Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Neural Rendering: AMD arbeitet offenbar an Konkurrenten für DLSS 5

Eine eigene Technik für Neural Rendering soll bei AMD in Entwicklung sein. Sie könnte mit RDNA 5 und damit voraussichtlich 2027 auf den Markt kommen.
/ Peter Steinlechner
Kommentare Auf Google folgen (öffnet im neuen Fenster)
Gaming-PCs auf der Gamescom 2026 (Bild: Andreas Rentz/Getty Images)
Gaming-PCs auf der Gamescom 2026 Bild: Andreas Rentz/Getty Images

AMD arbeitet offenbar an einer eigenen Antwort auf Nvidias DLSS 5. Die Technik soll neuronale Netze stärker für die Berechnung beziehungsweise Verbesserung der Spielgrafik einsetzen. Zum Einsatz könnte sie erstmals mit Grafikkarten auf Basis der kommenden RDNA-5-Architektur kommen.

Die Informationen stammen vom meist als seriös eingestuften Hardware-Leaker Kepler_L2 im Anandtech-Forum(öffnet im neuen Fenster). Demnach entwickelt AMD eine eigene Form von "Neural Lighting", vergleichbar mit einem Teil der Technik hinter DLSS 5.

Auf die Frage, ob die Funktion RDNA 5 voraussetzt, antwortete Kepler_L2, dass dies wahrscheinlich sei, weil die Berechnungen sehr aufwendig seien. Eine Bestätigung von AMD gibt es bislang nicht. Auch Neural Lighting ist derzeit keine offiziell angekündigte Produktbezeichnung.

Mit Neural Rendering werden Teile der klassischen Grafikberechnung durch neuronale Netze ergänzt oder ersetzt. Nvidia geht mit DLSS 5 deutlich weiter als beim bekannten DLSS-Upscaling oder der Frame-Generation.

KI-Modelle können unter anderem Informationen zu Beleuchtung, Materialien und Oberflächen verarbeiten und daraus Bilddetails erzeugen. Das kann die Darstellung realistischer machen, benötigt aber erhebliche Rechenleistung.

Dass DLSS 5 nicht grundsätzlich Nvidia-Hardware voraussetzt, demonstrieren inzwischen Modder. Ein Projekt bringt Nvidias Neural Rendering auf Radeon RX 9000 mit RDNA 4 und sogar RX 7000 mit RDNA 3 zum Laufen.

Die Performance ist bislang allerdings gering. Der Entwickler nennt beispielsweise rund 33 fps bei 1080p auf einer Radeon RX 9070 XT. Speziell für Neural Rendering ausgelegte Hardware könnte daher entscheidend für einen praktikablen Einsatz werden.

Auch relevant für Xbox und Playstation

AMD bewegt sich ohnehin bereits in diese Richtung. FSR Redstone umfasst unter anderem ML-basiertes Upscaling, Frame-Generation und Ray-Regeneration sowie Radiance-Caching für die Beleuchtung. AMD bezeichnet Neural Rendering inzwischen ausdrücklich als wichtigen Bestandteil kommender Echtzeitgrafik.

RDNA 5 wäre die nächste große Radeon-Architektur nach RDNA 4, auf der aktuelle Grafikkarten wie die Radeon RX 9070 XT basieren. Wann entsprechende Grafikkarten erscheinen, ist nicht offiziell bekannt. Gerüchte nennen 2027 als Zeitraum; Kepler_L2 sprach bereits von Mitte 2027. Bis zu einem direkten DLSS-5-Konkurrenten von AMD könnte es daher noch einige Zeit dauern.

RDNA 5 und Neural Rendering könnten zudem für die nächste Konsolengeneration wichtig werden. Microsoft entwickelt die nächste Xbox unter dem Projektnamen Helix gemeinsam mit AMD und hat bereits einen neuen Custom-SoC angekündigt.

Gerüchten zufolge könnte diese als FSR Diamond bezeichnete Technik ebenfalls RDNA 5 voraussetzen. AMD nennt neben PCs und Handhelds ausdrücklich Konsolen als Zielplattform seiner Neural-Rendering-Technik und arbeitet in diesem Bereich sowohl mit Microsoft als auch Sony zusammen. Ob Neural Lighting tatsächlich Teil von FSR Diamond wird oder in den kommenden Konsolen zum Einsatz kommt, ist bislang allerdings nicht bekannt.


Relevante Themen