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Neues Twitter-Häkchen bleibt pausiert: Musk sieht die Gefahr von Fake-Konten

Elon Musk lässt im Unklaren, wann das Abo für Twitter-Haken wieder eingeführt werde.
/ Ingo Pakalski , dpa
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Musk sorgt sich, dass das Haken-Konto zu Fake-Konten führt. (Bild: Carlos Barria/Reuters)
Musk sorgt sich, dass das Haken-Konto zu Fake-Konten führt. Bild: Carlos Barria/Reuters

Twitter-Chef Elon Musk will den Kauf des begehrten Verifikations-Häkchens erst wieder ermöglichen, wenn die Fälschung von Konten "mit hoher Wahrscheinlichkeit" vermieden werden kann. Außerdem bekämen Twitter-Profile von Organisationen und Einzelpersonen künftig voraussichtlich Häkchen in verschiedenen Farben, erklärte Musk per Tweet(öffnet im neuen Fenster) . Details nannte er nicht.

Musk hatte Twitter Ende Oktober 2022 für rund 44 Milliarden US-Dollar gekauft. Die am 9. November 2002 neu geschaffene Funktion zum Häkchen-Kauf per Abo-Zahlung wurde nach dem gehäuften Auftreten gefälschter Prominenten- und Marken-Konten nach vier Tagen wieder abgeschaltet .

Musk plante, diese Funktion bis 18. November 2022 wieder einzuführen – was nicht geschah. Dann ließ er wissen, das Abo solle erst am 29. November 2002 wieder verfügbar sein. Ob dieser Termin noch gilt, ist nach der jüngsten Bekanntgabe unklar.

Verifizierte Konten dienten der Glaubwürdigkeit

Jahrelang wurden die Häkchen Politikern und anderen Prominenten sowie Unternehmen und Organisationen nach einer Prüfung durch Twitter gewährt. Diese Verifizierung diente dazu, dass Twitter-Nutzer erkennen können, wie vertrauenswürdig die Angaben des entsprechenden Twitter-Profils sind.

Nach dem neuen Modell soll das Häkchen jeder bekommen, der acht US-Dollar im Monat bezahlt. Eine Identitätsprüfung gibt es nicht mehr. Die Häkchen sehen identisch aus. Erst nach Anklicken des Symbols zeigt sich, ob es sich um ein tatsächlich verifiziertes Konto oder eines mit einem neuen, gekauften Häkchen handelt.

Einige Nutzer legten mit den gekauften Häkchen glaubwürdig wirkende Fake-Konten an – etwa für Basketball-Star LeBron James, die Spielefirma Nintendo und Ex-US-Präsident Donald Trump. Der Pharmakonzern Eli Lilly sah sich zu einer Entschuldigung bei Twitter-Nutzern gezwungen, die ein Fake-Konto glauben gemacht hatte, Insulin werde künftig kostenlos vertrieben.

Musk verändert Twitter

Ein angeblich verifiziertes Fake-Konto des Fruchthändlers Chiquita verkündete, die brasilianische Regierung gestürzt zu haben. Nach wenigen Tagen schaltete Twitter die Funktion schließlich wieder ab.

Seit der Übernahme durch Musk macht Twitter unter anderem die Zurückhaltung großer Werbekunden zu schaffen. Werbeeinnahmen machten zuletzt rund 90 Prozent der Firmen-Erlöse aus. Nach der Twitter-Übernahme verkleinerte Musk die Belegschaft deutlich und entließ viele Angestellte. Auch in Deutschland wehren sich gekündigte Twitter-Angestellte juristisch dagegen .

Kürzlich schaltete Musk das seit Anfang 2021 gesperrte Twitter-Konto von Ex-US-Präsident Donald Trump wieder frei. Laut Musk ist die Reaktivierung strittiger Konten ein Schritt in Richtung freie Meinungsäußerung. Er selbst entließ zuvor jedoch viele Menschen aus dem Unternehmen, die ihn öffentlich kritisiert hatten .


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