Neurowissenschaft: Facebook erforscht Gedanken-Postings

Facebook forscht an einer Technologie, mit der Menschen ihre Gedanken ohne Umweg über eine Tastatur online bringen könnten. Dafür sollen Gehirnströme ausgewertet werden. Es gehe nicht darum, wahllos Gedanken zu lesen, versichert die zuständige Managerin.

Artikel veröffentlicht am , /dpa
Facebook denkt, es sei eine gute Idee, wenn Nutzer ihre Gedanken direkt posten könnten.
Facebook denkt, es sei eine gute Idee, wenn Nutzer ihre Gedanken direkt posten könnten. (Bild: Thomas Coes/AFP/Getty Images)

Facebook will Menschen direkt aus dem Gehirn heraus Worte in Computer schreiben lassen. Es gehe zum Beispiel um die Möglichkeit, einem Freund eine Textnachricht zu schicken, ohne dafür das Smartphone herausholen zu müssen, sagte Facebook-Managerin Regina Dugan am 19. April 2017 auf der hauseigenen Entwicklerkonferenz F8 im kalifornischen San Jose. Das aktuelle Ziel sei, auf 100 Worte pro Minute zu kommen. Dies könne in einigen Jahren erreicht werden.

Stanford-Universität forscht in diesem Bereich

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Dugan verwies auf aktuelle Forschungen an der Stanford-Universität, in denen eine gelähmte Frau dank Elektroden im Gehirn, "so groß wie eine Bohne", acht Worte pro Minute in den Computer schreiben könne. Die Elektroden erkennen die Aktivität der Neuronen, wenn sie einen bestimmten Buchstaben eintippen wolle.

Für einen massenhaften Einsatz der Technologie seien Implantate aber nicht geeignet, es müsse sehr empfindliche Sensoren auf der Oberfläche des Kopfes geben, die Gehirnaktivität "hunderttausende Male pro Sekunde auf den Millimeter genau" überwachen. "Solche Technologie existiert heute nicht. Wir werden sie erfinden müssen", sagte Dugan. Bei Facebook arbeite ein Team aus 60 Forschern an der Vision.

Vision einer einfachen Verständigung

Mit der Zeit solle es nicht mehr nötig sein, im Kopf Worte aus einzelnen Buchstaben zu bilden. Ein Nebeneffekt davon könne auch sein, dass sich Menschen in anderen Sprachen ausdrücken könnten, ohne sie zu lernen, sagte Dugan. So könnte zum Beispiel der Gedanke an eine Tasse direkt mit dem entsprechenden Fremdwort in Spanisch oder Chinesisch umgesetzt werden. "In ihrem Kopf ist eine Tasse nicht ein Etikett mit dem Wort darauf, sondern ein von Menschen geschaffener Gegenstand, den man in der Hand halten und daraus Flüssigkeiten trinken kann", erklärte die Facebook-Managerin. "Eines nicht so fernen Tages könnte es sein, dass ich auf Chinesisch denke und sie es sofort auf Spanisch fühlen."

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Es gehe zugleich auf keinen Fall darum, wahllos Gedanken von Menschen zu lesen, betonte Dugan. Dazu habe niemand das Recht. Ähnlich wie man viele Fotos mache und nur einige davon anderen zeige, "haben Menschen viele Gedanken und beschließen, nur einige davon zu teilen". Nur solche Gedanken, die an das Sprachzentrum weitergeleitet würden, seien gemeint.

Die 54-Jährige Dugan war vor Facebook bei Googles Zukunftslabor und der Forschungsagentur DARPA des US-Verteidigungsministeriums beschäftigt. Bei Facebook leitet sie die Innovationsabteilung Building 8.

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Fotobar 25. Apr 2017

Selbst wenn aktiv etwas schlechtes entwickelt wird, kann diese Technologie auch immer in...

Fotobar 25. Apr 2017

Oh Mist! Man wird Dich zwingen!!! Man wird dich an beiden Armen festhalten und dir...

Fotobar 25. Apr 2017

Hast du den Artikel überhaupt bis zum Ende gelesen? ich bezweifle es.

Vielfalt 24. Apr 2017

Ohne invasive Implantate... geht nüschts so bald. Hey, aber was solls, solang die Leute...

Anonymer Nutzer 20. Apr 2017

...und bis dahin haben wir dann hoffentlich ein neues Gesellschaftssystem in dem das...



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