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KI: Ein Ermittler müsste Tausende Jahre Kinderpornos sichten

Die Polizei hat mehr Material, als sie je sichten kann. Künstliche Intelligenz soll ihr beim Kampf gegen Kinderpornografie helfen - und dabei soll ein Durchbruch gelungen sein.

Ein Bericht von Larissa Holzki/Handelsblatt veröffentlicht am
Mit Bilderkennungssoftware soll gegen Kinderpornografie besser vorgegangen werden.
Mit Bilderkennungssoftware soll gegen Kinderpornografie besser vorgegangen werden. (Bild: JAY DIRECTO/AFP/Getty Images)

Experten von Microsoft, der Zentral- und Ansprechstelle für Cybercrime Nordrhein-Westfalen (ZAC NRW) und mehrere Wissenschaftler haben gemeinsam mit der Justiz NRW ein Verfahren entwickelt, mit dem kinderpornografische Bilder schneller entdeckt und die Täter zur Verantwortung gezogen werden sollen.

Inhalt:
  1. KI: Ein Ermittler müsste Tausende Jahre Kinderpornos sichten
  2. Die Bilder können technisch nicht zurückverwandelt werden

Der Justizminister von Nordrhein-Westfalen, Peter Biesenbach, gab sich bei der Vorstellung des neuen Verfahrens euphorisch: Schon in wenigen Monaten, so schätzte er bei der Vorstellung am Montag, könnten Ermittler in NRW bei der Datenauswertung von künstlicher Intelligenz unterstützt werden. Für die Bekämpfung von Kriminalität im Internet ist dem interdisziplinären Team damit ein Fortschritt gelungen, den keiner der Akteure allein hätte erreichen können.

Bisher haben Kriminelle es im Netz oft leicht - etwa bei der Verbreitung von Kinderpornografie. Bilder von sexuellen Handlungen mit Säuglingen und Kindern lassen sich auf Plattformen, in Chaträumen und im Darknet unbemerkt und anonym verbreiten. Die Polizei kann noch nicht einmal allen Verdachtsfällen nachgehen: Sie stelle mehr Bildmaterial sicher, als sie sichten könne, sagte Biesenbach. Tausende Terabyte waren es allein im Jahr 2018: "Ein NRW-Ermittler bräuchte etwa 2.000 Jahre, um diese Daten zu sichten."

Das verbotene Material ist selten leicht auffindbar für die Polizei an einem Ort gespeichert. Die strafrechtlich relevanten Fotos und Videos lagern irgendwo auf USB-Sticks und Festplatten, zwischen Fotos von Omas Geburtstag und dem Familienurlaub an der Nordsee. Bei Durchsuchungen nimmt die Polizei alles mit.

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All diese Bilder müssen Ermittler bisher einzeln durschauen und entscheiden, ob sie strafrechtlich relevant sind oder nicht. Und weil die Behörden beschlagnahmtes Material nur vorübergehend aufbewahren dürfen, müssen sie viele Datenträger undurchsucht an deren Besitzer zurückgeben. Statistiken, wie viele Täter den Behörden aus diesem Grund möglicherweise entkommen, gibt es nicht.

Juristische Grenzen

Technische gäbe es längst Möglichkeiten zur Sichtung: Bilderkennung. Um die technischen und juristischen Möglichkeiten bei der Verfolgung von Straftaten im Netz zu prüfen und auszuloten, wurde eigens die ZAC NRW eingerichtet.

Immer wieder seien dort Fragen zur Anwendung neuer Technologien in Bezug auf Kinderpornografie eingetroffen, sagte Oberstaatsanwalt und Hauptabteilungsleiter Markus Hartmann. Deshalb hat die Ansprechstelle das Projekt schließlich angestoßen und engagierte Mitstreiter gefunden.

"Die Technologie wird für viele dunkle Dinge des Lebens genutzt, jetzt muss das Richtige damit getan werden", sagte Sabine Bendiek, Vorsitzende der Geschäftsführung von Microsoft Deutschland. Das Unternehmen unterstützt das Projekt mit einer Plattform und technischem Know-how.

Algorithmen haben bereits gelernt, Bäume und Verkehrsschilder zu erkennen. Das Verfahren wird zum Beispiel für die Entwicklung autonomer Fahrzeuge genutzt. Die Algorithmen könnten technisch gesehen genauso trainiert werden, Kinderpornografie zu identifizieren.

Das Problem: Schon der Besitz kinderpornografischer Bilder ist in Deutschland strafbar. Niemand, der künstliche Intelligenz entwickeln könnte, kommt ran an die Daten, die die Behörden unter Verschluss halten müssen. Das Originalmaterial ist hochsensibel. Die Opfer sollen davor geschützt werden, dass die Bilder weiterverbreitet werden. Auch die Täter dürfen unter keinen Umständen wiedererkannt werden.

Doch jetzt ist dem interdisziplinären Team anscheinend der Durchbruch geglückt. "Es ist gelungen, kinderpornografische Darstellungen innerhalb der Justiz so umzuwandeln, dass sie rausgegeben werden können", sagte Peter Biesenbach. Die Bilder, die wie Schablonen für die verbotenen Bilder genutzt werden können, bestünden nur noch aus wenigen Pixeln. Rasterfahndung im besten Sinne.

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Die Bilder können technisch nicht zurückverwandelt werden 
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Me.MyBase 16. Aug 2019

Wie das technisch laufen soll, dass Algorythmen quasi die Bilder erkennen können...

Sterling_Archer 13. Aug 2019

das klingt schon ein bisschen an den haaren herbeigezogen, merkste auch, oder?

floxiii 12. Aug 2019

Na großartig, das Forum blockiert die Wikipedia-Links wegen der darin enthaltenen Worte...

Denshi 11. Aug 2019

Ich nehme an, dass du mit den tausenden Terabyte die, auf KiPo-Material zu...

gaym0r 07. Aug 2019

Bei den meisten Kapitalverbrechen ist es so, dass es den Opfern nichts bringt. Hören wir...


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