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Neues Weltraumprojekt: So will es Deutschland unter Merz auf den Merkur schaffen

Die Raumfahrtpläne der Union sind ambitioniert. Bundeskanzler Friedrich Merz wird dafür sogar Lifestyle-Teilzeit tolerieren.
/ Oliver Nickel
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Friedrich Merz schießt Lifestyle-Teilzeitler zum Merkur. (Bild: Getty Images/Nasa/Montage:Golem)
Friedrich Merz schießt Lifestyle-Teilzeitler zum Merkur. Bild: Getty Images/Nasa/Montage:Golem

Bundeskanzler Friedrich Merz hat bei einem Koalitionstreffen in der Bundeshauptstadt Berlin mit einigen neuen Aussagen überrascht. "Lifestyle-Teilzeit kann in einer neuen Gesellschaft tatsächlich funktionieren" , sagte er bei einer Presseveranstaltung auf der Bühne. "Sie ist für unsere gemeinsame Zukunft in einer sich wandelnden Welt sogar notwendig."

Bei dem Treffen in einer exklusiven Event-Location im Berliner Stadtteil Kreuzhain ging es vor allem um die Pläne der Union für künftige Weltraummissionen unter deutscher Führung – Codename: Germany One. Echte Menschen sollen dabei noch bis zum Jahr 2040 auf dem sonnennächsten Planeten Merkur landen und dort eine permanente Forschungsbasis errichten. Dafür werden die Besten der Besten gesucht.

Teilzeit funktioniert auf dem Merkur gut

"Das Thema Lifestyle-Teilzeit ist vor allem für moderne Jobs wie Softwareentwickler, Raumfahrtingenieure, aber auch andere wissenschaftliche und hochqualifizierte Jobs wichtig" , sagte Merz . "Gerade für gewagte Missionen auf andere Planeten brauchen wir die besten Köpfe Deutschlands. Und das schaffen wir nur mit Kompromissen."

Alle Bewohner der geplanten Station sollen dabei die Option haben, in der von Merz zuvor verpönten Lifestyle-Teilzeit zu arbeiten. Da Tage auf dem Merkur 1.408 Stunden lang sind(öffnet im neuen Fenster) und ein voller Arbeitstag im Dreischichtensystem 469 Stunden beträgt, müssten sie also nur 235 Stunden am Stück arbeiten.

Grundlage für die ambitionierte Idee sind neueste Funde des Radioteleskops Eiffelsberg. Es soll reiche Vorkommen von Braunkohle und Erdgas auf dem Merkur entdeckt haben. Zuvor wurde stets angenommen, dass diese Stoffe aus biologischen Materialien entstehen und deshalb nur auf der Erde vorkommen, wo sie in einigen Jahrzehnten versiegen.

Durch die starke Sonneneinstrahlung könnte der Merkur zudem den Anteil erneuerbarer Energien im deutschen Energiemix enorm steigern. "Das birgt erhebliches Potenzial für die deutsche Wirtschaft" , sagte ein Sprecher des Projekts Germany One.

Herausforderung für die Automobilindustrie

Auf die Frage, wie eine Rakete und ein Raumschiff überhaupt zum Merkur kommen und die enorme Strahlung überstehen sollen, hatte der Repräsentant ebenfalls eine Antwort: "Die Frage ist berechtigt, auf den ersten Blick scheint das wirklich unmöglich. Auf der anderen Seite haben Astronauten bisher auch nicht in einem BMW gesessen."

Der Automobilkonzern soll dabei helfen, einen modernen Antrieb zu entwickeln, der eine Mischung aus Diesel, Benzin und Erdgas verwendet. "Auf diese Art können wir eine Beschleunigung von null auf hundert in vier Sekunden erreichen. Zugleich bekommen Astronauten das wohlige Geräusch eines Ottomotors, also ein Stück Heimat, zu hören."

Die Raumbasis auf dem sonnennächsten Planeten soll final in einer Region zwischen sehr kalten und sehr heißen Zonen, dem sogenannten Süßland, positioniert werden und auf großen Ketten gelagert entlang dieses schmalen Grates wandern. Andernfalls wären die extremen Temperaturen von -180 bis 430° C selbst für einen BMW zu extrem. "Wir könnten etwa die Fahrwerke bewährter Schaufelradbagger(öffnet im neuen Fenster) verwenden" , sagt der Pressesprecher. "In Deutschland werden sie in Kohleminen ja dank der Politik der Grünen nicht mehr gebraucht."

Ein neues Stadtbild aufbauen

Auf der mobilen Plattform sollen zunächst neun hochqualifizierte Menschen untergebracht werden, später soll sie zu einer echten Siedlung mit vielen Hundert Personen anwachsen. "Wir stellen uns vor, dass dies vor allem Personen der gehobenen Mittelschicht(öffnet im neuen Fenster) sein werden. Menschen, die verstehen, wie harte Arbeit effizient funktioniert und die sich für ein sauberes Stadtbild(öffnet im neuen Fenster) einsetzen" , sagte Merz, und ergänzte: "Menschen wie mich."

"Die langen Leerlaufperioden zwischen ihren Schichten können sie für ihre Freizeitaktivitäten nutzen. Ich würde mich beispielsweise in meinen Flieger setzen und die wunderschöne Aussicht auf meine neue Heimat genießen" , sagte Merz. Es ist auch geplant, ein diverses Angebot an Aktivitäten zu bieten, etwa einen Fußballplatz für Low-Gravity-Football oder ein Festzelt für die extraterrestrische Wiesn.

Bavaria One als wichtiger Bestandteil

Auch wenn der Starttermin noch einige Jahre in der Zukunft liegt, wird Germany One eines der komplexesten Projekte Deutschlands seit der bundesweiten Abschaltung der Atomenergie sein. Als weiteres Beispiel nennt Friedrich Merz die Arbeitsreformen(öffnet im neuen Fenster) nach dem Ersten Weltkrieg: "Wir haben auch die Umstellung auf eine 40-Stunden-Woche und die Einführung von bezahltem Urlaub überstanden. Ich bin zuversichtlich, dass wir als gemeinsames Deutschland auch dies bewältigen können."

Das erfordert die Zusammenarbeit der besten deutschen Unternehmen und der Innovatoren aus Start-ups. "Wir freuen uns, dass wir mit Würm Aerospace und Bavaria One als Top-Innovationsprojekt zusammenarbeiten können" , sagt Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, der nach Merz sprach. Mit einem Lächeln auf dem Gesicht ergänzte er: "Dafür arbeite ich sogar mit Friedrich Merz zusammen."


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