brine4Power EWE will Strom unter der Erde speichern
  3. Forschung Akku für Elektroautos macht es sich im Winter warm

Zukunft der Arbeit: Was Automatisierung mit dem Grundeinkommen zu tun hat
Zukunft der Arbeit
Was Automatisierung mit dem Grundeinkommen zu tun hat

Millionen verlieren ihren Job, aber die Gesellschaft gewinnt dabei trotzdem: So stellen sich die Verfechter des bedingungslosen Grundeinkommens die Zukunft vor. Wie soll das gehen?
Eine Analyse von Daniel Hautmann

  1. Verbraucherschutzminister Kritik an eingeschränktem Widerspruchsrecht im Online-Handel
  2. Bundesfinanzminister Scholz warnt vor Schnellschüssen bei Digitalsteuer
  3. Sommerzeit EU-Kommission will die Zeitumstellung abschaffen

Oldtimer-Rakete: Ein Satellit noch - dann ist Schluss
Oldtimer-Rakete
Ein Satellit noch - dann ist Schluss

Ursprünglich sollte sie Atombomben auf Moskau schießen, dann kam sie in die Raumfahrt. Die Delta-II-Rakete hat am Samstag ihren letzten Flug.
Von Frank Wunderlich-Pfeiffer

  1. Stratolaunch Riesenflugzeug bekommt eigene Raketen
  2. Chang'e 4 China stellt neuen Mondrover vor
  3. Raumfahrt Cubesats sollen unhackbar werden

    •  /