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Drahtloses Laden und verschlüsselte Signale per Bluetooth

Das Neuralink-Implantat ist komplett drahtlos. Es hat einen integrierten Akku, der durch Induktion geladen werden kann, so dass keine Kabel durch die Haut nach außen führen müssen. Es digitalisiert die elektrischen Signale der Neuronen mit einer Sample-Frequenz von 20 kHz. Schnell genug, um die sogenannten Spikes zu detektieren und ihre Form zu charakterisieren. Diese Spikes dauern rund eine Millisekunde und können so ausreichend genau gemessen werden.

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Anschließend werden die Signale ausgewertet und komprimiert. Aus 20 MBit/s Rohdaten von den Elektroden werden so rund 100 kBit/s. Neuralink enthält außerdem Druckmesser, Thermometer, Lage- und Beschleunigungssensoren. Die Signale werden zurzeit mit Low Power Bluetooth an ein Smartphone oder ähnliches Gerät gesendet. Neuralink 0.9 sendet die bereits verarbeiteten und komprimierten Daten mit einer Rate von 100 kBit/s, künftige Geräte sollen mehrere MBit/s senden, wenn die Zahl der Elektroden und damit der verarbeiteten Daten erhöht wird. Die Verbindung wird dabei schon jetzt komplett verschlüsselt. Ein Team von Neuralink kümmert sich um die Sicherheit und lässt sie regelmäßig von außen testen. Um die Verbindung robuster gegen Störungen zu machen, sollen auch andere Frequenzbereiche als bei Bluetooth zum Einsatz kommen.

Alle Elektroden funktionieren in beide Richtungen. Die Elektronik kann innerhalb von 7 Mikrosekunden beliebige elektrische Signale mit der Genauigkeit einiger Mikrovolt erzeugen, um das Gehirn etwa entsprechend der aufgenommenen Daten einer Kamera oder eines Mikrofons zu stimulieren. Neuralink hofft auch, Signale aus dem Motorcortex, dem Bewegungszentrum, aufnehmen und über ein zweites Gerät an Nerven im Rückenmark weiterleiten zu können. Auf diese Weise könnten Rückenmarksverletzungen und andere Nervenschäden theoretisch überbrückt werden.

Derzeit liegt der Fokus aber auf der Verbesserung der Elektroden selbst. Sie sollen dünner und haltbarer werden. Der menschliche Körper sei eine sehr korrosive Umgebung, die besondere Materialeigenschaften nötig mache, um dauerhafte Implantate zu bauen, die über Jahrzehnte im Körper verbleiben könnten, ohne dass sich ihre Leistung verschlechtere. Zurzeit wird etwa mit Beschichtungen aus Siliziumcarbid gearbeitet, aber es wird nach weiteren Verbesserungen gesucht. Die werden vor allem nötig sein, wenn der Durchmesser weiter sinkt. Elon Musk hofft auf Maße unter einem Mikrometer.

Große Träume machen viel Arbeit

Welche der Hoffnungen sich zum Einsatz von Neuralink tatsächlich verwirklichen lassen, bleibt abzuwarten. Sie ist keine Träumerei, denn grundlegend basiert die Technik auf der längst erprobten, einfachen Tiefenhirnstimulation, die nur mit einzelnen Elektroden und einfacher elektrischer Stimulation durchgeführt wird und nicht präzisen Signalen von 1.024 oder noch mehr Elektroden gleichzeitig. Elon Musk verglich diese Technik damit, gegen einen alten Fernseher zu schlagen, wenn er nicht läuft. Es funktioniere, aber nicht bei allen Fehlfunktionen und auch nicht immer zuverlässig.

Klar ist aber auch, dass noch viel Arbeit in die Technik gesteckt werden muss. Derzeit arbeiten rund 100 Menschen bei Neuralink, diese Zahl soll auf etwa 10.000 steigen. Das war laut Elon Musk auch der Hauptzweck der Demonstration: Ein Aufruf zu Bewerbungen bei Neuralink. Vor allem in der Soft- und Hardwareentwicklung sei Unterstützung nötig. Vorerfahrung mit dem menschlichen Gehirn sei dafür nicht nötig.

Je weiter sich die Vorstellungen vom Einsatz gegen Blindheit, Taubheit, Lähmung und Ähnlichem entfernen, desto unrealistischer erscheinen sie aber. Ob ein solches Implantat eines Tages zum Spielen von Starcraft oder Far Cry geeignet sein wird, ob es ganze Erinnerungen speichern und später wieder abspielen kann - das bleibt genauso abzuwarten, wie die möglichen Komplikationen beim Einsatz über Jahre und Jahrzehnte. Hirnimplantate für alle wird es so schnell nicht geben.

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 Neuralink: Elon Musk sucht nach besserer Verbindung zum Gehirn
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PanicMan 09. Sep 2020

Habe dazu noch einen Artikel gefunden: https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher...

thecrew 31. Aug 2020

Vielleicht haben wir die eh schon erreicht und hängen alle nur in einer...

Dwalinn 31. Aug 2020

Wie beim Herzschrittmacher werden sicherlich keine 08/15 Batterien genutzt die nur auf...

Hans Meyer 31. Aug 2020

Es gilt ja als gesichterte Verschwörungstheorie, dass es solche und solche Schweine gibt...

torstenj 30. Aug 2020

Ich will das haben, vielleicht kann ich mit dem Implantat sogar im Schlaf Netflix gucken...


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